Messer werden gepflegt, geschärft und dann in eine Schublade geworfen. Das ist der häufigste Fehler in der Messerpflege, und er kostet mehr Schärfe als das Schneiden selbst. Eine Schneidkante ist wenige Mikrometer breit. Jeder Kontakt mit einem anderen Metallteil legt sie um oder bricht sie stellenweise aus. Wo Sie ein Messer zwischen zwei Einsätzen ablegen, entscheidet deshalb mit darüber, wie oft Sie es schärfen müssen. Und es entscheidet darüber, ob Sie sich beim Griff in die Schublade schneiden.

Warum ruiniert die Schublade Ihre Messer?
In der offenen Besteckschublade liegen Klingen neben Gabeln, Löffeln, Sparschälern und Dosenöffnern. Beim Öffnen und Schließen bewegt sich alles darin. Bei jedem Ruck schlägt Stahl gegen Stahl, und weil die Schneide der weichste Punkt der Geometrie ist, gibt sie zuerst nach. Sie sehen davon zunächst nichts. Bemerkbar wird es erst, wenn die Klinge auf einer Tomatenhaut abrutscht, statt einzudringen.
Der zweite Punkt ist die Verletzungsgefahr. Wer in eine Schublade greift, sieht nicht, wo die Schneide liegt. Nach oben zeigende Klingen sind in einem gefüllten Fach nicht zu erkennen. Schnittwunden an Fingerkuppen und Handrücken entstehen genau dort, weil die Hand mit Kraft und ohne Sichtkontakt hineinfährt. Kinderhände, die nach einem Löffel suchen, treffen dieselbe Klinge.
Beides lässt sich mit wenig Aufwand abstellen. Es gibt drei praktikable Wege: der Block, die Magnetleiste und der Klingenschutz beziehungsweise ein Schubladeneinsatz mit einzelnen Fächern. Alle drei erfüllen die Grundbedingung, dass die Schneide keinen Kontakt zu einem harten Nachbarn hat.
Block, Magnetleiste oder Schublade: Was passt zu Ihrer Küche?
| Kriterium | Geschlossener Block | Block mit Borsten oder Stäben | Magnetleiste | Klingenschutz in der Schublade |
|---|---|---|---|---|
| Schutz der Schneide | Sehr gut, Klinge liegt frei im Schlitz | Gut, Borsten geben nach | Sehr gut, kein Kontakt zu anderen Teilen | Gut, solange der Schutz sitzt |
| Trocknung nach dem Spülen | Schlecht, Schlitz ist dunkel und geschlossen | Mittel bis gut, je nach Bauart | Sehr gut, Klinge hängt frei in der Luft | Schlecht, Schutz schließt Feuchtigkeit ein |
| Reinigung | Nur mit herausnehmbarem Einsatz sinnvoll möglich | Einsatz meist spülbar | Abwischen genügt | Schutz und Einsatz abwaschbar |
| Sicherheit für Kinder | Gut, Klingen verdeckt, Block aber greifbar | Gut | Schlecht, Klingen frei zugänglich | Gut, wenn die Schublade zusätzlich gesichert ist |
| Platzbedarf | Stellfläche auf der Arbeitsplatte | Stellfläche auf der Arbeitsplatte | Freie Wandfläche, keine Arbeitsfläche | Schubladenfach |
| Passt für unterschiedliche Klingenlängen | Nur die vorgesehenen Formate | Ja, Borsten passen sich an | Ja | Ja, Schutz in passender Größe nötig |
| Montageaufwand | Keiner | Keiner | Bohren und Dübeln nötig | Keiner |
Es gibt keine Lösung, die in jedem Punkt vorn liegt. Wer wenig Arbeitsfläche hat, gewinnt mit der Leiste Platz. Wer kleine Kinder im Haushalt hat, sollte sie nicht in Reichweite montieren. Und wer Messer bunt gemischt besitzt, kommt mit einem Block ohne feste Schlitze weiter, weil dort auch Klingen passen, die der Hersteller nicht vorgesehen hat. Welche Klingenlängen dabei überhaupt zusammenkommen, ordnet die Übersicht zu den Messerarten und ihren Einsatzzwecken.
Wie hygienisch ist ein geschlossener Messerblock?
Der geschlossene Block hat eine Schwäche, die selten mitgedacht wird. Die Schlitze sind eng, dunkel und schlecht belüftet. Wenn Sie ein Messer einstecken, das noch feucht ist, verdunstet dieses Wasser dort kaum. Dazu kommen Krümel und Speisereste, die beim Einstecken abgestreift werden und nach unten fallen. Dunkel, feucht und mit Nährstoffen versorgt: Das sind die Bedingungen, unter denen sich Schimmel und Bakterien vermehren. Zugleich fördert die Restfeuchte Flugrost auf der Klinge, weil auch rostträger Messerstahl bei stehender Nässe korrodiert.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens gehört jedes Messer erst dann in den Block, wenn es vollständig trocken ist, Klinge und Griffübergang inbegriffen. Zweitens ist ein Block mit herausnehmbarem Einsatz einem einteiligen Holzblock deutlich überlegen, weil sich der Einsatz ausleeren, ausspülen und wieder trocknen lässt. Bei einem geschlossenen Holzblock ohne Einsatz bleibt Ihnen nur, ihn umzudrehen, auszuklopfen und mit Druckluft oder einer schmalen Bürste auszuräumen.
Der Einsatz darf nicht feucht zurück in den Block. Ein häufiger Fehler ist es, den gespülten Einsatz direkt wieder einzusetzen. Die Restfeuchte kann dann nirgendwo hin und begünstigt Schimmel im Holzkorpus. Lassen Sie den Einsatz vollständig durchtrocknen und stellen Sie den Block danach mindestens 24 Stunden mit den Öffnungen nach oben an einen luftigen Platz, bevor Sie die Messer wieder einstecken.
- Messer entnehmen. Räumen Sie den Block vollständig aus und legen Sie die Messer auf ein Tuch, Schneide vom Rand weg.
- Ausklopfen. Drehen Sie den Block über dem Mülleimer um und klopfen Sie die Krümel heraus. Vieles fällt allein durch die Schwerkraft heraus.
- Einsatz herausnehmen. Wenn der Block einen Einsatz aus Kunststoff oder Borsten hat, entnehmen Sie ihn und spülen ihn mit warmem Wasser und Spülmittel aus.
- Schlitze reinigen. Bei einem festen Korpus arbeiten Sie mit einer schmalen Flaschenbürste oder einem Pfeifenreiniger. Verzichten Sie darauf, Wasser in die Schlitze zu gießen, das bekommen Sie nicht mehr heraus.
- Außen abwischen. Wischen Sie den Korpus mit einem feuchten Tuch ab, bei Bedarf mit etwas Essigwasser, und trocknen Sie sofort nach.
- Durchlüften lassen. Stellen Sie Block und Einsatz getrennt an einen luftigen Ort und warten Sie mindestens einen Tag.
- Trocken bestücken. Trocknen Sie jedes Messer vollständig ab, bevor Sie es zurückstecken. Das ist der Schritt, der die Reinigung überhaupt erst nachhaltig macht.
Für wen eignet sich eine Magnetleiste?
Die Magnetleiste löst gleich zwei Probleme des Blocks: Die Klingen hängen frei und trocknen an der Luft, und die Arbeitsplatte bleibt frei. Sie sehen außerdem sofort, welches Messer Sie greifen. Die Leiste braucht dafür eine tragfähige Wandfläche in Reichweite der Arbeitszone und eine ordentliche Befestigung, denn an ihr hängt bei voller Bestückung ein spürbares Gewicht. Wie Sie die Leiste sauber ausrichten, den passenden Dübel wählen und Fliesen ohne Ausbruch bohren, ist im Beitrag zu den Magnetleisten in der Küche beschrieben.
- Anbringen: Setzen Sie die Leiste so, dass die Klingenspitzen nicht in den Bereich ragen, in dem Sie arbeiten oder Schränke öffnen. Ein Abstand zur Arbeitsfläche von einer Unterarmlänge ist ein brauchbarer Anhalt.
- Auflegen: Legen Sie das Messer zuerst mit dem Klingenrücken an die Leiste und kippen Sie es dann an. Wer es mit der Schneide voran anschlägt, setzt Kerben in die Kante.
- Abnehmen: Ziehen Sie das Messer nach unten oder kippen Sie es über den Rücken ab. Ein Abziehen quer zur Leiste schleift die Schneide über den Magneten.
- Kinder: In Haushalten mit kleinen Kindern ist eine offen zugängliche Leiste keine gute Lösung. Ein Block mit verdeckten Klingen oder eine gesicherte Schublade sind dort die richtige Wahl.
- Material: Leisten mit Holz- oder Kunststoffauflage über dem Magneten sind schonender als nackte Metallschienen, weil die Klingenfläche nicht direkt auf Metall trifft.
- Keramik: Keramikklingen sind nicht magnetisch und halten an einer Magnetleiste nicht. Sie brauchen einen Klingenschutz oder ein eigenes Fach; warum das Material so empfindlich ist, erklärt der Beitrag zum Keramikmesser aus Zirkonoxid.
MerkeWenn Sie sich für keine der Varianten entscheiden wollen, kaufen Sie Klingenschutzhüllen. Sie kosten wenig, passen in jede vorhandene Schublade und lösen den mechanischen Teil des Problems vollständig. Nur trocken müssen die Messer auch dort sein, bevor der Schutz darüber kommt.
Worauf achten Sie beim Kauf eines Blocks?
Prüfen Sie zuerst, ob der Einsatz herausnehmbar ist. Das ist das wichtigste Einzelmerkmal, weil davon abhängt, ob Sie den Block jemals wirklich sauber bekommen. Zweitens die Schlitzform: Feste Schlitze passen nur zu bestimmten Klingenbreiten und -längen, Borsten- oder Stabeinsätze nehmen alles auf, was Sie hineinstecken. Drittens die Standsicherheit. Ein Block, der bei entnommenem Kochmesser nach vorn kippt, steht falsch dimensioniert auf der Platte.
Achten Sie außerdem auf die Einsteckrichtung. Blöcke, bei denen die Messer schräg nach oben stecken, sind bequemer zu bestücken, sammeln aber mehr Staub in den offenen Schlitzen. Modelle, bei denen die Klinge nach unten weist, halten die Schlitze sauberer, verlangen aber etwas Geduld beim Einführen. Und lassen Sie leere Schlitze nicht offen liegen, wenn der Block ohnehin nur drei Messer beherbergt: Ein kleiner Block mit vier gefüllten Plätzen ist praktischer als ein großer mit acht leeren.
