Laminat wird oft wie Holz behandelt, ist aber etwas völlig anderes: eine bedruckte Dekorschicht unter einem harzbeschichteten Overlay, das Ganze auf einer Trägerplatte aus Holzwerkstoff. Die sichtbare Oberfläche ist damit ein Kunststoff und entsprechend unempfindlich gegen Flecken.
Genau deshalb sind Flecken auf Laminat selten das eigentliche Problem. Das Problem ist Wasser, das durch die Fugen an die Trägerplatte gelangt.
Flecken auf der Oberfläche
Praktisch alles lässt sich mit einem nebelfeuchten Tuch und etwas mildem Reiniger entfernen, weil nichts einziehen kann.
| Fleck | Mittel | Hinweis |
|---|---|---|
| Fett, Speisereste | nebelfeucht mit Spülmittel | sofort nachtrocknen |
| Kaffee, Saft, Rotwein | abtupfen, dann nebelfeucht | nicht stehen lassen, Fugen |
| Gummiabrieb, Schuhstriche | Radiergummi trocken | kein Scheuermittel |
| Kugelschreiber, Filzstift | Isopropanol auf einem Tuch | vorher an Randstelle testen |
| Wachs, Kaugummi | mit Kühlakku hart machen, abheben | kein Metallschaber |
| Kalkränder | verdünnte Zitronensäure, sofort nachwischen | keine starke Säure |
| Klebereste | etwas Öl einwirken lassen, abrubbeln | danach entfetten |
Keine Scheuermittel und keine Stahlwolle. Die Deckschicht ist nur wenige Zehntelmillimeter dick und lässt sich nicht nachbehandeln. Ein Kratzer darin ist dauerhaft, und er ist zugleich eine Eintrittspforte für Feuchtigkeit.
Das eigentliche Risiko: Wasser in den Fugen
Quillt die Trägerplatte auf, wölben sich die Dielenkanten nach oben. Dieser Schaden ist nicht reparabel, weil das Material sich ausgedehnt hat und nicht wieder zusammengeht. Erkennbar ist er an aufgestellten Kanten, die sich rau anfühlen, und an Fugen, die plötzlich sichtbar breiter sind.
- Nur nebelfeucht wischen. Das Tuch so auswringen, dass die Oberfläche innerhalb von Sekunden trocken ist.
- Kein Dampfreiniger. Er ist auf Laminat die häufigste Schadensursache überhaupt.
- Verschüttetes sofort aufnehmen, nicht bis zum Feierabend liegen lassen.
- Fugen im Nassbereich abdichten, etwa an Spüle, Waschmaschine und Badezimmertür.
- Bei Wasserschaden sofort trocknen, Dielen gegebenenfalls aufnehmen und Estrich lüften.
Warum Laminat nicht abgeschliffen werden kann
Bei Parkett trägt man bei einem Fleck einfach etwas Holz ab. Bei Laminat ist unter der Dekorschicht kein Holz, sondern ein bedrucktes Papier. Wer schleift, schleift durch das Dekor hindurch und legt die Trägerplatte frei.
Deshalb gibt es bei tieferen Schäden nur zwei Wege: einen Ausbesserungssatz mit Hartwachs, der Kratzer und kleine Fehlstellen farblich angleicht, oder den Austausch der betroffenen Diele. Bei Klick-Laminat lässt sich eine einzelne Diele in vielen Fällen von der Wand her herauslösen und ersetzen. Details dazu stehen im Ratgeber zum Laminat-Reparaturset.
TippLegen Sie beim Verlegen ein bis zwei Dielen aus derselben Charge beiseite. Laminat-Dekore werden regelmäßig überarbeitet, und schon nach zwei Jahren weicht dieselbe Artikelnummer im Farbton sichtbar ab. Die Reserve entscheidet später darüber, ob eine Reparatur unauffällig wird.
Die richtige Reinigungsroutine
- Erst saugen oder kehren. Sandkörner sind der Hauptgrund für Kratzer, feucht gewischt wirken sie wie Schleifpapier.
- Tuch gründlich auswringen, bis es sich nur noch klamm anfühlt.
- Milden Reiniger dosieren, speziell für Laminat, keine Allzweckreiniger mit Wachs oder Pflegefilm.
- In Dielenrichtung wischen, so bleiben weniger Schlieren.
- Nachtrocknen, wenn Pfützen oder feuchte Streifen zurückbleiben.
- Filzgleiter unter alle Möbel, und Sauberlaufmatten an den Eingängen.
Für Massivholzböden gelten andere Regeln, siehe die Ratgeber zu Flecken auf Parkett und Flecken auf Holz.
