Ein Regal für Tonträger scheitert fast immer an derselben Stelle: Die DVD-Hüllen passen nicht in Fächer, die für CDs gebaut wurden. Der Unterschied beträgt 65 Millimeter in der Höhe, und das entscheidet darüber, ob eine Sammlung geordnet steht oder in Stapeln auf dem Boden landet.
Vor dem Kauf lohnen deshalb fünf Minuten mit dem Zollstock. Messen Sie nicht das Regal, sondern das, was hineinsoll. Aus den Hüllenmaßen folgt alles Weitere: Fachhöhe, Fachtiefe, Anzahl der Böden und die Last, die das Möbel tragen muss.
Welche Maße haben CD-, DVD- und Blu-ray-Hüllen?

Die drei gängigen Formate unterscheiden sich in allen drei Achsen. Beim Einsortieren steht die Hülle mit dem Rücken nach vorn. Die Breite der Hülle wird damit zur benötigten Fachtiefe, die Höhe zur benötigten Fachhöhe und die Dicke bestimmt, wie viele Titel auf einen Meter passen.
| Hüllenart | Breite | Höhe | Dicke | Benötigte Fachhöhe |
|---|---|---|---|---|
| CD Jewelcase | 142 mm | 125 mm | 10 mm | ab 13 cm |
| CD Slimcase | 142 mm | 125 mm | 5 mm | ab 13 cm |
| Super Jewel Box | 142,2 mm | 124,6 mm | 10,4 mm | ab 13 cm |
| Digipak (1 CD) | 138 mm | 125,5 mm | 7 mm | ab 13 cm |
| DVD Keep Case (Amaray) | 135 mm | 190 mm | 14 mm | ab 20 cm |
| Blu-ray Case | etwa 135 mm | etwa 170 mm | 6 bis 11 mm | ab 18 cm |
Die Fachhöhe enthält jeweils einen Zuschlag von rund 5 bis 10 Millimetern, damit sich eine Hülle greifen und herausziehen lässt. Ohne diesen Zuschlag klemmt jede zweite Hülle.
Bei der Tiefe verhält es sich umgekehrt. Eine CD-Hülle ist mit 142 Millimetern breiter als eine DVD-Hülle mit 135 Millimetern. Ein Fach mit 15 Zentimetern Tiefe nimmt alle drei Formate auf. Tiefere Böden sind nicht falsch, aber dann verschwinden Hüllen nach hinten, sofern keine Rückwand oder Anschlagleiste vorhanden ist.
MerkeWenn Sie CDs, DVDs und Blu-rays gemischt unterbringen wollen, planen Sie mit 20 Zentimetern lichter Fachhöhe und 15 Zentimetern Tiefe. Sie verlieren dabei etwas Volumen bei den CDs, sparen sich aber ein zweites Möbel. Verstellbare Böden mit Lochreihe im Raster von 32 Millimetern sind hier die flexiblere Lösung als fest verleimte Fächer.
Wie viel wiegt eine Sammlung pro laufendem Meter?
Diese Frage entscheidet, ob ein Regalboden durchhängt. Die folgenden Werte sind aus Hüllendicke und typischem Stückgewicht gerechnet, nicht gemessen. Sie geben die Größenordnung an, keine Prüfwerte.
| Format | Stück je laufendem Meter | Gewicht je Stück mit Hülle | Rechnerische Last je Meter |
|---|---|---|---|
| CD im Jewelcase | etwa 100 | rund 80 bis 100 g | etwa 8 bis 10 kg |
| CD im Slimcase | etwa 200 | rund 40 bis 50 g | etwa 8 bis 10 kg |
| DVD im Keep Case | etwa 71 | rund 110 g | etwa 8 kg |
| Blu-ray | etwa 90 | rund 140 g | etwa 12 kg |
Acht bis zwölf Kilogramm auf einem Meter klingen harmlos. Bei einem Regalboden aus 16 Millimetern Spanplatte ohne Mittelstütze reicht das aber, um über Jahre eine sichtbare Durchbiegung zu erzeugen. Die Faustregel lautet: Ab 80 Zentimetern freier Stützweite gehört bei Spanplatte eine Mittelwand oder eine Verstärkungsleiste dazu. Bei Massivholz oder Multiplex mit 18 bis 19 Millimetern Stärke sind größere Spannweiten möglich.
Prüfen Sie beim Kauf die Herstellerangabe zur Traglast je Fachboden. Steht dort kein Wert, ist das Möbel für den Zweck nicht ausgelegt oder der Hersteller macht keine Zusage. Eine leere Auszeichnung ersetzt keine Angabe in Kilogramm.
Welche Bauart passt zu welcher Sammlung?

- Schmales Standregal: Typisch 20 bis 25 Zentimeter tief, 90 bis 110 Zentimeter breit, bis etwa 180 Zentimeter hoch. Nutzt Nischen neben Türen und Heizkörpern.
- Wandregal: Spart Stellfläche und lässt den Boden frei. Es hängt und fällt mit der Befestigung, weil die Last dauerhaft an der Wand zieht.
- Turm oder Säule: Dreh- oder feststehend, meist für 100 bis 300 Titel. Kippgefährdet, sobald oben mehr steht als unten.
- Würfel- und Rastersystem: Erweiterbar, meist 33 bis 36 Zentimeter je Fach. Für CDs verschenkt es Höhe, für DVDs passt es gut.
- Raumteiler: Beidseitig zugänglich, braucht mindestens 30 Zentimeter Tiefe und muss zwingend an Decke oder Boden fixiert werden.
- Sideboard mit Türen: Schützt vor Licht und Staub, dafür ist der Zugriff langsamer.
Wenn Sie ohnehin bereits Bücher an derselben Wand stehen haben, ist ein einheitliches System sinnvoller als ein Extramöbel. Die Auswahlkriterien dafür stehen im Ratgeber zu Bücherregalen, die dort genannten Spannweiten und Bodenstärken gelten auch für Tonträger.
Wo sollte das Regal stehen?
Optische Datenträger altern. Die Spanne reicht von wenigen Jahren bis zu mehreren Jahrzehnten, unter Idealbedingungen nennen Hersteller bis zu 100 Jahre. Selbstgebrannte Rohlinge sind dabei deutlich empfindlicher als gepresste Scheiben, weil ihre Farbstoffschicht durch UV-Licht direkt zerstört wird.
- Kein direktes Sonnenlicht: UV-Strahlung zerstört die Farbstoffschicht von Rohlingen, außerdem erwärmt sich die Reflexionsschicht und zersetzt sich chemisch.
- Temperatur um 20 Grad: Konstant ist wichtiger als kalt. Temperaturwechsel belasten den Schichtaufbau.
- Luftfeuchtigkeit 40 bis 60 Prozent: Zu hohe Feuchte kann in die Speicherschicht eindringen und sie korrodieren lassen.
- Nicht über der Heizung: Der aufsteigende Warmluftstrom trocknet Booklets aus und lässt Hüllen verziehen.
- Nicht im feuchten Keller: Auch geschlossene Hüllen halten Feuchtigkeit nicht dauerhaft ab.
- Senkrecht lagern: Stehende Hüllen verhindern, dass sich Scheiben unter dem Eigengewicht eines Stapels verziehen.
Ein Fenster nach Süden ist der ungünstigste Platz. Wenn die Wand feststeht und Sonne unvermeidbar ist, hilft ein Sideboard mit Türen mehr als jedes offene Regal. Verschmutzte Scheiben werden nicht durch das Regal besser, dazu passt der Beitrag zum Reinigen von CDs.
So planen Sie Kauf und Aufbau in sechs Schritten
- Bestand zählen. Notieren Sie getrennt, wie viele CDs, DVDs und Blu-rays Sie haben. Rechnen Sie 20 Prozent Reserve dazu.
- Meter berechnen. Teilen Sie die Stückzahl durch 100 bei CDs, durch 71 bei DVDs und durch 90 bei Blu-rays. Das Ergebnis ist die benötigte Regallänge in Metern.
- Stellfläche messen. Breite, Höhe und Tiefe des vorgesehenen Platzes aufnehmen, dabei Sockelleisten, Fensterbänke und Steckdosen berücksichtigen.
- Fachmaße abgleichen. Lichte Fachhöhe ab 20 Zentimetern und Tiefe ab 15 Zentimetern, wenn alle Formate zusammen stehen sollen.
- Traglast prüfen. Herstellerangabe je Fachboden mit der berechneten Last vergleichen und bei Spanplatte ab 80 Zentimetern Spannweite eine Mittelstütze einplanen.
- Kippsicherung montieren. Jedes Regal ab etwa 80 Zentimetern Höhe an der Wand befestigen, mit einem zur Wand passenden Dübel.
Kippsicherung ist keine Option. Schmale, hohe Tonträgerregale haben eine geringe Standtiefe und kippen bereits, wenn ein Kind sich an einem oberen Fach hochzieht. Befestigen Sie das Möbel mit dem mitgelieferten Winkel an der Wand. In Gipskartonwänden brauchen Sie Hohlraumdübel, in Porenbeton spezielle Porenbetondübel, in Vollziegel oder Beton reicht ein Kunststoffdübel mit passender Schraube. Bohren Sie niemals blind: Leitungen verlaufen senkrecht über Schaltern und Steckdosen sowie waagerecht etwa 30 Zentimeter unter der Decke.
Wandmontage: worauf es ankommt
Ein hängendes Regal überträgt die gesamte Last auf wenige Befestigungspunkte. Dabei wirkt nicht nur Gewicht nach unten, sondern auch ein Kippmoment nach vorn, das mit der Regaltiefe wächst. Bei 15 Zentimetern Tiefe ist dieses Moment gering, bei 30 Zentimetern deutlich größer.
Der Dübel muss zum Baustoff passen, nicht zur Schraube. Ein Universaldübel in Gipskarton trägt einen Bruchteil dessen, was er in Beton hält. Angaben zur Tragfähigkeit findet man auf der Verpackung, sie gelten aber für einwandfreie Bohrlöcher und den vorgesehenen Baustoff. Rechnen Sie bei mehreren Befestigungspunkten nicht einfach die Einzelwerte zusammen, sondern planen Sie eine Reserve ein. Die vollständige Vorgehensweise mit Bohrerdurchmessern, Dübelwahl und Ausrichtung beschreibt die Anleitung, wie man ein Wandregal für Bücher installiert. Sie gilt für Tonträger unverändert, weil die Lasten in derselben Größenordnung liegen.
Ordnung im Regal: welches System trägt
Die Sortierung entscheidet darüber, ob das Regal nach zwei Jahren noch benutzt wird. Bewährt haben sich drei Systeme, die sich nicht mischen lassen.
- Alphabetisch nach Interpret oder Titel: Am schnellsten beim Suchen, erfordert aber Nachrücken beim Einsortieren.
- Nach Genre, darin alphabetisch: Sinnvoll ab etwa 300 Titeln, weil die Blöcke sonst zu klein werden.
- Nach Erscheinungsjahr: Nur für Sammler sinnvoll, im Alltag findet man nichts wieder.
Lassen Sie in jedem Fach etwa eine Handbreit frei, damit Neuzugänge Platz finden, ohne dass Sie die gesamte Sammlung umräumen müssen. Trennstege oder gekantete Metallwinkel halten angebrochene Reihen aufrecht, sonst kippen die Hüllen und verkanten sich.
Messen Sie vor der Bestellung ein einzelnes Exemplar jedes Formats aus Ihrer eigenen Sammlung nach. Sondereditionen, Digipaks und Boxsets weichen von den Standardmaßen ab und brauchen häufig ein eigenes Fach.
