Eine ausgediente Glühlampe ist innen hohl, außen glatt und lässt Licht durch. Als kleine Vase ist sie deshalb naheliegend. Der Bauschritt, der darüber entscheidet, ob das Projekt harmlos oder gefährlich wird, kommt allerdings ganz am Anfang: Sie müssen wissen, welche Art Lampe Sie in der Hand halten. Bei einer Sorte ist Öffnen ausgeschlossen.

Welche Lampe dürfen Sie öffnen?
Die klassische Glühlampe enthält einen Wolframdraht in einer Schutzgasfüllung, dazu Glas, etwas Metall und Glaseinschmelzungen im Hals. Kein Quecksilber, keine Elektronik. Genau deshalb darf sie in den Restmüll und deshalb lässt sie sich gefahrlos entkernen. Dasselbe gilt für Halogenlampen, die technisch verwandt sind.
Energiesparlampen sind Gasentladungslampen und funktionieren völlig anders. Sie brauchen Quecksilber, um überhaupt Licht zu erzeugen. In einer Untersuchung des Umweltbundesamts an Lampen europäischer Markenhersteller waren 2 oder 5 Milligramm Quecksilber enthalten. LED-Lampen enthalten kein Quecksilber, dafür Elektronik und gehören als Elektroaltgerät in die getrennte Sammlung.
| Lampentyp | Erkennungsmerkmal | Inhalt | Öffnen | Entsorgung |
|---|---|---|---|---|
| Glühlampe | runder oder birnenförmiger Klarglaskolben, sichtbarer Glühdraht | Wolframdraht, Schutzgas | möglich | Restmüll |
| Halogenlampe | kleiner Brenner im Kolben, oft Stiftsockel | Wolframdraht, Halogengas | möglich, Brenner ist scharfkantig | Restmüll |
| Energiesparlampe | gewendelte oder mehrfach gebogene Röhre, weiß beschichtet | 2 bis 5 Milligramm Quecksilber | niemals | Sammelstelle nach ElektroG |
| Leuchtstoffröhre | gerade Röhre, weiß beschichtet | Quecksilber | niemals | Sammelstelle nach ElektroG |
| LED-Lampe | Kühlkörper, milchige Kuppel, keine Wendel | Elektronik, Leuchtdioden | sinnlos, Kolben ist meist gefüllt | Elektroaltgerät nach ElektroG |
Energiesparlampen niemals öffnen oder zerschlagen. Sie enthalten 2 bis 5 Milligramm Quecksilber. Unmittelbar nach einem Bruch kann die Belastung der Raumluft um das 20-fache über dem Innenraumrichtwert von 0,35 Mikrogramm je Kubikmeter liegen, und ohne Lüften können gesundheitlich relevante Konzentrationen mehrere Stunden, im ungünstigsten Fall bis zu zwei Tage bestehen bleiben. Wenn eine Energiesparlampe zerbricht: Raum sofort verlassen, Fenster weit öffnen und 15 Minuten gründlich lüften. Kinder und Schwangere halten sich fern. Nehmen Sie die Bruchstücke danach bei weiter geöffnetem Fenster mit einem feuchten Papiertuch auf, nicht mit dem Staubsauger, und geben Sie alles in ein verschließbares Glas. Die Reste gehören zur Schadstoffsammelstelle.
Wie viel fasst eine Glühbirnenvase und wie steht sie?
Der verbreitete Kolben der Bauform A60 hat rund 60 Millimeter Durchmesser und etwa 105 Millimeter Gesamtlänge mit Sockel. Nach dem Entkernen fasst er rund 80 bis 100 Milliliter Wasser. Voll gefüllt wiegt die Vase damit rund 130 bis 150 Gramm, wovon der Glaskolben selbst 30 bis 50 Gramm ausmacht.
Das eigentliche Problem ist nicht das Gewicht, sondern die Form. Ein runder Kolben hat keine Standfläche. Er rollt, sobald er angestoßen wird, und ein umkippender Glaskörper mit Wasser und Glasbruchkante ist eine unangenehme Kombination. Der Standfuß ist deshalb kein Zubehör, sondern Teil der Konstruktion.
- Drahtgestell: Aluminium- oder Kupferdraht mit 2 bis 3 Millimeter, zu einem Dreifuß gebogen. Schnell gebaut, leicht, kippt bei Zug am Blumenstiel trotzdem.
- Holzsockel mit Mulde: Ein Klotz aus 60 mal 60 mal 25 Millimeter, mit einem 35-Millimeter-Forstnerbohrer 10 Millimeter tief ausgefräst. Die stabilste Lösung.
- Betonfuß: Ein kleiner Betonkörper gibt Masse und damit Standfestigkeit. Wie man solche Kleinteile gießt, beschreibt der Beitrag über den Kerzenhalter aus Beton.
- Hängend statt stehend: Ein Draht um das Sockelgewinde macht die Vase zur Hängevase. Damit entfällt die Standfrage vollständig.
- Sandbett: Eine flache Schale mit 2 Zentimeter Sand nimmt mehrere Kolben auf und sieht ordentlich aus. Sand ist außerdem schwer genug, um Zug am Stiel abzufangen.
- Nicht auf Fensterbänke stellen: Kippende Glasgefäße an Fensterbänken über Heizkörpern sind ein bekannter Verletzungsfall. Wählen Sie eine Fläche mit Rand.
Was brauchen Sie und wie lange dauert es?

| Position | Maß und Menge | Kosten |
|---|---|---|
| Glühlampe | Bauform A60, E27, klar | 0 Euro aus dem Altbestand |
| Schutzbrille | Bügelbrille nach EN 166 | 6 bis 15 Euro |
| Schnittfeste Handschuhe | Schnittschutzstufe B oder höher | 8 bis 20 Euro |
| Spitzzange und Seitenschneider | Standardgrößen | 10 bis 25 Euro |
| Schlitzschraubendreher | Klingenbreite 4 bis 5 Millimeter | 3 bis 8 Euro |
| Rundfeile oder Schleifpapier | Körnung 240 bis 400, nass verwendbar | 3 bis 6 Euro |
| Draht für den Standfuß | 2 bis 3 Millimeter, rund 40 Zentimeter je Vase | 3 bis 8 Euro |
Dazu Küchenpapier oder Karton als Unterlage und ein verschließbares Gefäß für die Glasreste. Rechnen Sie mit 20 bis 30 Minuten je Lampe beim ersten Mal, danach mit 10 bis 15 Minuten. Die Materialkosten liegen bei null, wenn Werkzeug und Schutzausrüstung vorhanden sind. Sind sie es nicht, kostet die erste Vase rund 35 bis 70 Euro, und danach jede weitere nichts.
Wie höhlen Sie die Glühbirne Schritt für Schritt aus?
- Lampentyp sicher bestimmen. Prüfen Sie, ob ein Glühdraht sichtbar ist und der Kolben klar oder nur mattiert wirkt. Bei jeder gewendelten Röhre und jeder weiß beschichteten Lampe brechen Sie ab, das ist eine Energiesparlampe.
- Arbeitsplatz vorbereiten. Decken Sie die Fläche mit Karton oder mehreren Lagen Küchenpapier ab und stellen Sie ein verschließbares Glas für die Scherben bereit. Räumen Sie Essen und Getränke weg.
- Schutzausrüstung anlegen. Schutzbrille und schnittfeste Handschuhe sind hier keine Formalität. Die Glaseinschmelzung im Hals splittert, und die Splitter fliegen nach oben.
- Lampe einwickeln. Schlagen Sie den Kolben in ein doppelt gefaltetes Küchentuch ein. Damit halten Sie ihn sicher und fangen Splitter ab, falls das Glas doch bricht.
- Fußkontakt entfernen. Fassen Sie den mittigen Lötpunkt am Ende des Gewindes mit der Spitzzange und brechen Sie ihn heraus. Er sitzt in einer schwarzen Isoliermasse.
- Isoliermasse aufbrechen. Brechen Sie die schwarze Masse mit dem Schraubendreher vorsichtig auf. Arbeiten Sie drehend statt hebelnd, sonst reißen Sie das Gewinde ab.
- Glasrohr durchstoßen. Unter der Isoliermasse liegt ein dünnes Glasrohr. Stoßen Sie es mit dem Schraubendreher durch, dann ist der Weg in den Kolben frei.
- Innenleben herausholen. Brechen Sie die Halterung mit dem Glühdraht ab und schütteln Sie alle Teile heraus. Klopfen Sie den Kolben mehrfach mit der Öffnung nach unten aus, bis nichts mehr rasselt.
- Kante entschärfen. Fahren Sie mit der Rundfeile oder mit nassem Schleifpapier über die Innenkante des Halses. Hier schneiden Sie sich später beim Befüllen, wenn Sie diesen Schritt auslassen.
- Ausspülen und prüfen. Spülen Sie den Kolben mit warmem Wasser aus und halten Sie ihn gegen das Licht. Verbliebene Splitter sehen Sie so sofort.
- Standfuß bauen. Biegen Sie den Draht zu einem Dreifuß mit rund 6 Zentimeter Auflagedurchmesser oder setzen Sie den Kolben in einen gebohrten Holzklotz. Testen Sie mit gefüllter Vase, ob sie einem seitlichen Stoß standhält.
- Befüllen. Gießen Sie das Wasser mit einer kleinen Kanne oder einer Spritze ein, nicht aus dem Wasserhahn. Der Hals hat weniger als 20 Millimeter Öffnung.
MerkeSammeln Sie alle Glasreste, den Glühdraht und die Isoliermasse in einem verschließbaren Glas und geben Sie es geschlossen in den Restmüll. Lose Splitter in der Mülltüte schneiden beim Herausnehmen durch den Beutel und verletzen die Person, die den Müll trägt. Fegen Sie den Arbeitsplatz danach ab und wischen Sie mit einem feuchten Tuch nach, weil feine Splitter beim Fegen liegenbleiben.
Was können Sie hineinstellen und was nicht?
Eine Glühbirnenvase hat keinen Wasserablauf und lässt sich auch nicht mit einem versehen, ohne das Glas zu zerstören. Damit ist die Verwendung klar begrenzt: Schnittblumen und Wasserstecklinge funktionieren, Erde und bewurzelte Pflanzen nicht. In einem geschlossenen Gefäß ohne Ablauf steht jede Topfpflanze im Wasser, die Wurzeln bekommen keinen Sauerstoff und faulen. Sukkulenten in Glühbirnen sind zwar ein beliebtes Motiv, aber sie halten in dauerfeuchtem Substrat nur wenige Wochen durch.
Gut geeignet sind einzelne kurze Stiele: Ranunkel, Freesie, kleine Rosen, Gräser, ein Zweig Efeu. Für Wasserstecklinge ist der Kolben sogar ideal, weil Sie die Wurzelbildung durch das Glas beobachten können. Efeutute, Tradescantia, Buntnessel und Minze bewurzeln in 2 bis 4 Wochen im Wasser. Wechseln Sie das Wasser alle 3 bis 4 Tage, sonst kippt es.
Wer bewurzelte Pflanzen in ein Gefäß ohne Loch setzen will, braucht ein Gefäß, in das sich ein Loch bohren lässt. Wie das bei Keramik funktioniert und welche Arten mit dauerfeuchtem Substrat zurechtkommen, steht im Beitrag über die Blumenampel aus alten Tassen.
Wie halten Sie das Glas klar?
Der Kolben ist innen kaum erreichbar, denn die Halsöffnung liegt unter 20 Millimeter. Eine Flaschenbürste passt nicht hinein. Was funktioniert, ist mechanisch von innen: eine Handvoll Reis oder grober Sand, etwas warmes Wasser mit Spülmittel, Öffnung mit dem Daumen verschließen und kräftig schütteln. Der Reis schleift den Belag ab, ohne das Glas zu zerkratzen.
Gegen Kalkränder aus hartem Leitungswasser hilft Säure. Füllen Sie den Kolben mit verdünnter Zitronen- oder Essigsäure, lassen Sie sie 30 Minuten stehen und spülen Sie gründlich nach. Weitere Verfahren für hartnäckige Beläge auf Glas stehen im Beitrag über das Entfernen von Flecken auf Glas.
Ein letzter praktischer Hinweis zum Nachschub: Klassische Glühlampen werden in der EU seit Jahren nicht mehr für die allgemeine Beleuchtung verkauft, und LED-Lampen lassen sich nicht sinnvoll entkernen. Ihr Vorrat ist damit endlich und besteht aus dem, was noch in Kellern und Schubladen liegt. Fragen Sie im Bekanntenkreis nach ausgebrannten Exemplaren, bevor Sie funktionierende Lampen ausschrauben.
