Ein unvollständiger Dominosatz ist zum Spielen wertlos und zum Wegwerfen zu schade. Die Steine haben eine glatte Rückseite, ein handliches Format und ein Gewicht, das sich gut anfassen lässt. Mit einem Magnet auf der Rückseite werden daraus Notizhalter, die deutlich stabiler sind als die dünnen Werbemagnete aus dem Briefkasten.
Das Projekt dauert etwa eine Stunde plus Trockenzeit. Werkzeug brauchen Sie kaum. Der wichtigste Teil dieser Anleitung ist trotzdem nicht der Bastelteil, sondern der Abschnitt zur Sicherheit weiter unten.
Neodym-Magnete sind für Kleinkinder lebensgefährlich. Werden zwei oder mehr starke Magnete verschluckt, ziehen sie sich durch die Wände verschiedener Darmabschnitte hindurch gegenseitig an. Der Druck unterbricht die Blutversorgung, das Gewebe stirbt ab, die Darmwand kann durchbrechen. Die Symptome ähneln anfangs einem Magen-Darm-Infekt mit Fieber, Erbrechen und Bauchschmerzen, weshalb der Zusammenhang oft erst spät erkannt wird. Nur ein Röntgenbild macht die Magnete sichtbar. Bei Verdacht auf verschluckte Magnete gehen Sie sofort in eine Kinderklinik, auch ohne Beschwerden. In Deutschland ist ein vierjähriges Kind an den Folgen verschluckter Magnetteile gestorben.
Wie groß muss der Magnet für einen Dominostein sein?

Dominosteine sind nicht genormt. Professionelle Doppel-Sechs-Sätze messen rund 56 mal 28 mal 13 Millimeter, gängige Haushaltssätze eher 50 mal 25 mal 7 Millimeter, kompakte Reisesätze bis herunter zu 38 mal 19 mal 5 Millimeter. Bambusvarianten liegen bei etwa 44 mal 22 mal 6 Millimeter. Messen Sie Ihren Satz nach, bevor Sie Magnete bestellen.
Der Magnet sollte auf der Rückseite Platz finden, ohne über den Rand zu stehen. Als Richtwert bleiben rund 3 Millimeter Rand an jeder Seite. Bei einem Stein mit 25 Millimetern Breite passt also ein Scheibenmagnet bis etwa 18 Millimeter Durchmesser, sinnvoll sind meist 10 bis 12 Millimeter.
| Steinformat (Länge x Breite x Höhe) | Empfohlener Scheibenmagnet | Haftkraft laut Anbieter | Anzahl je Stein |
|---|---|---|---|
| etwa 56 x 28 x 13 mm | 12 x 2 mm, N42 | rund 1,5 bis 2 kg | 2 Stück |
| etwa 50 x 25 x 7 mm | 10 x 2 mm, N42 | rund 1 bis 1,3 kg | 2 Stück |
| etwa 44 x 22 x 6 mm | 10 x 1,5 mm, N42 | rund 0,9 kg | 1 bis 2 Stück |
| etwa 38 x 19 x 5 mm | 8 x 2 mm, N42 | rund 0,8 kg | 1 Stück |
Die Haftkraftangaben der Händler beziehen sich auf eine ideale Prüfsituation: direkter Kontakt mit einer dicken, blanken Stahlplatte. An einer lackierten Kühlschranktür liegt die tatsächliche Haltekraft deutlich darunter, weil Lackschicht und Klebstoff Abstand schaffen. Rechnen Sie in der Praxis mit etwa der Hälfte. Bei Kühlschränken mit Edelstahlfront kann die Haftung ganz ausbleiben, weil viele Edelstahlsorten nicht magnetisch sind.
Material und Werkzeug
- Dominosteine: Aus Holz, Bakelit oder Hartkunststoff. Ein Doppel-Sechs-Satz hat 28 Steine.
- Neodym-Scheibenmagnete: Güte N42, vernickelt, Größe nach der Tabelle oben.
- Zweikomponenten-Epoxidkleber: Für die dauerhafte Verbindung von Metall auf Holz oder Kunststoff die belastbarste Wahl.
- Feines Schleifpapier: Körnung 180 bis 240, um die Klebefläche anzurauen.
- Isopropanol oder Spiritus: Zum Entfetten von Stein und Magnet vor dem Kleben.
- Acrylfarbe und Klarlack: Optional für die Vorderseite, wasserbasiert und geruchsarm.
- Einweghandschuhe: Epoxid ist hautreizend, ausgehärtet dagegen unbedenklich.
Heißkleber funktioniert kurzfristig, versagt aber an der Kühlschranktür zuverlässig: Die Klebefuge wird durch die Kälte hart und spröde, und die Scherkraft beim Abziehen löst den Magnet vom Stein. Genau dieser abgefallene, freiliegende Magnet ist das Sicherheitsproblem. Sekundenkleber hält besser als Heißkleber, ist aber schlagempfindlich.
So bauen Sie die Magnete in sieben Schritten

- Steine reinigen. Mit warmem Wasser und Spülmittel abwaschen, gründlich trocknen lassen. Alte Steine tragen oft einen Fettfilm, auf dem kein Kleber hält.
- Rückseite anrauen. Die Klebefläche mit Schleifpapier der Körnung 180 bis 240 mattieren, dann den Schleifstaub abwischen. Glatte Kunststoffsteine brauchen das besonders.
- Entfetten. Stein und Magnet mit Isopropanol abwischen und ablüften lassen. Fingerabdrücke auf dem vernickelten Magnet reichen aus, um die Klebung zu schwächen.
- Magnete sortieren. Legen Sie die Magnete einzeln und mit mindestens 10 Zentimetern Abstand aus. Aneinanderhaftende Neodym-Magnete lassen sich nur seitlich abschieben, nicht abziehen, und klemmen dabei die Haut ein.
- Kleber anmischen. Epoxid im vom Hersteller angegebenen Verhältnis anrühren, meist 1:1, und innerhalb der angegebenen Topfzeit verarbeiten.
- Kleben und beschweren. Eine dünne Schicht auf die Rückseite des Steins, Magnet aufsetzen, leicht andrücken. Anschließend beschweren, aber nicht mit einem zweiten Stein, sonst springen die Magnete zusammen.
- Aushärten lassen. Die volle Endfestigkeit erreicht Epoxid je nach Produkt erst nach 12 bis 24 Stunden. Belasten Sie die Magnete vorher nicht.
MerkeSicherer als Aufkleben ist Einlassen. Wenn Sie eine Bohrmaschine mit Forstnerbohrer haben, senken Sie in Holzsteine eine Vertiefung mit dem Durchmesser des Magneten und etwa 0,5 Millimetern mehr Tiefe als der Magnet hoch ist. Der Magnet sitzt dann formschlüssig und kann sich nicht seitlich abscheren. Bohren Sie mit Anschlagtiefe, sonst durchbohren Sie den 5 bis 7 Millimeter dünnen Stein.
Warum sind Neodym-Magnete im Haushalt mit Kindern ein Problem?
Neodym-Eisen-Bor-Magnete sind um ein Vielfaches stärker als die alten Ferritmagnete. Genau diese Stärke macht sie im Körper gefährlich. Verschluckt ein Kind einen einzelnen Magnet, geht er in der Regel den natürlichen Weg. Verschluckt es zwei, oder einen Magnet und ein Metallteil, ziehen sich beide durch die dazwischenliegenden Darmwände an. Die eingeklemmte Wand wird nicht mehr durchblutet, das Gewebe stirbt ab und reißt. Kinderchirurgen und der Kinderschutzbund warnen seit Jahren davor.
Die europäische Spielzeugnorm DIN EN 71-1 verlangt deshalb für Spielzeug: Ein loser oder ablösbarer Magnet muss entweder einen magnetischen Flussindex unter 50 kG2mm2 haben oder so groß sein, dass er nach der Norm nicht verschluckbar ist. Ein selbstgebauter Kühlschrankmagnet ist kein Spielzeug und fällt nicht unter diese Norm, aber die zugrundeliegende Gefahr bleibt dieselbe. Handelsübliche N42-Scheibenmagnete überschreiten den Grenzwert deutlich.
- Griffhöhe: Kühlschranktüren sind ab dem Krabbelalter erreichbar. Alles, was dort in Bodennähe hängt, wird ausprobiert.
- Ablösung: Ein abgefallener Stein hinterlässt einen freiliegenden Magnet, der auf dem Boden landet und dort kaum auffällt.
- Mehrere Magnete: Der Satz besteht aus 28 Steinen. Die Wahrscheinlichkeit, dass mehr als einer verloren geht, ist hoch.
- Verzögerte Symptome: Beschwerden treten oft erst nach Tagen auf und wirken wie ein Infekt.
- Konsequenz: In Haushalten mit Kindern unter sechs Jahren verzichten Sie auf dieses Projekt oder bringen die Magnete an einer Fläche oberhalb von 1,50 Metern an, etwa einer Magnettafel.
Wer eine kindersichere Alternative in der Küche sucht, findet sie in fest montierten Lösungen. Der Beitrag zu Magnetleisten in der Küche beschreibt die Montage in Arbeitshöhe, bei der nichts abfallen kann.
Worauf müssen Erwachsene sonst noch achten?
Auch ohne Kinder im Haus haben starke Magnete Eigenheiten, die man kennen sollte. Sie sind spröde: Prallen zwei Neodym-Magnete aufeinander, splittern sie, und die Splitter fliegen. Eine Schutzbrille ist beim Hantieren mit größeren Magneten keine Übertreibung.
- Herzschrittmacher und Defibrillatoren: Starke Magnete können implantierte Geräte beeinflussen. Halten Sie den vom Implantathersteller genannten Sicherheitsabstand ein.
- Magnetstreifenkarten: EC- und Zugangskarten mit Magnetstreifen können unbrauchbar werden. Nicht in derselben Schublade lagern.
- Elektronik: Abstand zu Festplatten, Hörgeräten und mechanischen Uhren halten.
- Temperatur: Standard-Neodym verliert oberhalb von etwa 80 Grad dauerhaft an Kraft. Für die Kühlschranktür ist das irrelevant, für den Bereich über dem Herd nicht.
- Quetschgefahr: Zwischen zwei größeren Magneten oder Magnet und Stahlfläche werden Finger ernsthaft verletzt.
Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Gerät überhaupt magnetisch ist. Viele Kühlschränke mit Edelstahlfront verwenden austenitischen Stahl, an dem kein Magnet hält. Ein Testmagnet aus der Werbepost klärt das in fünf Sekunden. Ob die Front lackiert, beschichtet oder aus echtem Edelstahl ist, steht meist im Datenblatt, das auch die Angaben aus dem Grundwissen zum Kühlschrank enthält.
Gestaltung der Vorderseite
Die Punktseite der Steine kann bleiben, wie sie ist. Wer will, füllt die Vertiefungen mit Acrylfarbe und wischt den Überschuss mit einem feuchten Tuch ab, bevor die Farbe trocknet. Das ergibt saubere farbige Punkte ohne Pinselarbeit.
Für Buchstaben oder kleine Motive eignen sich wasserfeste Fineliner, anschließend versiegelt mit sprühbarem Klarlack in zwei dünnen Schichten im Abstand von etwa 20 Minuten. Bei Kunststoffsteinen testen Sie den Lack vorher an einem Reststück, weil lösemittelhaltige Produkte manche Kunststoffe anlösen. Wer die Bastelrunde ausdehnen will, findet mit den Wanduhren aus Holzscheiben ein Projekt mit ähnlichem Aufwand.
Zählen Sie die fertigen Magnete und notieren Sie die Zahl. Fehlt später einer, wissen Sie, dass Sie suchen müssen.
