Badarmaturen führen Wasser, keinen Strom. Deshalb sind Reparaturen hier tatsächlich Heimwerkerarbeit, anders als bei netzbetriebenen Geräten. Trotzdem geht mehr schief als nötig, weil die Reihenfolge nicht stimmt und weil Hausmittel benutzt werden, die die Oberfläche angreifen. Die folgende Systematik geht vom billigsten zum teuersten Bauteil.

Welcher Fehler deutet auf welches Bauteil?
Beschreiben Sie den Fehler zuerst genau. Tropft es aus dem Auslauf oder aus dem Hebelgehäuse? Ist der Strahl schwach bei kaltem und warmem Wasser oder nur bei einem von beiden? Diese zwei Fragen grenzen die Ursache bereits stark ein.
| Symptom | Verdächtiges Bauteil | Aufwand | Typische Ersatzteilkosten |
|---|---|---|---|
| Strahl spritzt, fächert oder ist schwach | Strahlregler verkalkt oder zugesetzt | fünf Minuten, Hand oder Schlüssel | etwa 3 bis 15 Euro |
| Strahl nur warm oder nur kalt schwach | Sieb im Eckventil oder Anschlussschlauch | Wasser abstellen, Verschraubung öffnen | Reinigung, oft ohne Teil |
| Auslauf tropft bei geschlossenem Hebel | Kartusche verschlissen | etwa 30 bis 60 Minuten | etwa 10 bis 40 Euro |
| Wasser tritt am Hebelfuß aus | Dichtungen an der Kartusche oder Kartuschensitz | wie oben, gleicher Ausbau | etwa 10 bis 40 Euro |
| Schwenkauslauf tropft am Drehpunkt | O-Ringe am Auslaufrohr | etwa 15 Minuten | wenige Euro je Ring |
| Armatur wackelt auf dem Waschtisch | Befestigungsmutter unter dem Becken lose | etwa 10 Minuten | keine, Nachziehen genügt |
Eckventile zuerst zudrehen. Unter jedem Waschtisch sitzen zwei Eckventile, links warm und rechts kalt oder umgekehrt. Drehen Sie beide im Uhrzeigersinn zu und öffnen Sie danach den Hebel, damit die Restdruckentlastung erfolgt. Lässt sich ein Eckventil nicht mehr bewegen oder tropft es nach dem Schließen, ist die Hauptabsperrung der Wohnung zuständig. Ein festsitzendes oder abgerissenes Eckventil ist ein Fall für den Fachbetrieb, weil dahinter die Wandinstallation beginnt.
Wie reinigen und tauschen Sie den Strahlregler?
Der Strahlregler, umgangssprachlich Perlator, mischt Luft in den Wasserstrahl und begrenzt die Durchflussmenge. Er sitzt in einer Hülse am Auslaufende. Übliche Gewindegrößen sind M22 mal 1 als Außengewinde und M24 mal 1 als Innengewinde; viele moderne Armaturen tragen versenkte Kleinregler, die nur mit dem beiliegenden Schlüssel herausgedreht werden.
- Abfluss verschließen. Stöpsel setzen oder ein Tuch in den Ablauf legen, damit keine Kleinteile verschwinden.
- Hülse lösen. Von Hand versuchen, sonst mit einer Zange und einem Lappen als Schutz gegen Kratzer. Drehen Sie gegen den Uhrzeigersinn, bei versenkten Reglern nutzen Sie den mitgelieferten Schlüssel.
- Einbaulage merken. Fotografieren Sie die Reihenfolge von Sieb, Dichtung und Einsatz, bevor Sie alles zerlegen.
- Kalt entkalken. Legen Sie den Einsatz in eine Lösung aus Zitronensäure und kaltem oder handwarmem Wasser, maximal etwa 40 Grad Celsius, und lassen Sie ihn 30 bis 60 Minuten stehen.
- Nachbürsten und spülen. Mit einer alten Zahnbürste die Siebe freiräumen, danach gründlich mit klarem Wasser spülen.
- Einsetzen und prüfen. Handfest anziehen, Wasser aufdrehen, Strahlbild kontrollieren. Bleibt der Strahl unregelmäßig, ersetzen Sie den Einsatz. Er kostet wenige Euro und ist Verschleißteil.
Wird der Strahl nur auf einer Temperaturseite schwach, sitzt der Schmutz weiter hinten: im Sieb des Eckventils oder im Anschlussschlauch. Beides erreichen Sie nach dem Absperren, indem Sie die Verschraubung öffnen und das Siebchen ausspülen. Bei dieser Gelegenheit lohnt der Blick auf die Dichtungen, deren Werkstoffe im Beitrag Dichtungsringe tauschen erklärt sind.
Warum tropft der Einhebelmischer trotz fest geschlossenem Hebel?
Weil im Inneren keine Gummidichtung mehr schließt, sondern zwei Keramikscheiben aufeinander gleiten. Diese Scheiben sitzen in der Kartusche. Kalkpartikel und Sandkörner zerkratzen die Dichtflächen, und dann läuft dauerhaft Wasser nach. Eine Kartusche wird nicht repariert, sie wird ersetzt.
Beim Nachkauf zählt der Durchmesser des Kartuschengehäuses. Gängig sind 25, 28, 35 und 40 Millimeter. Messen Sie mit einem Messschieber am ausgebauten Teil und nehmen Sie es zum Kauf mit, denn auch die Anordnung der Wasserdurchlässe und der Zapfen an der Unterseite muss passen. Herstellerspezifische Kartuschen sind häufig; eine 35er Kartusche von Marke A passt nicht zwangsläufig in eine 35er Armatur von Marke B.
MerkeNotieren Sie vor dem Einkauf drei Angaben: Hersteller und Modell der Armatur, den gemessenen Kartuschendurchmesser in Millimetern und ob die Armatur eine Warmwassersperre oder Temperaturbegrenzung besitzt. Mit diesen drei Angaben findet der Sanitärhandel das Teil, ohne dass Sie zweimal fahren.
Der Ausbau folgt bei fast allen Waschtischarmaturen demselben Muster: farbige Abdeckkappe abhebeln, Madenschraube mit einem Innensechskantschlüssel lösen, Hebel abziehen, Abdeckhülse abschrauben, Sicherungsmutter oder Klemmring lösen, Kartusche gerade nach oben herausziehen. Beim Einsetzen muss der Positionierstift in seine Bohrung finden, sonst sitzt die Kartusche schief und dichtet nicht. Eine ausführliche Fehlersuche am tropfenden Auslauf steht in der Anleitung zum tropfenden Wasserhahn.
Womit dürfen Sie eine Armatur entkalken?
Hier machen viele denselben Fehler. Essig und Essigreiniger gelten als harmloses Hausmittel, greifen aber Oberflächen und Dichtungen an. Hansgrohe schließt in seiner Reinigungsempfehlung Reiniger mit Essigsäure, Salzsäure, Ameisensäure und Chlorbleiche ausdrücklich aus und verweist auf Mittel auf Basis von Zitronensäure. Der Grund ist der dauerhafte Angriff auf verchromte und beschichtete Flächen sowie auf die Elastomere im Inneren.
- Zitronensäure: das Mittel der Wahl, kalt bis handwarm angesetzt. Oberhalb von etwa 40 Grad Celsius bildet sich schwerlösliches Calciumcitrat, ein weißer Niederschlag, der feine Kanäle verstopft.
- Auftragen statt eintauchen: Sprühen Sie das Mittel auf ein Tuch und wischen Sie die Armatur damit ab. Die Armatur nicht besprühen, damit nichts in Spalten und Lager läuft.
- Einwirkzeit begrenzen: wenige Minuten genügen an der Oberfläche, danach mit klarem Wasser abspülen und trockenreiben.
- Keine Scheuermittel: Scheuerpulver, Topfschwämme und Melaminschwämme mattieren die Chromschicht dauerhaft.
- Kein Dampfreiniger: die Temperatur schadet den Kunststoffteilen und Dichtungen im Inneren.
- Beschichtete und farbige Oberflächen: Schwarz, Messing gebürstet und PVD-Beschichtungen vertragen oft nur Wasser und ein weiches Tuch. Prüfen Sie das Pflegeblatt des Herstellers, bevor Sie ein Mittel benutzen.
Wann ist Tauschen sinnvoller als Reparieren?
Wenn der Kartuschensitz im Armaturenkörper verschlissen oder ausgewaschen ist, hilft auch eine neue Kartusche nicht mehr. Ebenso, wenn das Gehäuse einen Haarriss hat oder die Chromschicht großflächig abplatzt. Bei sehr alten oder namenlosen Armaturen ist die Ersatzteilfrage der Knackpunkt: Gibt es die passende Kartusche nicht mehr, ist der Austausch der Armatur die einzige Lösung. Kalkulieren Sie dann ein, dass beim Tausch häufig auch die Anschlussschläuche und mitunter die Eckventile erneuert werden, weil alte Verschraubungen beim Lösen aufgeben.
Zum Fachbetrieb gehören drei Fälle: alles hinter dem Eckventil, also die Installation in der Wand, jede Arbeit an Unterputzarmaturen und Thermostatkörpern, und jede Situation, in der sich eine Verschraubung nicht mehr lösen lässt, ohne das Rohr zu verdrehen. Ein abgerissener Anschluss in der Wand verursacht binnen Minuten einen Wasserschaden, der jede eingesparte Handwerkerstunde um ein Vielfaches übersteigt. Wenn der Ablauf statt des Zulaufs das Problem ist, hilft die Anleitung zu verstopften Abflüssen.
Legen Sie sich für die nächste Wartung zwei Dinge in den Werkzeugkasten: einen Satz Innensechskantschlüssel von 2 bis 6 Millimetern und den Strahlreglerschlüssel, der Ihrer Armatur beilag. Ohne diesen Schlüssel bekommen Sie einen versenkten Regler nicht zerstörungsfrei heraus.
