Zwei ausgediente Stühle nebeneinander, die Sitzflächen durch ein durchgehendes Brett ersetzt, fertig ist die Bank. So steht es in vielen Anleitungen. Der Haken liegt woanders: Die Stühle waren für eine Person konstruiert, die mittig sitzt. Auf einer Bank sitzt niemand mittig.

Dieser Text behandelt die Bank für den Innenraum, also Flur, Essplatz oder Schlafzimmer. Die Variante für den Garten hat andere Anforderungen an Leim, Holzschutz und Standfläche und wird im Beitrag zur Gartenbank aus alten Stühlen behandelt. Wer draußen bauen will, sollte dort weiterlesen, weil D3-Leim und Innenraumöl im Freien versagen.
Welche Stühle taugen und welche nicht?
Geeignet sind Stühle mit vier geraden Beinen, umlaufender Zarge unter der Sitzfläche und einer Sitzhöhe im gleichen Bereich. Zwei Stühle mit 44 und 47 Zentimetern Sitzhöhe ergeben eine schiefe Bank, es sei denn, Sie kürzen. Kürzen Sie immer an den Beinen unten, nie an der Zarge, und messen Sie mit einer Wasserwaage auf dem später aufgelegten Brett nach.
Nicht geeignet sind Freischwinger, Stühle mit einer einzelnen Mittelsäule, Schalensitze aus Kunststoff und alles, was bereits schwankt. Ebenfalls kritisch: Bugholzstühle mit gebogenen Rundhölzern. Ihre Verbindungen sind auf Druck ausgelegt, nicht auf die seitliche Belastung, die entsteht, wenn zwei Personen unterschiedlich weit außen sitzen.
- Wackeltest: Stuhl auf ebenen Boden, mit beiden Händen die Rückenlehne fassen und kräftig verdrehen. Bewegt sich etwas oder knarzt es, ist mindestens eine Zapfenverbindung offen.
- Sichtprüfung der Fugen: Dunkle Linien an den Zargenanschlüssen, herausquellender alter Leim und feine Risse im Zapfenloch sind Zeichen für gelöste Verbindungen.
- Holzfeuchte und Schädlinge: Runde Ausfluglöcher von etwa 1 bis 2 Millimetern Durchmesser mit feinem Bohrmehl deuten auf Holzwurmbefall. Solche Teile gehören nicht ins Haus.
- Materialdicke der Zarge: Unter 18 Millimetern Stärke wird es bei zwei Personen knapp. Messen Sie nach, bevor Sie planen.
- Schrauben statt Zapfen: Stühle aus industrieller Serienfertigung mit Bolzen und Einschlagmuttern lassen sich nachziehen, aber die Löcher leiern aus. Erneuern Sie die Muttern statt fester anzuziehen.
Warum geben alte Leimverbindungen nach?
Möbel bis in die 1950er Jahre wurden überwiegend mit Glutinleim gefügt, umgangssprachlich Knochenleim. Er ist reversibel: Wärme und Feuchtigkeit lösen ihn wieder. Das war beabsichtigt und ist bei einer Restaurierung ein Vorteil. Bei einer Bank wird es zum Problem, weil Küchen- und Flurbereiche Feuchte abbekommen und die Fugen über Jahre arbeiten.
Moderner Weißleim auf Polyvinylacetat-Basis haftet auf Resten von Glutinleim schlecht. Wer einfach neuen Leim in die offene Fuge drückt, erzeugt eine Verbindung, die beim ersten seitlichen Stoß aufgeht. Die Fuge muss deshalb vollständig zerlegt, mechanisch von altem Leim befreit und trocken neu verleimt werden. Für Möbel im Innenraum reicht dann die Beanspruchungsgruppe D3 nach DIN EN 204 aus. D4 ist für Bauteile mit häufiger Feuchtebelastung und Außenbereich vorgesehen und im Wohnraum ohne Nutzen.
Auf einer Bank sitzen Menschen, oft zwei gleichzeitig. Rechnen Sie mit 100 Kilogramm je Sitzplatz plus dynamischer Belastung, wenn sich jemand fallen lässt. Eine geleimte Verbindung erreicht ihre Endfestigkeit erst nach vollständiger Aushärtung, bei Weißleim je nach Produkt nach 12 bis 24 Stunden. Belasten Sie die Bank vorher nicht. Testen Sie das fertige Möbel, bevor jemand darauf Platz nimmt: Beschweren Sie es gleichmäßig mit dem Doppelten der erwarteten Last, etwa mit Getränkekisten, und lassen Sie es 24 Stunden stehen. Knarzt oder verzieht sich etwas, wird nachgearbeitet.
Welche Maße und welches Material brauchen Sie?
| Bauteil | Maß oder Ausführung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Sitzhöhe Essplatz | 45 bis 50 Zentimeter | DIN ISO 5970 nennt 46 Zentimeter bei 173 Zentimetern Körpergröße |
| Sitzhöhe Flurbank | 42 bis 45 Zentimeter | zum Schuheanziehen bewusst niedriger |
| Sitztiefe | 38 bis 50 Zentimeter | ohne Lehne eher am unteren Ende bleiben |
| Sitzbrett | Leimholz 27 Millimeter, besser 30 Millimeter | bei über 120 Zentimetern Spannweite Mittelstuhl einplanen |
| Länge aus zwei Stühlen | etwa 100 bis 120 Zentimeter | darüber hinaus dritter Stuhl als Mittelstütze |
| Winkel Lehne zu Sitzfläche | 105 bis 115 Grad | Originallehnen sind oft steiler, das ist hinnehmbar |
| Verbindungsschrauben | Senkkopf 5 mal 60 Millimeter, vorgebohrt 3 Millimeter | zusätzlich Holzdübel 8 Millimeter gegen Verdrehen |
| Leim | Weißleim D3 nach DIN EN 204 | D4 nur im Außenbereich nötig |
Wie bauen Sie die Bank Schritt für Schritt?
- Stühle zerlegen und prüfen. Sitzflächen abnehmen, alle Zargenverbindungen einzeln testen. Lose Zapfen vorsichtig mit einem Gummihammer lösen und die Teile beschriften, damit sie in die ursprüngliche Position zurückkommen.
- Alte Leimreste entfernen. Zapfen und Zapfenloch mit einem Stechbeitel und einem Stück Schleifpapier der Körnung 120 säubern, bis blankes Holz sichtbar ist. Der Zapfen muss saugend passen, nicht klemmen.
- Rahmen neu verleimen. D3-Weißleim dünn und vollflächig auftragen, zusammenfügen, mit Zwingen im rechten Winkel spannen, Diagonalen messen. Austretenden Leim sofort feucht abnehmen, sonst nimmt die Stelle später keine Beize an.
- Beine auf gleiche Höhe bringen. Alle Stühle nebeneinander auf eine ebene Fläche, mit einem Klotz und Bleistift eine umlaufende Risslinie anzeichnen, dann mit der Feinsäge kürzen. Filzgleiter erst ganz am Schluss aufkleben.
- Rahmen untereinander verbinden. Die aneinanderstoßenden Zargen mit je zwei Holzdübeln von 8 Millimetern und Leim fügen, zusätzlich von innen mit Flachverbindern verschrauben. Nur Schrauben ohne Dübel reichen nicht, das Holz arbeitet und die Verbindung wird lose.
- Sitzbrett zuschneiden und auflegen. Brett rundum 15 bis 20 Millimeter überstehen lassen, Kanten mit Radius 3 Millimeter brechen. Von unten durch die Zargen in das Brett schrauben, nicht von oben.
- Oberfläche schleifen und behandeln. Körnung 120, dann 180, zum Schluss 240 in Faserrichtung. Für Innenmöbel eignet sich Hartwachsöl oder ein Möbelöl, zwei dünne Aufträge mit Zwischenschliff. Wie Sie Wasserränder und andere Spuren später wieder loswerden, steht im Beitrag Flecken auf Holz entfernen.
- Kippsicherung montieren. Zwei Möbelwinkel an der Wand. In Beton oder Vollziegel mit 6-Millimeter-Dübeln, in Hohllochziegel mit Hohlraumdübeln, in Gipskarton ausschließlich in den dahinterliegenden Ständer schrauben. Ein Winkel allein genügt nicht.
Wie viel trägt die fertige Bank?

Eine ehrliche Zahl lässt sich nicht angeben. Die Tragfähigkeit hängt vom Zustand der Zargen, der Holzart, der Qualität der Neuverleimung und der Spannweite zwischen den Stuhlrahmen ab. Ein Umbaustück aus zwei Fundstücken ist kein geprüftes Möbel und trägt keine Kennzeichnung. Wer eine belastbare Angabe braucht, etwa für ein Ferienhaus mit wechselnden Gästen, kauft ein zertifiziertes Möbel.
Was Sie tun können, ist die Konstruktion auf der sicheren Seite auslegen. Halten Sie die freie Spannweite zwischen zwei Stuhlrahmen unter 120 Zentimetern. Setzen Sie ab dieser Länge einen dritten Stuhl als Mittelstütze ein. Verwenden Sie ein Sitzbrett von mindestens 27 Millimetern Stärke, besser 30. Und verzichten Sie darauf, die Bank als Trittstufe zu benutzen, weil dabei die gesamte Last punktuell auf einer Kante steht.
Prüfen Sie die Bank halbjährlich. Ziehen Sie alle Schrauben nach, testen Sie den Sitz der Kippsicherung und verdrehen Sie die Rahmen mit beiden Händen. Sobald etwas knarzt, nehmen Sie die Bank aus dem Betrieb und arbeiten die betroffene Verbindung nach. Dasselbe Vorgehen empfiehlt sich bei allen Upcycling-Möbeln, die Gewicht tragen, etwa dem Kinderbett aus alten Paletten.
