Ein Gartenstuhl geht selten auf einmal kaputt. Erst wird das Holz grau, dann lockert sich eine Verschraubung, dann reißt eine Leiste ein. Wer bei den ersten beiden Punkten eingreift, spart sich den dritten. Die folgenden Schritte gelten für Möbel aus Massivholz und aus Kunststoff. Metallgestelle mit Rost und Pulverbeschichtung sind ein eigenes Thema und stehen in der Anleitung zu Gartenmöbeln aus Metall.

Welches Holz haben Sie vor sich?
Die Holzart entscheidet über Aufwand und Mittel. Teak, Akazie, Eukalyptus und Robinie sind dauerhafte Hölzer mit hohem Eigenanteil an Ölen und Gerbstoffen. Sie halten auch unbehandelt jahrelang im Freien und vergrauen dabei. Kiefer und Fichte werden dagegen kesseldruckimprägniert oder lackiert verkauft, und bei ihnen ist eine schadhafte Oberfläche tatsächlich ein Problem, weil das Wasser sonst ungehindert in das Splintholz zieht. Prüfen Sie zuerst, ob überhaupt Substanz fehlt. Stechen Sie mit einem Schraubendreher in dunkle Stellen an Fußenden und Querhölzern. Gibt der Werkstoff weich nach, sitzt dort Fäulnis, und dieses Teil muss ersetzt, nicht geschliffen werden. Bleibt der Schraubendreher stehen, ist die Verfärbung oberflächlich.
| Holzart | Verhalten im Freien | Pflegeaufwand | Typische Schäden |
|---|---|---|---|
| Teak | Vergraut silbrig, bleibt formstabil | Ölen optional, bei hochwertigem Kernholz nur alle paar Jahre | Ausgewaschene Frühholzstreifen, lose Verschraubungen |
| Akazie, Eukalyptus | Vergraut, neigt zu Rissen und leichtem Verzug | Zwei bis drei Ölgänge pro Saison bei starker Bewitterung | Trockenrisse, aufstehende Fasern |
| Robinie | Sehr dauerhaft, vergraut langsam | Gering | Drehwuchsrisse |
| Kiefer, Fichte imprägniert | Auf intakte Schutzschicht angewiesen | Lasur oder Lack regelmäßig ausbessern | Fäulnis an Bodenkontakt und Hirnholz |
| Polyrattan über Alurahmen | Wird durch UV und Frost spröde | Nur reinigen | Gerissene und ausgehängte Flechtstränge |
Warum wird Gartenholz grau, und ist das schlimm?
Nein. Ultraviolettes Licht zerstört das Lignin, das die Holzfasern verkittet, und Regen wäscht die Abbauprodukte aus. Zurück bleibt freigelegte Zellulose, und die erscheint silbergrau. Der Effekt bleibt auf eine sehr dünne Randzone begrenzt, deshalb reicht ein Anschliff, um die ursprüngliche Farbe wieder freizulegen. Bei dauerhaften Hölzern wie Teak ist die Patina ein rein optisches Thema. Wer sie mag, lässt sie stehen und muss gar nichts tun. Wer die warme Farbe zurückhaben will, schleift oder arbeitet mit einem Entgrauer. Diese Mittel enthalten meist Oxalsäure, werden aufgetragen, wirken etwa eine Stunde und werden dann abgebürstet und gründlich abgespült. Reste in den Fugen greifen sonst später den Ölfilm an.
MerkeEssigreiniger, Soda und scharfe Haushaltsreiniger gehören nicht auf Gartenholz. Sie laugen die Oberfläche aus und lassen sie schneller wieder vergrauen. Lauwarmes Wasser mit milder Seife und eine weiche Bürste genügen für die normale Reinigung.
Wie schleift und ölt man Gartenmöbel richtig?

- Reinigen. Grobschmutz, Algen und Blütenstaub mit Wasser, milder Seife und weicher Bürste abnehmen. Kein Hochdruckreiniger: Der Strahl spült das weiche Frühholz aus und hinterlässt eine wellige Oberfläche.
- Durchtrocknen lassen. Erst schleifen, wenn das Holz oberflächlich trocken ist. Nasses Holz verschmiert das Schleifpapier innerhalb weniger Züge.
- Grob anschleifen. Mit Körnung 80 bis 120 in Faserrichtung arbeiten, mit Exzenter- oder Multischleifer für die Flächen und mit dem Handklotz für Kanten und Zwischenräume.
- Wässern und nachschleifen. Die Fläche leicht anfeuchten, trocknen lassen und mit Körnung 180 bis 220 den nun aufgestellten Faserflaum abnehmen. Das Ergebnis fühlt sich gleichmäßig glatt an.
- Staub entfernen. Absaugen, dann mit einem Mikrofasertuch nachwischen. Schleifstaub in offenen Poren bindet Öl und ergibt Flecken.
- Ölen. Öl mit Pinsel oder fusselfreiem Baumwolltuch in Faserrichtung auftragen. Nach etwa 10 Minuten dort nachlegen, wo das Holz alles aufgesogen hat. Nach weiteren 10 Minuten den Überschuss vollständig abnehmen.
- Aushärten lassen. Die Möbel einige Stunden im Schatten stehen lassen und erst danach benutzen. In der prallen Sonne trocknet der Film ungleichmäßig an.
Verwenden Sie ein Möbel- oder Terrassenöl mit Trocknungsbeschleunigern. Reines Leinöl trocknet langsam und neigt an schattigen Möbelteilen zu Schimmel. Speiseöle wie Oliven- oder Sonnenblumenöl gehören nicht auf Gartenmöbel: Sie härten nicht durch und werden ranzig.
Ölgetränkte Lappen können sich selbst entzünden. Beim Aushärten reagiert das Öl mit Luftsauerstoff, und in einem zusammengeknüllten Lappen kann die entstehende Wärme nicht abziehen. Der Prozess kündigt sich durch strengen Geruch und Rauch an und dauert meist mehrere Stunden, bei sommerlichen Temperaturen teils schon etwa eine Stunde. Breiten Sie benutzte Lappen einzeln im Freien auf einer nicht brennbaren Unterlage aus oder entsorgen Sie sie in einem verschlossenen Glas oder Metallbehälter mit Wasser. Niemals in den Papierkorb im Keller.
Welche Schrauben und welcher Leim halten im Freien?
Die häufigste Reparatur ist gar keine Holzarbeit, sondern das Nachziehen und Ersetzen von Verbindungen. Gartenmöbel arbeiten mit der Feuchte, Bolzen lockern sich, und ein wackelnder Stuhl bricht irgendwann an der Zapfenverbindung. Nachziehen kostet fünf Minuten. Beim Ersetzen zählt der Werkstoff.
- Edelstahl A2: Werkstoffnummer 1.4301, etwa 18 Prozent Chrom und 8 bis 10 Prozent Nickel. Der Standard für Gartenholz im Binnenland.
- Edelstahl A4: Werkstoffnummer 1.4401, zusätzlich rund 2 Prozent Molybdän. Deutlich beständiger gegen Chloride, deshalb die Wahl an der Küste, am Pool und bei Streusalzkontakt. A4 ist spröder als A2 und bricht bei überdrehtem Anzug leichter.
- Verzinkte Schrauben: Für dauerhaft bewitterte Möbel ungeeignet. Sobald die Zinkschicht beim Eindrehen verletzt wird, beginnt der Kern zu rosten, und die Ablaufspur färbt das Holz.
- Leimklasse D4: Die höchste Beanspruchungsgruppe nach DIN EN 204. Sie ist für den bewitterten Außenbereich vorgesehen, allerdings nur in Verbindung mit einem angemessenen Oberflächenschutz. D3 reicht für überdachte Standorte.
- Presszeit: Bei Raumtemperatur werden je nach System und Bauteil etwa 20 bis 60 Minuten Presszeit angesetzt. Zwingen erst danach lösen, volle Belastbarkeit erreicht die Fuge deutlich später.
- Vorbohren: In Hirnholz, in Randnähe und bei harten Arten wie Robinie und Eiche immer vorbohren, sonst reißt die Leiste auf.
Bei Eiche und Robinie kommt ein zweiter Grund für Edelstahl hinzu. Die Gerbsäure dieser Hölzer reagiert mit Eisen und erzeugt dunkelblaue bis schwarze Verfärbungen rund um jede Schraube. Wie sich solche Flecken im Innenbereich behandeln lassen, ist Thema der Reparatur von Holzmöbeln.
Was lässt sich an Kunststoff und Polyrattan noch retten?
Weniger, als die Werbung nahelegt. Polyrattan besteht aus Kunststofffasern, die über ein Aluminium- oder Stahlgestell geflochten sind. UV-Strahlung, Frost und Temperaturwechsel machen diese Fasern spröde, und spröder Kunststoff bricht bei der nächsten Belastung an einer anderen Stelle wieder. Einzelne gerissene oder ausgehängte Stränge sind reparabel. Reinigen Sie die Klebestellen, arbeiten Sie mit einem ausdrücklich für Kunststoff geeigneten Kleber und erwärmen Sie Ersatzfasern mit einem Heißluftgerät auf niedriger Stufe, damit sie sich einflechten lassen. Holzleim haftet auf Polyethylen nicht. Ist das Geflecht dagegen flächig brüchig und bricht beim Anfassen an mehreren Stellen, lohnt nur noch der Austausch der Bespannung oder das Gestell als Basis für eine neue Sitzfläche.
Bei Kunststoffstühlen aus Polypropylen sind gebrochene Beine und gerissene Sitzschalen faktisch nicht dauerhaft zu kleben, weil die Bruchstelle die volle Sitzlast trägt. Hier ist die ehrliche Auskunft: Ersetzen. Haarrisse an unbelasteten Armlehnen können Sie mit Kunststoffkleber stabilisieren, tragende Teile nicht. Wer die Möbel im Winter trocken und frostfrei lagert, hat dieses Problem deutlich seltener, wie die Hinweise zum Winterschutz für Gartenmöbel zeigen.
Wann lohnt die Reparatur nicht mehr?
Drei Fälle sprechen gegen den Aufwand. Erstens weiches, faulendes Holz an tragenden Teilen wie Stuhlbeinen und Sitzträgern: Schleifen ändert daran nichts, das Bauteil muss neu. Zweitens großflächig versprödetes Polyrattan. Drittens Aluminiumgussrahmen mit Bruch in der Verbindung, denn Aluminiumguss lässt sich ohne Fachwissen nicht sinnvoll schweißen. Alles andere ist Handarbeit mit überschaubarem Materialeinsatz: eine Packung Schleifpapier in drei Körnungen, ein Liter Öl, eine Handvoll Edelstahlschrauben und Zwingen. Rechnen Sie für eine Sitzgruppe aus sechs Teilen mit einem Arbeitstag, verteilt auf zwei Termine, weil das Holz zwischen Reinigung und Schliff durchtrocknen muss.
