Die Genehmigungsfrage ist geklärt, der Bausatz liegt auf dem Grundstück. Jetzt beginnt der Teil, an dem sich entscheidet, ob der Carport zwanzig Jahre hält oder nach fünf Jahren am Pfostenfuß weggammelt. Dieser Beitrag behandelt ausschließlich die Bauausführung. Alles zu Verfahrensfreiheit, Grenzabständen und Innenmaßen steht im Beitrag über die fünf Punkte, die Sie vor dem Bau klären müssen.

Wie tief muss das Fundament für einen Carport sein?
Punktfundamente unter jedem Pfosten werden in Deutschland üblicherweise mindestens 80 Zentimeter tief geführt. Der Grund ist die Frosttiefe. Liegt die Fundamentsohle darüber, gefriert das Wasser im Boden darunter, dehnt sich aus und hebt das Fundament an. Ein einziger angehobener Pfosten verzieht den ganzen Rahmen.
Als Lochmaß werden üblicherweise rund 40 mal 40 Zentimeter genannt, verfüllt mit Beton der Festigkeitsklasse C25/30. Diese Klasse steht für 25 Newton pro Quadratmillimeter Zylinderdruckfestigkeit und ist bei Fertigbeton aus dem Baumarkt als Fundamentbeton ausgewiesen. Wie viele Fundamente Sie brauchen, gibt die Montageanleitung Ihres Bausatzes vor, nicht Ihr Gefühl. Bei einem Doppelcarport sind sechs bis acht Punkte üblich.
Zwei Alternativen kommen vor. Eine durchgehende Bodenplatte ist teurer und aufwendiger, hat aber den Vorteil, dass die Stellfläche gleich mit erledigt ist. Schraubfundamente sparen den Aushub und sind sofort belastbar, verlangen aber tragfähigen, steinfreien Boden und ein passendes Anschlusssystem. In gewachsenem Lehm funktionieren sie gut, in Bauschutt-Auffüllung nicht.
Leitungen vor dem ersten Spatenstich orten. Fordern Sie Bestandspläne für Wasser, Abwasser, Strom, Gas und Telekommunikation an, bevor Sie graben. Ein 80 Zentimeter tiefes Loch reicht genau in die Tiefe, in der Hausanschlussleitungen liegen. Wer eine Leitung beschädigt, haftet für Reparatur und Folgeschäden, bei Gas kommt akute Lebensgefahr dazu. Der Anruf beim Netzbetreiber kostet nichts.
Warum darf der Holzpfosten nicht im Beton stehen?
Weil er dann verrottet. Beton ist kein dichter Werkstoff, er saugt Wasser und gibt es nur langsam wieder ab. Ein Holzpfosten, der einbetoniert ist oder direkt auf der Betonoberfläche aufsteht, steht dauerhaft in Feuchte. Die Fäulnis beginnt unsichtbar innen und wird meist erst bemerkt, wenn der Pfosten sich mit dem Schraubendreher eindrücken lässt.
Die Lösung ist der H-Anker oder ein Pfostenschuh, der den Holzfuß mit Abstand über die Betonoberfläche hebt. Der Anker wird in den frischen, verdichteten Beton eingesetzt. Herstellerangaben nennen als Einbindetiefe mindestens 3 Zentimeter, praxisüblich ist deutlich mehr, oft die halbe Ankerlänge. Verzinkte H-Anker mit 800 Millimetern Gesamtlänge sind für Carportpfosten ein gängiges Maß.
- Ausrichten: Legen Sie eine Latte quer über das Fundamentloch und hängen Sie den Anker daran ein, bis der Beton abbindet. Frei stehende Anker kippen im weichen Beton.
- Verdichten: Stochern und stampfen Sie den Beton mit einem Stock durch, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Nester im Beton sind Sollbruchstellen.
- Gefälle geben: Ziehen Sie die Betonoberfläche leicht nach außen abfallend ab, damit Regenwasser nicht am Ankerblech stehen bleibt.
- Aushärten lassen: Belasten Sie die Fundamente erst nach der vom Hersteller angegebenen Zeit. Bei Fertigbeton sind das je nach Produkt und Temperatur mehrere Tage bis zu einer Woche.
- Zug aufnehmen: Wind wirkt an einem offenen Dach saugend nach oben. Die Verbindung Anker zu Pfosten muss auf Zug schrauben oder bolzen, eine reine Auflage genügt nicht.
Welche Querschnitte hat die Tragkonstruktion?
Verbreitet sind Pfosten aus Konstruktionsvollholz mit 100 mal 100 Millimetern Querschnitt. Darüber liegen zwei Längspfetten, bei größeren Spannweiten kommt eine Mittelpfette dazu. Auf den Pfetten liegen die Sparren, ein häufig genanntes Achsmaß ist 70 Zentimeter. Bei einer geschlossenen Dachschalung werden dafür oft Platten mit 22 Millimetern Dicke aufgebracht, üblicherweise in der Feuchtebeständigkeitsklasse OSB/3.
Diese Zahlen sind Anhaltswerte aus Bauanleitungen und ersetzen keine Statik. Maßgeblich sind die Angaben Ihres Bausatzes, weil Querschnitt, Sparrenabstand und Spannweite direkt von Schnee- und Windlast abhängen. Die Schneelast richtet sich nach DIN EN 1991-1-3 und ist standortabhängig. Lassen Sie sich vom Anbieter schriftlich geben, für welche Schneelastzone und Geländehöhe der Bausatz nachgewiesen ist. Wer die Sparren aus eigener Rechnung dünner macht oder den Abstand vergrößert, verliert diesen Nachweis.
| Bauteil | Häufig genanntes Maß | Was daran hängt |
|---|---|---|
| Fundamentloch | rund 40 mal 40 Zentimeter, 80 Zentimeter tief | Frostsicherheit, Standfestigkeit |
| Beton | Festigkeitsklasse C25/30 | Druckfestigkeit unter Pfostenlast |
| Pfosten | 100 mal 100 Millimeter Konstruktionsvollholz | Knicksicherheit, Windlast |
| Sparrenabstand | rund 70 Zentimeter | Schneelast, Dickenwahl der Schalung |
| Dachschalung | 22 Millimeter, Klasse OSB/3 | Untergrund für Bitumen oder EPDM |
Zum Materialverhalten von Holz im Freien, also Rissbildung, Nachtrocknung und Oberflächenschutz, finden Sie mehr im Beitrag über Carports aus Holz.
Welches Gefälle braucht das Dach?
Das hängt von der Eindeckung ab und nicht vom Geschmack. Ein zu flaches Dach staut Wasser, und stehendes Wasser findet jede Naht. Die folgenden Werte werden in Fachratgebern für Carportdächer genannt.
| Eindeckung | Mindestgefälle | Empfohlen | Entspricht |
|---|---|---|---|
| EPDM-Folie | 2 Prozent | 3 Prozent | 2 bis 3 Zentimeter je Meter |
| Bitumenbahn | 2 Prozent | 3 Prozent | 2 bis 3 Zentimeter je Meter |
| PVC-Dachfolie | 2 Prozent | 2 bis 3 Prozent | 2 bis 3 Zentimeter je Meter |
| Trapezblech | 3 Prozent | 5 Prozent | 3 bis 5 Zentimeter je Meter |
| Kunststoff-Wellplatten | 5 Prozent | 7 Prozent | 5 bis 7 Zentimeter je Meter |
Ein Rechenbeispiel macht das greifbar. Ein Carport mit 5 Metern Dachlänge und 3 Prozent Gefälle braucht 15 Zentimeter Höhenunterschied zwischen First- und Traufseite. Erzeugt wird dieser Unterschied am einfachsten über unterschiedlich lange Pfosten, nicht über Keile auf der Pfette. Denken Sie beim Kürzen der niedrigen Pfosten daran, dass die lichte Durchfahrtshöhe an der niedrigen Seite gemessen wird.
Wie groß müssen Rinne und Fallrohr sein?
Die genaue Bemessung erfolgt nach DIN 1986-100 über die wirksame Niederschlagsfläche, die örtliche Berechnungsregenspende und den Abflussbeiwert. Bei dichten Dachflächen wird mit einem Abflussbeiwert von 1,0 gerechnet, es fließt also alles ab. Die Regenspende ist regional verschieden: Für das norddeutsche Tiefland werden etwa 200 bis 250 Liter je Sekunde und Hektar genannt, für Mittellagen 250 bis 300 und für niederschlagsreiche Regionen wie die Bayerischen Voralpen oder den Schwarzwald über 300.
Für ein Carportdach reichen in der Praxis die gängigen Faustwerte. Ein Fallrohr DN 80 entwässert danach etwa 50 bis 70 Quadratmeter Dachfläche, ein Fallrohr DN 100 bis rund 100 Quadratmeter. Ein typisches Carportdach mit 25 bis 35 Quadratmetern kommt also mit einem Fallrohr DN 80 aus. Wichtiger als die Nennweite ist bei kleinen Dächern die Frage, wohin das Wasser läuft.
MerkeVom Carportdach darf kein Regenwasser auf das Nachbargrundstück abgeleitet werden. Planen Sie Rinne, Fallrohr und Ableitung vor dem Aufbau, nicht danach. Viele Gemeinden verlangen die Versickerung auf dem eigenen Grundstück, etwa in eine Rigole oder eine Zisterne. Fragen Sie die Entwässerungssatzung ab, bevor Sie den Graben zuschütten.
In welcher Reihenfolge wird gebaut?

- Raster abstecken. Übertragen Sie die Pfostenachsen aus der Montageanleitung mit Schnurgerüst und Maßband auf das Grundstück. Prüfen Sie die Rechtwinkligkeit über die Diagonalen, beide müssen gleich lang sein.
- Löcher ausheben. Rund 40 mal 40 Zentimeter im Grundriss, 80 Zentimeter tief. Der Boden im Loch soll gewachsen und fest sein, aufgefüllter Boden wird ausgeräumt.
- Beton einbringen. Verfüllen Sie mit Beton C25/30 und verdichten Sie ihn gründlich durch Stochern, bis keine Blasen mehr kommen.
- Anker setzen. Setzen Sie die H-Anker in den noch weichen Beton, richten Sie sie nach Schnur und Wasserwaage aus und sichern Sie sie mit einer Querlatte gegen Kippen.
- Aushärten lassen. Warten Sie die Herstellerangabe ab. Zwei Tage sind fast immer zu wenig, bei Temperaturen unter 5 Grad Celsius dauert es deutlich länger.
- Pfosten stellen. Setzen Sie die Pfosten in die Anker, verschrauben oder verbolzen Sie sie und sichern Sie jeden Pfosten mit zwei schrägen Latten gegen Umfallen, bevor Sie den nächsten stellen.
- Pfetten auflegen. Legen Sie die Längspfetten auf, prüfen Sie die Waage über alle Auflager und verbinden Sie sie mit den in der Anleitung vorgesehenen Verbindern.
- Aussteifen. Setzen Sie die Kopfbänder oder Diagonalstreben ein. Ohne Aussteifung ist der Rahmen ein Parallelogramm und kippt unter Windlast seitlich weg.
- Sparren und Schalung. Sparren im vorgegebenen Abstand befestigen, danach die Schalung vollflächig verlegen und die Ränder mit Blechabschlüssen fassen.
- Abdichten und entwässern. Dichtbahn nach Herstellervorgabe verlegen, Anschlüsse und Kanten sauber ausbilden, Rinne mit Gefälle zum Fallrohr montieren.
Was gehört in Fachhände?
Drei Arbeiten sollten Sie nicht selbst machen. Die erste ist jede Elektroinstallation im Carport, also Beleuchtung, Steckdosen und besonders eine Wallbox. Arbeiten an der 230-Volt-Installation und deren Anmeldung beim Netzbetreiber sind einer Elektrofachkraft vorbehalten. Die zweite ist der statische Nachweis, wenn Sie vom Bausatz abweichen, das Dach begrünen wollen oder eine Photovoltaikanlage aufsetzen. Ein wassergesättigtes Gründach wiegt ein Vielfaches der trockenen Aufbauhöhe.
Die dritte ist das Aufrichten schwerer Leimbinder und langer Pfetten. Ein Binder für einen Doppelcarport wiegt schnell über 60 Kilogramm, muss in zweieinhalb Metern Höhe eingefädelt werden und lässt sich zu zweit nicht kontrolliert halten. Hier passieren die Unfälle. Wenn Sie ohnehin über eine Überdachung ohne Stellplatz nachdenken, lohnt der Vergleich mit dem Beitrag über den Terrassendach-Bausatz, weil dort andere Anschlussdetails an die Hauswand gelten.
Ein letzter Punkt zur Reihenfolge auf der Baustelle: Bringen Sie den Holzschutzanstrich an den Schnittkanten auf, bevor Sie das Bauteil einbauen. Nach der Montage kommen Sie an die Hirnholzflächen an den Pfostenköpfen und an den Sparrenenden nicht mehr heran, und genau dort saugt Holz das Wasser am schnellsten auf.
