Ein Regenwasserspeicher verliert Wasser aus vier möglichen Gründen: durch ein echtes Leck im Behälter, durch eine undichte Durchführung an Zulauf, Überlauf oder Saugleitung, durch einen zu tief liegenden Überlauf oder schlicht durch Verdunstung und Entnahme. Bevor Sie Material kaufen, klären Sie, welcher der vier Fälle vorliegt. Die Reparatur unterscheidet sich danach vollständig, und bei Betonzisternen gilt zusätzlich eine Sicherheitsregel, die keinen Spielraum lässt.

Ist es überhaupt ein Leck?
Die einfachste Prüfung kostet nichts. Markieren Sie den Wasserstand an einer festen Bezugslinie, etwa mit wasserfestem Stift am Schacht oder mit einem Stab, und lesen Sie nach 24 und nach 48 Stunden erneut ab. Nutzen Sie den Speicher in dieser Zeit nicht und dokumentieren Sie das Wetter mit.
- Gleichmäßiger Verlust: Sinkt der Stand kontinuierlich in kleinen Schritten weiter, spricht das für ein Leck im Behälter oder an einer tiefliegenden Durchführung.
- Stopp auf Höhe: Bleibt der Stand auf einem bestimmten Niveau stehen, sitzt das Leck genau dort. Diese Höhe ist Ihr Suchbereich.
- Verdunstung: Bei offenen Regentonnen in der Sonne ist ein sinkender Stand normal. Ein geschlossener Erdtank verdunstet dagegen kaum.
- Überlauf: Läuft Wasser dauerhaft in den Überlauf, ist entweder der Zulauf falsch geführt oder ein Rückstau aus der Kanalanbindung drückt zurück.
- Nasse Stelle: Feuchte Erde, üppiger Bewuchs oder eine abgesackte Fläche über der Zisterne zeigen, wo Wasser austritt.
- Filter: Ein verstopfter Filter im Zulauf leitet Regenwasser komplett in den Überlauf, der Tank füllt sich dann trotz Regen nicht.
- Sammelfläche: Kommt gar nichts an, prüfen Sie zuerst die Dachentwässerung, wie im Ratgeber zu beschädigten Dachrinnen beschrieben.
| Bauart | Typische Leckstelle | Reparaturweg | Selbst machbar |
|---|---|---|---|
| Betonzisterne, monolithisch | Risse in Wand oder Sohle | Reparaturmörtel und Dichtschlämme in zwei Lagen | ja, mit Sicherungsposten |
| Betonringzisterne | offene Fugen zwischen den Ringen | Fugen ausräumen, verfüllen, Dichtschlämme, notfalls Folienauskleidung | teilweise |
| Kunststofftank aus Polyethylen | Spannungsriss, Beschädigung durch Erddruck | Extrusions- oder Warmgasschweißen | nein, Fachbetrieb |
| Tank aus glasfaserverstärktem Kunststoff | Haarrisse im Laminat | Anschleifen, Gewebematte mit Harz auflaminieren | teilweise |
| Regentonne aus Kunststoff | Frostriss, defekter Hahnanschluss | Hahn mit neuer Dichtung setzen, sonst Ersatz | ja |
| Durchführungen und Muffen | gealterte Lippendichtung | Dichtung ersetzen, Rohr spannungsfrei verlegen | ja |
| Überlauf mit Kanalanschluss | fehlender oder defekter Rückstauverschluss | Rückstausicherung prüfen lassen | nein, Fachbetrieb |
Eine Zisterne ist ein enger Raum, kein Keller. Nach der DGUV Regel 113-004 gelten Behälter und enge Räume als Bereiche mit besonderen Gefährdungen, unter anderem durch Sauerstoffmangel. Der Sauerstoffgehalt natürlicher Atemluft liegt bei 20,9 Volumenprozent, in einem geschlossenen Behälter kann er unbemerkt darunter fallen, weil schwerere Gase den Sauerstoff verdrängen. Wer einsteigt, verliert das Bewusstsein ohne Vorwarnung. Steigen Sie deshalb niemals allein ein. Nötig sind eine zweite Person als Sicherungsposten außerhalb, die Sie ständig sieht und in wenigen Minuten Hilfe leisten kann, eine sichere Aufstiegshilfe, eine ausreichende Belüftung vor und während der Arbeit und im Zweifel eine Messung der Atmosphäre. Bei tiefen Zisternen, engen Einstiegsöffnungen und bei Unsicherheit gehört diese Arbeit an einen Fachbetrieb. Beachten Sie außerdem den Auftrieb: Eine leer gepumpte Zisterne kann bei hohem Grundwasserstand aufschwimmen und die Anschlüsse abreißen.

Wie dichten Sie eine Betonzisterne ab?
Beton ist wasserdurchlässig, wenn Risse, offene Fugen oder Kiesnester vorhanden sind. Die übliche Instandsetzung von innen arbeitet mit Reparaturmörtel für die Hohlstellen und einer mineralischen Dichtschlämme als flächiger Sperrschicht. Wählen Sie ein Produkt, das der Hersteller ausdrücklich für Behälter mit Wasserkontakt freigibt, und halten Sie sich an dessen Merkblatt, denn Mischungsverhältnisse und Wartezeiten unterscheiden sich.
- Sicherheit klären. Sicherungsposten organisieren, Einstieg prüfen, lüften und erst dann einsteigen.
- Entleeren. Zisterne abpumpen und den Schlamm am Boden entfernen. Bei hohem Grundwasserstand vorher fachlichen Rat zum Auftrieb einholen.
- Reinigen. Wände mit Hochdruck oder Bürste von Biofilm, Kalk und losen Teilen befreien, danach vollständig trocknen lassen.
- Untergrund aufrauen. Sinterschichten und glatte Schalhaut anschleifen, sonst haftet die Dichtschlämme nicht.
- Risse öffnen. Risse und Fugen keilförmig ausarbeiten, damit der Mörtel Halt findet, und lose Kanten abschlagen.
- Hohlstellen füllen. Risse, Fugen und Ausbrüche mit Reparaturmörtel schließen und bündig abziehen.
- Vornässen. Die Wandflächen mit dem Gartenschlauch mattfeucht machen, damit der Untergrund dem Mörtel kein Anmachwasser entzieht.
- Erste Lage auftragen. Dichtschlämme anmischen und mit Quast oder Bürste vollflächig in einer Richtung auftragen.
- Zweite Lage aufbringen. Nach etwa 2 Stunden, sobald die erste Lage angezogen, aber nicht durchgetrocknet ist, kreuzweise die zweite Lage auftragen.
- Nachbehandeln. Die Fläche mindestens 24 Stunden vor direkter Sonne, Zugluft und schnellen Temperaturwechseln schützen.
- Aushärten lassen. Die vom Hersteller genannte Wartezeit bis zur Wasserbelastung strikt einhalten, sie liegt je nach Produkt bei mehreren Tagen.
- Befüllen und prüfen. Langsam füllen, Wasserstand markieren und nach 48 Stunden erneut ablesen.
MerkeBei Betonringzisternen sitzt das Problem fast immer in den Fugen zwischen den Ringen, nicht im Beton selbst. Diese Fugen arbeiten mit dem Boden, deshalb hält eine starre Verfüllung dort oft nur wenige Jahre. Als dauerhafte Lösung wird die Zisterne innen mit einer Kunststofffolie ausgekleidet, an die Überlauf und Durchführungen wasserdicht angeschlossen werden. Aus Praxisberichten geht hervor, dass eine Abdichtung mit Dichtschlämme im Bereich weniger hundert Euro Materialkosten bleibt, während eine Folienauskleidung mehrere tausend Euro kosten kann. Holen Sie deshalb zwei Angebote ein, bevor Sie sich für den aufwendigen Weg entscheiden.
Warum lässt sich ein Kunststofftank nicht einfach kleben?
Fast alle Erdtanks bestehen aus Polyethylen. Dieser Werkstoff hat eine sehr niedrige Oberflächenenergie, weshalb übliche Klebstoffe nicht anhaften. Ohne Haftvermittler bleibt jede Klebung ein Provisorium, und selbst mit Primer und aufgerauter, fettfreier Oberfläche hält sie dem dauerhaften Wasserdruck und dem Erddruck selten stand. Der fachgerechte Weg ist das Schweißen: Bei größeren Fehlstellen wird Warmgas-Extrusionsschweißen eingesetzt, bei dem aufgeschmolzener Schweißzusatz unter Druck aus einer Düse in die vorbereitete Naht gelegt wird. Dafür braucht es ein Extruderhandgerät und Übung, deshalb gehört diese Arbeit an einen Kunststoff- oder Behälterbaubetrieb.
Zwei weitere Punkte sprechen dafür, hier nicht zu improvisieren. Erstens sind Risse an eingebauten Erdtanks meist Folge falscher Verfüllung oder zu hoher Belastung von oben, und ohne Behebung dieser Ursache reißt es an anderer Stelle erneut. Zweitens sind Spannungsrisse an der Oberfläche oft länger, als sie aussehen. Bei einer oberirdischen Regentonne mit Frostriss lohnt die Reparatur selten, dort ist der Ersatz meist günstiger als der Aufwand.
Was tun bei undichten Durchführungen und Überläufen?
Die Anschlussstellen sind häufiger schuld als der Behälter. Sie sind gut erreichbar und mit einfachem Werkzeug zu prüfen, oft ohne dass jemand einsteigen muss.
- Zulauf: Prüfen Sie, ob das Rohr spannungsfrei in der Muffe sitzt. Ein Rohr, das durch Bodensetzung nach unten zieht, verformt die Dichtung und lässt Wasser durch.
- Lippendichtung: Gummidichtungen in Durchführungen altern und werden hart. Ersatz gibt es passend zum Rohrdurchmesser, häufig für Rohre mit 100 oder 150 Millimetern Nennweite.
- Gleitmittel: Beim Zusammenstecken nur zugelassenes Gleitmittel verwenden, niemals Fett oder Öl, das quellen Elastomere auf.
- Überlauf: Der Überlauf muss ausreichend dimensioniert sein, um Überflutungen zu verhindern, und tiefer liegen als der Zulauf.
- Rückstau: Führt der Überlauf in den öffentlichen Kanal, ist ein Rückstauverschluss vorgeschrieben. Bei Mischwasserkanälen mit freiem Gefälle kommen Typen nach DIN EN 13564-1 zum Einsatz, ohne freies Gefälle eine Hebeanlage nach DIN EN 12050-2.
- Geruchverschluss: Ein Siphon im Überlauf hält Kanalgerüche und Kleintiere zurück und darf nicht trockenfallen.
- Saugleitung: Undichte Verschraubungen an der Saug- oder Druckleitung fallen erst auf, wenn die Pumpe Luft zieht und nicht mehr ansaugt.
Was gilt beim Betrieb einer Regenwasseranlage?
Regenwasser ist Nichttrinkwasser, und dafür gelten feste Regeln. Maßgeblich sind die DIN EN 16941-1 und die ergänzende DIN 1989-100, die seit Juli 2022 gilt. Eine direkte Verbindung zwischen Regenwasser- und Trinkwassernetz ist ausgeschlossen. Wird Trinkwasser nachgespeist, geschieht das über einen freien Auslauf nach DIN EN 1717, bei dem das Trinkwasser mit einem Luftspalt von mindestens 2 Zentimetern über der höchstmöglichen Wasserlinie einläuft.
Dazu kommt die Kennzeichnung. Leitungen werden farblich unterschieden, üblich sind Grün für Regenwasser und Blau für Trinkwasser, und jede Entnahmestelle trägt dauerhaft die Aufschrift "Kein Trinkwasser". Das gilt auch für Zapfstellen im Garten, weshalb Sie bei einer Gartendusche oder Außenarmatur vorher klären sollten, aus welchem Netz sie gespeist wird. Vor der Inbetriebnahme sind Anlagen zu spülen, auf Dichtheit und auf Fehlverbindungen zu prüfen, und der Betreiber erhält darüber eine schriftliche Dokumentation.
Wann lohnt die Reparatur, wann der Ersatz?
Für Betonzisternen lohnt die Instandsetzung fast immer, weil der Behälter selbst langlebig ist und der Aushub die größte Position wäre. Für eingebaute Kunststofftanks entscheidet die Ursache: Ein einzelner Riss durch eine punktuelle Belastung ist schweißbar, ein durch falsche Verfüllung verformter Tank dagegen nicht dauerhaft zu retten. Für oberirdische Regentonnen mit Frostriss ist der Ersatz meist der wirtschaftlichere Weg.
Unabhängig davon gilt eine Regel für alle Bauarten: Wasser, das unbemerkt aus einem Speicher am Haus austritt, kann in die Kellerwand oder unter die Bodenplatte ziehen. Beobachten Sie nach der Reparatur die angrenzenden Wände auf feuchte Ränder und Salzausblühungen. Zeigt sich Feuchtigkeit im Gebäude, gelten die Schritte aus dem Beitrag zur Reparatur von Wasserschäden, beginnend mit der Dokumentation und der Meldung an die Versicherung. Prüfen Sie außerdem einmal im Jahr den Filter im Zulauf und den Schlammspiegel am Boden, denn beides verändert den Füllstand stärker als die meisten kleinen Undichtigkeiten.
