Ein Holzcarport ist ein Bauteil, das jahrzehntelang im Freien steht und nie ganz trocken bleibt. Ob er 8 oder 30 Jahre hält, entscheidet sich an drei Punkten: der gewählten Holzart, der Art der Schutzbehandlung und vor allem daran, wie das Wasser vom Holz wegkommt. Der letzte Punkt ist der wichtigste und wird am häufigsten unterschätzt.

Zur Vorgeschichte gehören zwei andere Fragen. Ob Sie überhaupt eine Genehmigung brauchen und welche Grenzabstände gelten, klärt der Beitrag zu den fünf Punkten vor dem Carportbau. Wie Fundament, Pfostenanker und Dachaufbau ausgeführt werden, steht im Beitrag zum Carport bauen. Hier geht es allein um das Material.
Welche Holzart hält am längsten?
Die europäische Norm DIN EN 350 ordnet Holzarten nach ihrer natürlichen Dauerhaftigkeit gegenüber holzzerstörenden Pilzen in fünf Klassen ein. Klasse 1 bedeutet sehr dauerhaft, Klasse 5 nicht dauerhaft. Die Einstufung gilt für das Kernholz. Splintholz ist bei praktisch allen Arten anfällig und wird bei der Klassifizierung nicht mitgerechnet.
Für den Carportbau relevant sind vor allem Nadelhölzer. Fichte und Kiefer liegen in Klasse 4, also wenig dauerhaft. Lärche und Douglasie werden mit 3 bis 4 angegeben, also mäßig bis wenig dauerhaft. Eiche erreicht Klasse 2. Der Sprung von Fichte zu Lärche klingt gering, wirkt sich in der Praxis aber aus: In Freilandbeobachtungen werden für Fichte und Kiefer ungefähr 5 bis 10 Jahre genannt, für Douglasie und sibirische Lärche etwa 10 bis 15 Jahre und für Eiche 15 bis 25 Jahre. Diese Zahlen gelten für unbehandeltes Holz in ungünstiger Einbausituation und sind keine Zusage für Ihre Konstruktion.
| Holzart | Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350 | Einordnung | Typische Verwendung am Carport | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Fichte, Kiefer | 4 | wenig dauerhaft | Standardbauholz, meist kesseldruckimprägniert | ohne Imprägnierung nur unter Dach sinnvoll |
| Douglasie | 3 bis 4 | mäßig bis wenig dauerhaft | Pfosten, Balken, sichtbare Teile | nur das Kernholz ist dauerhafter |
| Lärche, sibirisch | 3 bis 4 | mäßig bis wenig dauerhaft | Verschalung, Blenden, Pfosten | neigt zum Harzaustritt |
| Eiche | 2 | dauerhaft | Pfosten in gehobenen Konstruktionen | Gerbsäure verfärbt verzinkten Stahl |
| Robinie | 1 bis 2 | sehr dauerhaft bis dauerhaft | selten, meist Sonderkonstruktionen | schwer zu beziehen, arbeitet stark |
Eine Anmerkung zur Eiche: Ihre Gerbsäure reagiert mit Eisen und mit verzinkten Oberflächen. An Schrauben und Beschlägen entstehen dunkle Laufspuren, und die Verbindungsmittel korrodieren schneller. Bei Eiche werden deshalb üblicherweise Edelstahlverbinder eingesetzt.
Was leistet Kesseldruckimprägnierung, und was leistet eine Lasur?
Bei der Kesseldruckimprägnierung wird das Holz in einem Druckkessel zuerst evakuiert und dann unter Druck mit einer wässrigen Schutzmittellösung durchtränkt. Dadurch dringt das Mittel mehrere Millimeter tief in die aufnahmefähigen Zellbereiche ein, statt nur auf der Oberfläche zu liegen. Je nach Verfahren und erreichter Eindringtiefe ist so behandeltes Holz für die Gebrauchsklassen bis 4 nach DIN EN 335 einsetzbar, also auch für Erdkontakt.
Eine Lasur oder ein Anstrich ist etwas grundlegend anderes. Sie liegt als Film auf der Oberfläche, schützt gegen UV-Strahlung und verzögert die Wasseraufnahme. Sie erhöht die Gebrauchsklasse nicht. Und sie hat eine unangenehme Eigenschaft: Ein geschlossener Film hält Feuchtigkeit, die von hinten oder über eine Rissstelle ins Holz gelangt ist, im Bauteil fest. Deshalb sind für freibewitterte Konstruktionen offenporige, dünnschichtige Lasuren üblich und deckende Lacke problematisch.
Wichtig ist außerdem: Jeder Schnitt, jede Bohrung und jede Nut nach der Imprägnierung öffnet unbehandeltes Holz. Solche Stellen müssen mit einem geeigneten Schnittstellenschutz nachbehandelt werden, sonst beginnt genau dort der Befall. Das gilt besonders für abgelängte Pfostenenden.
Kein Holzpfosten gehört in die Erde oder in den Beton. Ein einbetonierter Pfosten steht im Kontaktbereich dauerhaft feucht, weil sich in der Betontasche Wasser sammelt und nicht ablaufen kann. Auch kesseldruckimprägniertes Holz fault dort früher oder später durch, und zwar unsichtbar von innen, während die Oberfläche über dem Boden noch intakt aussieht. Verwenden Sie stattdessen verzinkte Pfostenträger, die den Pfostenfuß mit einem Abstand von mindestens einigen Zentimetern über die Betonoberfläche stellen und ihn von unten frei belüften. Der Träger selbst wird im Fundament verankert. Ein durchgefaulter Carportpfosten ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Standsicherheitsproblem: Bei Schneelast trägt die Konstruktion die Last über genau diese Fußpunkte ab. Wenn Sie an einem bestehenden Carport weiche Stellen am Pfostenfuß feststellen, lassen Sie die Konstruktion von einem Zimmereibetrieb prüfen.
Was gehört zum konstruktiven Holzschutz?
Konstruktiver Holzschutz meint alle baulichen Maßnahmen, die verhindern, dass Wasser ins Holz gelangt oder dort stehen bleibt. Er ist wirksamer als jedes Schutzmittel, weil er die Ursache angeht. Holzbauten, die konstruktiv richtig ausgeführt sind, erreichen deutlich längere Standzeiten als es die Dauerhaftigkeitsklasse allein erwarten ließe.
- Abstand zum Boden: Holzbauteile so anordnen, dass sie nicht im Spritzwasserbereich stehen. Ein Abstand von etwa 30 Zentimetern zur Geländeoberfläche wird häufig als Richtwert genannt.
- Hirnholz schützen: Die Stirnseiten saugen Wasser um ein Vielfaches schneller auf als die Längsflächen. Abdeckbleche, Schrägschnitte und Tropfkanten sind hier wirksamer als jeder Anstrich.
- Gefälle geben: Waagerechte Flächen sammeln Wasser. Obenliegende Balkenoberseiten anschrägen oder mit Blech abdecken.
- Belüftung sicherstellen: Zwischen Holz und Wand, Holz und Boden sowie zwischen Verschalungsbrettern muss Luft zirkulieren, damit die Konstruktion nach Regen abtrocknet.
- Dachüberstand: Ein Überstand hält Regen von den tragenden Teilen fern. Je größer der Überstand, desto trockener bleiben Pfosten und Kopfbänder.
- Keine Fallen bauen: Aufliegende Leisten, dichte Anschlüsse an Mauerwerk und zugestellte Ecken sind Stellen, an denen Nässe steht. Sie sind die typischen Schadensstellen bei älteren Carports.
- Verbindungsmittel: Bei Freibewitterung feuerverzinkte oder nichtrostende Schrauben und Beschläge verwenden. Verzinkte Bauteile in Kombination mit Eiche vermeiden.
Warum vergraut Holz, und ist das schlimm?
Das Vergrauen entsteht durch UV-Strahlung, die das Lignin an der Oberfläche abbaut, in Verbindung mit Regen, der die Abbauprodukte abwäscht. Zurück bleibt eine silbergraue Zelluloseschicht von wenigen Zehntelmillimetern Dicke. Die Festigkeit des Bauteils ist davon nicht betroffen. Wenn die Konstruktion nach Regen abtrocknen kann, ist Vergrauen ein rein optischer Vorgang.
Ungleichmäßig wird es dort, wo Teile der Fläche im Regen stehen und andere geschützt sind. Der Bereich unter dem Dachüberstand bleibt heller als die frei bewitterte Seite. Wer das nicht möchte, muss regelmäßig lasieren; wer damit leben kann, spart sich einen erheblichen Teil der Wartungsarbeit. Für Vorbereitung und Auftrag gelten dieselben Regeln wie beim Streichen von Holzfenstern, wo ebenfalls Hirnholz und Anschlüsse über die Haltbarkeit entscheiden. Vergrauungslasuren nehmen den Vorgang vorweg und sorgen für ein gleichmäßiges Erscheinungsbild von Anfang an.
Wie oft muss ein Holzcarport gewartet werden?
- Sichtprüfung jährlich. Im Frühjahr alle Pfostenfüße, Anschlüsse und Hirnholzenden ansehen. Suchen Sie nach dunklen Verfärbungen, weichen Stellen und stehendem Wasser.
- Druckprobe am Fuß. Mit einem Schraubendreher vorsichtig in den Pfostenfuß stechen. Dringt er leicht ein, ist das Holz dort geschädigt.
- Rinne und Ablauf reinigen. Laub und Moos entfernen. Eine verstopfte Rinne lässt Wasser über die Blende laufen und durchnässt genau die Bauteile, die trocken bleiben sollen.
- Verbindungen nachziehen. Holz arbeitet mit der Feuchte. Bolzen und Ankerschrauben nach dem ersten Jahr und danach alle paar Jahre kontrollieren.
- Oberfläche reinigen. Vor jedem Neuanstrich Algen, Staub und lose Reste entfernen. Kein Hochdruckreiniger auf kurze Distanz, er reißt die weichen Frühholzbereiche heraus.
- Lasur erneuern. Bei dünnschichtigen Lasuren im Freien nennen Hersteller häufig Intervalle von 2 bis 5 Jahren, bei Wetterseiten eher am kürzeren Ende. Prüfen Sie die Angabe des verwendeten Produkts.
- Schnittstellen nachbehandeln. Jede nachträgliche Bohrung oder Kürzung mit einem geeigneten Schnittstellenschutz behandeln, bevor das Bauteil wieder der Witterung ausgesetzt wird.
MerkeKesseldruckimprägniertes Holz ist an der grünlichen oder bräunlichen Färbung erkennbar und darf nicht im Hausmüll oder im offenen Feuer entsorgt werden. Beim Verbrennen können die enthaltenen Wirkstoffe freigesetzt werden. Reste und Verschnitt gehören auf den Wertstoffhof als behandeltes Altholz. Sägen Sie außerdem im Freien und mit Staubschutz, weil beim Zuschnitt Staub mit Schutzmittelanteilen entsteht.
Welche Querschnitte und Mengen sind üblich?
Ein Einzelcarport für einen Pkw hat üblicherweise eine Grundfläche um 3 mal 5 Meter, ein Doppelcarport etwa 6 mal 5 Meter. Für die Tragkonstruktion sind Pfostenquerschnitte von 9 mal 9 bis 12 mal 12 Zentimetern verbreitet, bei größeren Spannweiten auch mehr. Die tatsächlich nötigen Querschnitte hängen von Spannweite, Dachaufbau und der örtlichen Schneelastzone ab und stehen in der Statik des Bausatzes.
Genau dieser Punkt ist die Grenze zum Fachbetrieb. Schneelasten sind regional sehr unterschiedlich, und die Auflagerkräfte an den Pfostenfüßen sind bei einem Doppelcarport erheblich. Wenn Sie einen Bausatz kaufen, prüfen Sie, ob eine Statik für Ihre Schneelastzone beiliegt, und weichen Sie beim Aufbau nicht von den vorgegebenen Querschnitten und Verbindungsmitteln ab. Wenn Sie frei planen wollen, lassen Sie die Konstruktion von einem Tragwerksplaner oder einem Zimmereibetrieb bemessen.
