Schiebetür und Falttür lösen dasselbe Problem: Eine Drehtür braucht einen Schwenkbereich, den kleine Räume nicht hergeben. Die beiden Bauarten kaufen diesen Platz allerdings mit ganz unterschiedlichen Nachteilen ein. Die Schiebetür braucht freie Wand daneben, die Falttür frisst Durchgangsbreite. Diese Anleitung rechnet beides durch und geht dann die Montage Schritt für Schritt an.

Schiebetür oder Falttür: Was passt in welchen Raum?
| Bauart | Platzbedarf | Durchgangsbreite | Schallschutz | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| Schiebetür vor der Wand | freie Wand neben der Öffnung, etwa Türblattbreite | volle Öffnung nutzbar | gering, Tür liegt nicht an | Küche zum Wohnraum, Ankleide |
| Schiebetür in der Wandtasche | Hohlraum in der Wand nötig | volle Öffnung nutzbar | gering bis mittel | Neubau, Trockenbauwand |
| Falttür aus Lamellen | kaum Platz nötig | Paket steht in der Öffnung | sehr gering, oben und unten offen | Abstellraum, Nische, Hauswirtschaft |
| Faltschiebetür aus Holz | schmales Paket seitlich | leicht reduziert | gering bis mittel | Raumteilung im Wohnbereich |
Der praktische Unterschied ist schnell erklärt. Eine vor der Wand laufende Schiebetür gibt die Öffnung vollständig frei, wenn sie offen steht. Dafür brauchen Sie daneben eine freie Wandfläche in ungefähr der Breite des Türblatts, und dort dürfen weder Lichtschalter noch Heizkörper noch ein Bilderrahmen sitzen. Eine Falttür kommt fast ohne Platzbedarf aus, aber das zusammengefaltete Lamellenpaket bleibt in der Öffnung stehen. Bei einer 80 Zentimeter breiten Öffnung geht davon spürbar Durchgang verloren, was mit Wäschekorb oder Kinderwagen auffällt.
Welche Maße brauchen Sie für eine Schiebetür?
Drei Rechnungen genügen. Erstens die Breite des Türblatts: Öffnungsbreite plus 60 bis 80 Millimeter Überdeckung je Seite. Bei einer lichten Öffnung von 900 Millimetern landen Sie damit bei einem Türblatt von 960 bis 980 Millimetern. Die Überdeckung sorgt dafür, dass an den Seiten kein Spalt offen bleibt. Zweitens die Höhe: Öffnungshöhe minus 10 bis 15 Millimeter Bodenabstand, damit das Blatt nicht auf dem Bodenbelag schleift. Drittens die Schiene: Sie braucht etwa die doppelte Türblattbreite, weil das Blatt im geöffneten Zustand vollständig neben der Öffnung stehen muss.
Messen Sie die Öffnung an mehreren Stellen und rechnen Sie mit dem größten Wert für die Breite und dem kleinsten für die Höhe. Prüfen Sie außerdem den Bodenbelag im gesamten Fahrweg. Ein Teppich, eine Türschwelle oder eine erhöhte Fliesenkante an einer Stelle des Wegs bestimmt den nötigen Bodenabstand, nicht der Belag direkt unter der geschlossenen Tür.
MerkeWiegen Sie das Türblatt, bevor Sie den Beschlag bestellen. Übliche Sätze mit zwei Laufwagen sind für Türblätter bis rund 80 Kilogramm ausgelegt, verstärkte Ausführungen tragen etwa 120 Kilogramm. Ein Massivholzblatt oder eine Glastür erreicht diese Werte schneller, als es aussieht.
Wie montieren Sie Laufschiene und Bodenführung?
- Untergrund prüfen. Suchen Sie die Wand über der Öffnung mit dem Leitungssucher ab und klopfen Sie sie ab. Sie müssen wissen, ob Sie in Mauerwerk, Beton oder eine Ständerwand bohren, bevor Sie den ersten Punkt setzen.
- Höhe der Schiene anreißen. Rechnen Sie Türblatthöhe plus Bodenabstand plus die Bauhöhe des Laufwagens zusammen. Reißen Sie diese Linie mit der Schlagschnur an und kontrollieren Sie sie mit der Wasserwaage über die gesamte Länge.
- Schiene vorbereiten. Setzen Sie die Schiene zusammen und kürzen Sie sie bei Bedarf mit einer feinzahnigen Metallsäge. Entgraten Sie die Schnittkante, sonst läuft der Laufwagen an dieser Stelle rau.
- Schiene befestigen. Montieren Sie zu zweit zuerst die beiden äußeren Befestigungspunkte, danach den Punkt über der Öffnung. Ziehen Sie alle Schrauben erst fest, wenn die Schiene über die volle Länge waagerecht steht.
- Laufwagen einsetzen und Tür einhängen. Schieben Sie die Laufwagen ein, setzen Sie die Endanschläge und hängen Sie das Türblatt ein. Sichern Sie die Anschläge sofort, ein herausfahrendes Blatt fällt unkontrolliert.
- Höhe feinjustieren. Stellen Sie den Abstand zum Boden über die Madenschrauben an den Laufwagen ein. Prüfen Sie die Fuge oben und unten über die gesamte Breite, sie muss gleichmäßig sein.
- Bodenführung setzen. Markieren Sie die Position je nach Öffnungsrichtung, bohren Sie, setzen Sie die Dübel und schrauben Sie die Führung fest. Kleben Sie die Filzstreifen in die Nut ein.
- Probelauf und Nachjustage. Fahren Sie die Tür mehrfach vollständig auf und zu. Sie muss geführt laufen, ohne zu schleifen. Justieren Sie bei Bedarf erneut an den Laufwagen und nicht an der Bodenführung nach.
Was hält die Wand über der Öffnung aus?
Die Laufschiene trägt das gesamte Türgewicht an wenigen Punkten, und dieses Gewicht hängt dauerhaft daran. Genau darauf muss der Untergrund ausgelegt sein. Welcher Dübeltyp in welches Material gehört, steht im Ratgeber welchen Dübel für welche Wand. Für die Schiebetür kommen diese Besonderheiten hinzu:
- Beton und Vollziegel: unproblematisch, Standardanker halten. Achten Sie darauf, den Sturz nicht am äußersten Rand zu treffen, sondern mit ausreichendem Randabstand.
- Hochlochziegel: ohne Schlagwerk bohren. Nutzen Sie lange Dübel oder Injektionsmörtel mit Siebhülse, weil ein Spreizdübel die Stege sprengt.
- Gipskartonwand: Hohlraumdübel allein reichen für ein schweres Türblatt nicht. Verschrauben Sie in das Ständerprofil oder montieren Sie eine durchgehende Holztraverse hinter der Beplankung, auf der die Schiene aufliegt.
- Trockenbau mit Wandtasche: Hier arbeiten Systeme mit einer selbsttragenden Traverse und einer entnehmbaren Laufschiene. Gängige Bausätze führen Schienenlängen von 2.000 Millimetern für einflügelige und 3.600 Millimetern für zweiflügelige Anlagen.
- Alte Putzschichten: Dicker, hohl klingender Putz überbrückt Ihren Dübel. Bohren Sie tief genug, damit der Dübel vollständig im tragenden Material sitzt und nicht in der Putzschicht spreizt.
Wie bauen Sie eine Falttür ein?
Eine Lamellenfalttür ist in ein bis zwei Stunden montiert und braucht wenig Werkzeug. Im Lieferumfang liegen in der Regel drei Profile: die Lauf- oder Gleitschiene für oben, die Schlossschiene für die Schließseite und die Anschlagschiene für die gegenüberliegende Zargenseite. Alle drei werden auf das lichte Maß gekürzt, am saubersten mit Gehrungslade und Metallbügelsäge. Schleifen Sie danach jede Schnittkante mit Schleifpapier ab.
Die Reihenfolge ist immer gleich: Öffnung ausmessen, Schienen kürzen, Gleiter an die Lamellen schrauben, Stopper einsetzen, Befestigungsclips an Wand oder Zarge anbringen, Gleiter leicht fetten und die Lamellen einhängen. Der Stopper ist kein optionales Teil, er verhindert, dass das Paket aus der Schiene läuft.
Achtung, keine Raumtrennung im bauphysikalischen Sinn. Harmonikafalttüren schließen oben und unten nicht dicht ab. Sie halten weder Schall noch Gerüche noch Feuchtigkeit zurück und gehören ausschließlich in den Innenbereich. Für ein Bad, ein Schlafzimmer an einer lauten Straße oder eine Küche mit offener Kochstelle ist diese Bauart die falsche Wahl.
Wenn eine bestehende Schiebetür ruckelt, springt oder schleift, ist selten die Montage schuld, sondern verschmutzte Laufrollen oder eine verstellte Führung. Die häufigsten Ursachen und ihre Behebung stehen im Beitrag zur Reparatur beschädigter Schiebetüren. Geht es Ihnen weniger um eine Tür als um eine flexible Zonierung des Raums, sind flächige Systeme oft praktischer; die Möglichkeiten dazu beschreibt der Beitrag Trennwand oder Raumteiler im Wohnbereich montieren.
Kontrollieren Sie nach den ersten vier Wochen alle Schrauben der Laufschiene noch einmal nach. Das Türgewicht setzt sich in dieser Zeit, und eine nachgezogene Schiene läuft wieder geräuschlos.
