Das Fachbodenregal ist die Bauart, die man meint, wenn man einfach Regal sagt. Vier Ständer, ein paar waagerechte Böden, fertig. Genau diese Schlichtheit macht es zum Allrounder für Keller, Werkstatt, Archiv und Hauswirtschaftsraum. Unterschiede gibt es trotzdem, und sie liegen bei der Traglast, beim Bodenmaterial und beim Verstellraster. Dieser Beitrag ordnet die Zahlen.

Was unterscheidet ein Fachbodenregal von anderen Bauarten?
Beim Fachbodenregal liegt die Last flächig auf einem durchgehenden Boden. Das klingt banal, ist aber der wesentliche Unterschied zu Palettenregalen, bei denen die Last punktuell auf zwei Traversen aufliegt, und zu Kragarmregalen, bei denen frei auskragende Arme das Lagergut halten. Flächige Auflage heißt: Sie können Kartons, Kisten, Ordner, Farbeimer und Kleinteile ablegen, ohne über die Auflagepunkte nachzudenken.
Der Boden selbst liegt in der Regel auf Traversen. Stahlböden werden in zwei Längs- und zwei Quertraversen eingelegt, was die Tragfähigkeit erhöht. Holzböden von 15 Millimetern Stärke liegen auf denselben Traversen, bekommen bei größeren Tiefen aber zusätzlich eine Tiefenauflage in der Mitte. Fehlt diese mittlere Auflage, biegt sich die Platte über die Tiefe durch, und zwar dauerhaft.
Wie viel trägt ein Fachbodenregal?
Die Bandbreite ist größer, als die Bauart vermuten lässt. Leichte Systeme für den Hauswirtschaftsraum liegen bei rund 100 Kilogramm je Boden, Standardsysteme für Keller und Lager bei 150 bis 350 Kilogramm, verstärkte Ausführungen erreichen 500 Kilogramm je Boden. Wichtiger als der Höchstwert ist die Kombination aus Fachlast, Feldbreite und Feldlast.
| Ausführung | Fachlast | Typische Maße | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| Leichtes Stecksystem | rund 85 bis 100 Kilogramm | 1.800 mal 1.000 mal 350 Millimeter | Hauswirtschaftsraum, Vorratskammer |
| Standardsystem, Stahlboden | 150 bis 200 Kilogramm | bis 3.000 Millimeter hoch, 500 Millimeter tief | Keller, Garage, Archiv |
| Standardsystem, Feldlast | rund 175 Kilogramm je Boden | Feldlast maximal 1.400 Kilogramm | Lager mit gemischtem Gut |
| Verstärkte Ausführung, Holzboden | bis 500 Kilogramm | 1.800 mal 1.200 mal 450 Millimeter | Werkstatt, schweres Kleinteillager |
Die dritte Zeile zeigt den Punkt, an dem viele Planungen scheitern. Acht Böden mit je 175 Kilogramm ergeben rechnerisch 1.400 Kilogramm, und genau da liegt die Feldlast. Es bleibt also kein Spielraum. Wer alle Ebenen bis an die Fachlast beladen will, braucht ein Regal mit höherer Feldlast oder ein zweites Feld. Die Systematik hinter beiden Werten erklärt der Beitrag zu Steckregalen ausführlicher.
MerkeDie Fachlast sinkt mit wachsender Feldbreite. Derselbe Boden trägt bei 1.000 Millimetern Breite deutlich mehr als bei 1.300 Millimetern, weil die Stützweite länger wird. Hersteller geben für eine Baureihe deshalb je Breite unterschiedliche Werte an. Vergleichen Sie nie die Zahl allein, sondern immer Zahl und Breite zusammen.
Was bringt ein feineres Verstellraster?
Fachbodenregale werden über ein Lochraster in den Ständern verstellt. Üblich sind Raster von 25, 33, 40 oder 50 Millimetern. Ein Regal mit 50-Millimeter-Raster lässt sich in Fünf-Zentimeter-Schritten einteilen, was für Ordner, Kartons und Getränkekisten völlig ausreicht.
Ein feineres Raster von 25 Millimetern lohnt sich, wenn Sie viele unterschiedlich hohe Behälter haben und jeden Zentimeter Bauhöhe nutzen wollen. Bei einem Regal von 2.000 Millimetern Höhe und sechs Ebenen kommen durch geschickte Einteilung schnell zehn bis fünfzehn Zentimeter Nutzhöhe zusammen. Rechnen Sie vor dem Kauf einmal Ihre tatsächlichen Behälterhöhen durch. Ein Standard-Umzugskarton misst rund 33 Zentimeter Höhe, eine Bierkiste mit Halbliterflaschen rund 30 Zentimeter, ein A4-Ordner rund 32 Zentimeter, jeweils plus Griffraum.
- Höhen: 1.750, 2.000, 2.250 und 2.350 Millimeter sind die gängigen Baugrößen. Über 2.000 Millimeter brauchen Sie einen Tritt.
- Tiefen: 300, 400, 500 und 600 Millimeter. 300 Millimeter passen zu Ordnern, 500 bis 600 Millimeter zu Umzugskartons und Werkstattkisten.
- Feldbreiten: 1.000, 1.200 und 1.300 Millimeter. Je breiter das Feld, desto geringer die Fachlast bei gleicher Blechstärke.
- Ebenen je Feld: zwei bis acht, je nach Höhe und Rastermaß.
- Anbaufelder: teilen sich einen Ständer mit dem Nachbarfeld und kosten deutlich weniger als ein weiteres Grundfeld.

Stahl, Holz oder Kunststoff: welches Material wofür?
Die Materialfrage entscheidet über Traglast, Feuchtebeständigkeit und Preis. Sie ist damit die wichtigste Kaufentscheidung nach der Traglast.
| Material | Stärke | Feuchtraum | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Stahlboden, sendzimirverzinkt | höchste Fachlast, unempfindlich gegen Öl | gut geeignet | Zink schützt kathodisch, Kratzer rosten nicht sofort durch |
| Stahlgitterboden | wie Stahlboden, geringeres Eigengewicht | sehr gut geeignet | Flüssigkeit läuft durch statt sich zu stauen, Kleinteile fallen aber hindurch |
| Pulverbeschichteter Stahl | wie Stahlboden | bedingt geeignet | Lackschaden bedeutet Rostbeginn, weil kein kathodischer Schutz vorhanden ist |
| Holz- oder Spanplatte | 15 Millimeter Standard | ungeeignet | quillt bei Nässe irreversibel auf, leiser und günstiger im Trockenen |
| Kunststoff | geringe Fachlast | sehr gut geeignet | völlig unempfindlich gegen Feuchtigkeit, verformt sich unter Dauerlast |
Für einen feuchten Keller ist die Sache damit klar: sendzimirverzinktes Steckregal, gern mit Gitterböden. Die geschlossene Zinkschicht schützt den Stahl auch dann noch, wenn beim Aufbau eine Schramme entstanden ist, weil das Zink sich zugunsten des Stahls opfert. Bei normaler Kellerfeuchte halten solche Regale zwei Jahrzehnte und länger. Eine Übersicht speziell für diesen Raum bietet der Beitrag zu Kellerregalen.
Im Wohnbereich sieht es umgekehrt aus. Dort stört das Lagerhaus-Aussehen, und Holz- oder pulverbeschichtete Böden sind die bessere Wahl. Achten Sie bei Holzböden auf die Stützweite: 15 Millimeter Spanplatte über 1.200 Millimeter Feldbreite biegt sich unter Dauerlast sichtbar durch, wenn keine mittlere Auflage vorhanden ist.
Ein Fachbodenregal in Zimmerhöhe gehört an die Wand. Nach DGUV Regel 108-007 gilt ein Höhen-Tiefen-Verhältnis über 5 zu 1 als kippgefährdet, und ein Regal mit 300 Millimetern Tiefe und 2.000 Millimetern Höhe liegt bei 6,7 zu 1. Verschrauben Sie den oberen Ständerbereich mit einem Wandwinkel oder verbinden Sie mehrere Felder miteinander. Wenn die Wand nicht taugt, hilft nur ein flacheres, tieferes Regal oder eine Bodenverdübelung.
Wie gehen Sie beim Kauf vor?
- Lagergut wiegen. Nehmen Sie die schwerste geplante Ebene und wiegen Sie den Inhalt mit der Personenwaage. Schätzungen liegen bei Werkzeug, Farbe und Konserven regelmäßig zu niedrig.
- Feldlast prüfen. Alle Ebenenlasten addieren und mit der Feldlast des Systems vergleichen. Nicht mit der Summe der Fachlasten rechnen.
- Raum ausmessen. Höhe, Breite und Tiefe aufnehmen, dazu Sockelleisten, Rohre, Zählerkasten und die Türöffnung. Sehr viele Regale scheitern an einer Kellertür von 80 Zentimetern.
- Tiefe nach Lagergut wählen. 300 Millimeter für Ordner, 400 Millimeter für Konserven und Kleinteile, 500 bis 600 Millimeter für Umzugskartons.
- Raster festlegen. Behälterhöhen notieren und prüfen, ob ein 50-Millimeter-Raster ausreicht. Bei sehr gemischtem Gut lohnt ein feineres Raster.
- Material entscheiden. Feuchter Raum bedeutet verzinkter Stahl, trockener Wohnbereich erlaubt Holz. Pulverbeschichtung ist eine Optikentscheidung, kein Korrosionsschutz für Nassbereiche.
- Aufbau vorbereiten. Fläche freiräumen, Gummihammer bereitlegen, Aufbau möglichst zu zweit. Rechtwinkligkeit über die Diagonalen kontrollieren.
- Kippsicherung montieren. Wandwinkel oben ansetzen, in tragfähigen Untergrund dübeln. Erst danach beladen.
- Nachziehen und beschriften. Nach der ersten Beladung alle Verbindungen kontrollieren und Fachlast sowie Feldlast auf einem Aufkleber am Ständer notieren.
Welche Fehler kosten am häufigsten Tragfähigkeit?
Der häufigste Fehler ist das Weglassen der Tiefenauflage bei Holzböden. Sie liegt bei vielen Systemen lose bei und sieht nach optionalem Zubehör aus. Ohne sie halbiert sich die zulässige Fachlast praktisch, weil die Platte über die Tiefe frei spannt. Der zweite Fehler ist die Punktlast. Ein Motorblock, ein Amboss oder ein Aquarium in der Bodenmitte erzeugt eine ganz andere Beanspruchung als dieselbe Masse in sechs Kisten. Wer schwere Einzelteile lagert, braucht ein System mit höherer Reserve, wie es der Beitrag zu Schwerlastregalen beschreibt.
Der dritte Fehler ist der unebene Boden. Ein Kellerboden mit Gefälle zum Ablauf kippt das Regal leicht nach vorn, und die Last verteilt sich nicht mehr gleichmäßig auf die vier Ständer. Gleichen Sie mit flachen Metall- oder Kunststoffplättchen aus, nicht mit Holzkeilen, die im Feuchten arbeiten. Und lassen Sie den untersten Boden einige Zentimeter über dem Fußboden, damit Wischwasser und aufsteigende Feuchte nicht direkt am Lagergut anstehen.
