Der Vorschlag klingt naheliegend: Aus einem ausgemusterten Bettgestell wird eine Gartenschaukel, das Kopfteil gibt die Lehne, der Rahmen die Sitzfläche, dazu vier Ketten und fertig. Das Ergebnis sieht auf Fotos gut aus. Konstruktiv ist es der heikelste Umbau dieser Projektgruppe, weil Menschen darauf sitzen und schwingen.
Deshalb steht am Anfang eine klare Trennung. Ein Bettgestell darf in diesem Projekt die Sitzfläche und die Rückenlehne bilden. Es darf nicht die Lastkette bilden, an der die Schaukel hängt. Wer das vermischt, verlässt sich auf Bauteile, die für einen ganz anderen Zweck gebaut wurden.
Warum ist ein Bettgestell keine Schaukelkonstruktion?
Ein Bettrahmen trägt eine Matratze und darauf eine ruhende Person. Die Last drückt senkrecht nach unten auf Seitenteile und Mittelträger. Die Verbindungen zwischen Kopfteil, Seitenteil und Fußteil sind meist Beschläge oder Steckverbinder, die auf Druck und auf Lagesicherung ausgelegt sind. Zug in Längsrichtung nehmen sie kaum auf.
Eine Schaukel dreht diese Verhältnisse um. An den vier Aufhängepunkten wirkt Zug nach oben, in der Mitte drückt die Last nach unten. Der Rahmen wird also auf Biegung mit wechselnder Richtung beansprucht, und das bei jeder Schwingung erneut. Hinzu kommt der Faktor Dynamik.
Beim Durchschwingen durch den tiefsten Punkt wirkt an den Seilen mehr als das Ruhegewicht. Rechnerisch ergibt sich bei einer Auslenkung von 60 Grad aus der Senkrechten die etwa doppelte, bei 90 Grad die etwa dreifache Kraft. Eine Person mit 70 Kilogramm belastet die Aufhängung also kurzzeitig mit einer Größenordnung von 140 bis 210 Kilogramm. Wer zwei Kinder gleichzeitig auf eine Hängebank setzt und kräftig anschubst, kommt schnell in Bereiche, für die eine Bettbeschlagverbindung nie gedacht war.
Die Lastkette ist so stark wie ihr schwächstes Glied. Anbieter von Schaukelhaken aus Edelstahl geben Traglasten bis 200 Kilogramm je Haken an, einzelne Modelle deutlich mehr. Das nützt nichts, wenn der Balken darüber oder das Bauteil darunter weniger trägt. Genau davor warnen dieselben Anbieter: Die Tragfähigkeit der angehängten Schaukel kann sehr viel niedriger sein, oft im Bereich von 50 bis 100 Kilogramm, und der Balken samt Holzkonstruktion ist nicht automatisch tragfähig. Maßgeblich ist immer der niedrigste Wert in der Kette, nicht der höchste.
Praktische Folgerung: Verwenden Sie vom Bettgestell nur die Teile, die Sie als Sitzfläche oder Lehne neu und durchgehend verschrauben können, üblicherweise Kopfteil und Lattenrostrahmen aus Massivholz. Bauen Sie darunter einen eigenen, tragenden Sitzrahmen aus neuem Holz, an dem die Ketten angreifen. Metallbettgestelle, Rahmen aus Spanplatte, Gestelle mit Steckbeschlägen und alles, was sich in der Hand verwinden lässt, scheiden vollständig aus.
Welche Maße und Abstände schreibt die Norm vor?
Für Schaukeln, Rutschen und ähnliches Aktivitätsspielzeug für den häuslichen Gebrauch gilt die Normenreihe DIN EN 71 mit Teil 8. Die Ausgabe von 2018-03 wurde inzwischen durch eine neuere Fassung abgelöst. Die Norm gilt für Geräte, die von Kindern unter 14 Jahren benutzt werden und dabei das Gewicht eines oder mehrerer Kinder tragen sollen. Ein selbst gebautes Gerät wird nicht zertifiziert, aber die Zahlen der Norm sind der beste verfügbare Maßstab.
| Anforderung | Wert nach DIN EN 71-8 | Bedeutung in der Praxis |
|---|---|---|
| Bodenfreiheit bei Querbalkenhöhe bis 1200 Millimeter | mindestens 200 Millimeter | Sitzunterkante in Ruhelage messen |
| Bodenfreiheit bei Querbalkenhöhe über 1200 Millimeter | mindestens 350 Millimeter | bei Fußstütze wird von dieser aus gemessen |
| Abstand zwischen zwei frei schwingenden Sitzen | mindestens 450 Millimeter | verhindert Zusammenstoß |
| Abstand frei schwingender Sitz zur benachbarten Konstruktion | mindestens 300 Millimeter | Pfosten, Wand, Baumstamm |
| Öffnungen in Ketten | höchstens 5 Millimeter | Fingerklemmschutz |
| Starre kreisförmige Öffnungen | nicht zwischen 130 und 230 Millimeter Innendurchmesser | Kopf- und Halsfangstelle |
| V-förmige Öffnungen | zusammenlaufende Teile mindestens 60 Grad nach unten geneigt | Halsfangstelle |
| Prüfmasse je Benutzer ab 36 Monaten | 50 Kilogramm plus minus 0,5 Kilogramm | Grundlage der Festigkeitsprüfungen |
| Prüfmasse je Benutzer unter 36 Monaten | 25 Kilogramm plus minus 0,2 Kilogramm | Grundlage der Festigkeitsprüfungen |
Der Bereich zwischen 130 und 230 Millimetern ist kein willkürlicher Wert. Er entspricht der Größenordnung, in der ein Kinderkopf durch eine Öffnung passt, aber nicht mehr zurück, oder in der der Körper hindurchrutscht und der Kopf hängen bleibt. Genau diese Konstellation verursacht die schwersten Unfälle an Spielgeräten. Ein altes Bettkopfteil mit Sprossen, Streben oder dekorativen Aussparungen ist deshalb kritisch zu prüfen. Wenn eine Öffnung in diesem Bereich liegt, muss sie entweder geschlossen oder so vergrößert werden, dass sie eindeutig außerhalb liegt.
Ebenfalls aus der Norm: Verbindungen an der Aufhängung müssen nicht selbsttätig lösbar sein. Beschrieben werden nicht demontierbare oder unverletzliche Systeme, etwa geschweißte oder verpresste Lösungen. Haken müssen ein unbeabsichtigtes Aushängen verhindern, genannt werden Ausführungen mit einer Umwicklung von mindestens 540 Grad oder Federhaken. Knoten sind als Befestigungsmethode nicht zulässig.
Wohin mit der Aufhängung: Balken oder Gestell?
Es gibt zwei tragfähige Varianten und eine, von der abzuraten ist.
- Tragender Balken in einem Bauwerk: Ein Deckenbalken oder ein Pergolabalken kann tragen, wenn Querschnitt, Auflager und Zustand stimmen. Der Haken wird durchgesteckt und mit Unterlegscheibe und Mutter gegengehalten, nicht nur eingedreht. Ein eingedrehter Schraubhaken hält allein über das Gewinde im Holz und ist bei dynamischer Last die schwächere Lösung. Ob ein vorhandener Balken die Last aufnimmt, beurteilt im Zweifel ein Zimmerer oder Statiker.
- Eigenes Gestell mit Fundament: Ein A-Bock-Gestell aus Konstruktionsholz mit einbetonierten Pfostenankern ist die kalkulierbarere Lösung, weil Sie jedes Bauteil kennen. Die Pfosten stehen dabei in Pfostenträgern über dem Boden, nicht direkt in der Erde.
- Ast eines lebenden Baumes: Naheliegend und riskant. Ein Ast wächst, verändert seinen Querschnitt und kann innen faul sein, ohne dass man es außen sieht. Ein Seil, das um einen Ast gelegt wird, schnürt zudem die Rinde ein. Wenn überhaupt, dann nur nach Begutachtung durch einen Baumpfleger.
- Nicht geeignet: Terrassenüberdachungen aus Aluminiumprofilen, Carportpfetten ohne Nachweis, Balkonbrüstungen und Wäschespinnenmasten. Keine dieser Konstruktionen ist für schwingende Zuglast ausgelegt.
- Aufhängepunkte parallel setzen: Der Abstand der beiden Haken muss der Sitzbreite entsprechen, sonst laufen die Ketten schräg und die Schaukel dreht sich beim Schwingen.
- Pendellänge festlegen: Eine Sitzhöhe von 40 bis 45 Zentimetern über Boden ist für eine Hängebank für Erwachsene üblich. Die Bodenfreiheit der Sitzunterkante muss dabei die Normwerte einhalten.
Für die Ausführung der Verankerung und die Fundamentmaße liefert der Beitrag Schaukel oder Klettergerüst im Garten montieren die Details. Wer im Haus aufhängen will, findet die Anforderungen an Decke und Dübel unter Schaukeln und Hängesitze im Innenbereich. Die dortige Grundregel gilt auch draußen: Die Decke oder der Balken trägt, nicht der Haken.
Material und Werkzeug
Die Liste gilt für eine Hängebank mit rund 120 Zentimetern Sitzbreite und 45 Zentimetern Sitztiefe, bei der Kopfteil und Lattenrostrahmen eines Massivholzbetts als Lehne und Sitzunterlage weiterverwendet werden.
- Vom Bettgestell: Kopfteil aus Massivholz als Lehne, Latten des Lattenrosts als Sitzfläche. Alle Beschläge und Steckverbinder entfernen.
- Neuer Sitzrahmen: vier Kanthölzer 60 mal 80 Millimeter aus Lärche oder Douglasie, zwei Längsträger von 120 Zentimetern, zwei Querträger von 45 Zentimetern.
- Rahmenverbindung: Winkelverbinder aus Edelstahl oder Sechskant-Holzschrauben 8 mal 120 Millimeter mit Unterlegscheibe, jeweils vorgebohrt.
- Aufhängung am Sitz: vier Ringschrauben oder Augenschrauben M10 mit Durchsteckmontage, das heißt mit Unterlegscheibe und selbstsichernder Mutter auf der Gegenseite. Kein Eindrehen ins Holz allein.
- Ketten: verzinkte oder Edelstahlkette mit angegebener Tragfähigkeit, Öffnungsweite höchstens 5 Millimeter oder mit Kunststoffummantelung. Länge nach Aufhängehöhe, an allen vier Strängen exakt gleich.
- Karabiner und Schäkel: ausschließlich Teile mit aufgedruckter oder eingeschlagener Traglastangabe. Schäkel mit Schraubbolzen und Sicherung sind besser als Federkarabiner.
- Aufhängehaken: Schaukelhaken zum Durchstecken, üblich sind Gewinde M12 mit 250 Millimeter Länge, dazu große Unterlegscheiben und selbstsichernde Muttern.
- Fallschutz: geprüfter Fallschutzmulch oder gewaschener Sand, Körnung 0,2 bis 2 Millimeter, Menge nach Fläche und Schichtdicke.
- Werkzeug: Akkuschrauber, Bohrmaschine mit Holzbohrer 10 und 12 Millimeter, Handkreissäge, Schleifer, Ratschenschlüssel, Wasserwaage, Zollstock, Schutzbrille.
Wie bauen Sie die Hängebank sicher auf?
- Bettgestell zerlegen und beurteilen. Alle Teile trennen, Holzart und Verbindungen prüfen. Alles aus Spanplatte, MDF oder mit Steckbeschlägen wird ausgesondert. Nur Massivholz bleibt.
- Öffnungen prüfen. Jede Öffnung im Kopfteil vermessen. Starre kreisförmige Öffnungen mit einem Innendurchmesser zwischen 130 und 230 Millimetern schließen oder vergrößern. V-förmige Öffnungen müssen mindestens 60 Grad nach unten geneigt zusammenlaufen, sonst Sperrleiste einsetzen.
- Splitterfrei schleifen. Alle Flächen, die berührt werden, mit Körnung 80, dann 120 und 180 schleifen. Kanten rundlich brechen. Alter Lack an Bettgestellen ist oft rissig und splittert.
- Sitzrahmen bauen. Aus den neuen Kanthölzern einen umlaufenden Rahmen von 120 mal 45 Zentimetern herstellen. Verbindungen vorbohren und mit Sechskant-Holzschrauben oder Edelstahlwinkeln ausführen. Diagonalen messen, sie müssen gleich lang sein.
- Aufhängepunkte setzen. Die vier Ringschrauben durch die Längsträger stecken, nicht nur eindrehen. Auf der Unterseite große Unterlegscheibe und selbstsichernde Mutter. Abstand zu den Rahmenenden mindestens 8 Zentimeter, damit das Holz nicht ausreißt.
- Sitzlatten aufbringen. Latten quer auf den Rahmen schrauben, Fugen von 8 Millimetern lassen. Jede Latte mit zwei Schrauben je Auflager, vorgebohrt und gesenkt.
- Lehne montieren. Kopfteil hinten aufsetzen und mit durchgehenden Schrauben und Unterlegscheiben mit dem Rahmen verbinden. Die Lehne darf sich beim Anlehnen nicht spürbar bewegen.
- Aufhängung vorbereiten. Haken durch den Balken stecken, Unterlegscheibe und selbstsichernde Mutter aufsetzen und anziehen. Bei einem eigenen Gestell zuerst die Fundamente setzen und aushärten lassen, bei Beton je nach Produkt typischerweise mehrere Tage bis zur vollen Belastbarkeit.
- Ketten einhängen. Alle vier Stränge auf exakt gleiche Länge bringen, Schäkel schließen und mit Sicherung versehen. Sitzfläche mit der Wasserwaage waagerecht ausrichten.
- Bodenfreiheit und Abstände messen. Sitzunterkante zum Boden, Abstand zu Pfosten, Wänden und Bäumen. Werte gegen die Tabelle oben abgleichen und korrigieren, bevor jemand aufsteigt.
- Fallschutz einbauen. Fläche in Schwingrichtung nach der Faustformel Kettenlänge plus 2 Meter freihalten und mit Fallschutzmaterial ausstatten. Bei geprüftem Schüttmaterial nennen Anbieter für Fallhöhen bis etwa 1,50 Meter eine Schichtdicke von 30 Zentimetern, zuzüglich rund 100 Millimeter als Ausgleich für den Abtrag durch Benutzung.
- Statisch belasten, dann dynamisch. Zuerst mit ruhendem Gewicht belasten und alle Verbindungen kontrollieren. Erst danach vorsichtig anschwingen, ohne Kinder, und erneut prüfen. Danach alle Muttern nachziehen.
MerkeFühren Sie eine schriftliche Kontrollliste und hängen Sie sie in die Werkstatt. Sinnvoll ist eine Sichtkontrolle vor jeder Nutzungssaison und zusätzlich monatlich während der Saison: Muttern nachziehen, Ketten an den Kontaktstellen auf Abrieb prüfen, Haken auf Verformung und Rissbildung ansehen, Holz an den Aufhängepunkten auf Ausrisse kontrollieren, Fallschutzschicht wieder auf Sollhöhe bringen. Verschleiß an einer Schaukel entsteht schleichend, und genau deshalb fällt er ohne feste Routine nicht auf.
Was kostet das Projekt und wo liegen die Grenzen?
| Position | Menge | Ungefähre Kosten |
|---|---|---|
| Bettgestell aus dem Bestand | 1 Stück | 0 Euro |
| Kanthölzer 60 mal 80 Millimeter | etwa 4 laufende Meter | 15 bis 30 Euro |
| Ringschrauben M10 mit Muttern und Scheiben | 4 Sätze | 10 bis 25 Euro |
| Kette mit Traglastangabe | etwa 8 Meter | 25 bis 60 Euro |
| Schäkel und Karabiner mit Traglastangabe | 4 bis 8 Stück | 15 bis 40 Euro |
| Schaukelhaken M12 mal 250 Millimeter | 2 Stück | 15 bis 35 Euro |
| Fallschutzmulch, geprüft | je nach Fläche | ab etwa 40 Euro je Kubikmeter |
| Gestellholz und Pfostenanker, falls kein Balken vorhanden | Satz | 150 bis 350 Euro |
Rechnen Sie mit 6 bis 10 Stunden Arbeitszeit, verteilt über zwei Tage. Kommt ein eigenes Gestell mit Betonfundamenten hinzu, verlängert sich das Projekt um die Aushärtezeit, bei üblichen Fertigbetonen mehrere Tage bis zur vollen Belastbarkeit.
Und jetzt die Grenze. Wenn das vorhandene Bettgestell aus Metallrohr besteht, mit Steckbeschlägen zusammengehalten wird oder Plattenwerkstoffe enthält, ist es für dieses Projekt nicht brauchbar. Wenn kein tragender Balken vorhanden ist und Sie kein Fundament setzen wollen, ebenfalls nicht. Und wenn die Schaukel für Kleinkinder gedacht ist, gilt eine strengere Messlatte: Dann brauchen Sie zusätzlich eine Rückhaltung am Sitz, kleinere Öffnungsmaße und eine ununterbrochene Aufsicht. Eine gekaufte, nach DIN EN 71-8 geprüfte Kinderschaukel ist in diesem Fall die vernünftigere Entscheidung, auch wenn sie weniger schön aussieht.
Für Erwachsene als Hängebank in einer Pergola ist der Umbau dagegen vertretbar, sofern Aufhängung, Ketten und Sitzrahmen neu und nachvollziehbar dimensioniert sind. Wie eine dauerhafte Zugverankerung im Garten aussieht, zeigt auch der Beitrag über das Befestigen einer Hängematte im Garten oder auf dem Balkon. Bei der Hängematte wirkt allerdings kaum eine dynamische Spitzenlast, bei der Schaukel schon. Prüfen Sie deshalb jede Verbindung vor der ersten Nutzung und danach in festen Abständen.
