Parkett ist Massivholz, und das bedeutet: Jeder Fleck ist grundsätzlich reparabel, weil Material zum Abtragen da ist. Ob eine Reparatur allerdings unsichtbar bleibt, hängt an der Oberfläche.
Geöltes Parkett lässt sich punktuell nacharbeiten. Die Stelle wird angeschliffen, nachgeölt, und der Übergang verschwindet, weil Öl in das Holz einzieht statt darauf zu liegen. Lackiertes Parkett verhält sich umgekehrt: Der Lack bildet einen geschlossenen Film, und jede angeschliffene Stelle bleibt als matter Rand sichtbar, egal wie sorgfältig gearbeitet wird.
Erst prüfen: geölt oder versiegelt?
Geben Sie an einer unauffälligen Stelle einen Wassertropfen auf den Boden und warten Sie fünf Minuten.
- Der Tropfen perlt ab und die Stelle bleibt hell: versiegelt, also lackiert.
- Der Tropfen zieht langsam ein und die Stelle dunkelt nach: geölt oder gewachst.
- Der Boden fühlt sich seidig-warm an: spricht für Öl.
- Der Boden fühlt sich glatt und leicht kühl an: spricht für Lack.
Weiße und dunkle Flecken
Wie bei allen Holzoberflächen verrät die Farbe, wo der Fleck sitzt. Ein weißer Schleier steckt in der Öl-, Wachs- oder Lackschicht, ein dunkler Fleck im Holz selbst.
| Fleck | Geöltes Parkett | Lackiertes Parkett |
|---|---|---|
| Weißer Schleier | nachölen, meist genügt das | vorsichtig mit Wärme, sonst Fachbetrieb |
| Dunkler Wasserfleck | anschleifen und nachölen | punktuell kaum lösbar |
| Fettfleck | Kartoffelmehl, dann nachölen | Spülmittel, meist unproblematisch |
| Rotwein, Kaffee | sofort abtupfen, dann nachölen | abwischen, Lack schützt |
| Kratzer | anschleifen, nachölen | Reparaturset, sonst sichtbar |
| Gummiabrieb | Radiergummi oder Reinigungsöl | Radiergummi, dann feucht wischen |
MerkeDer große Vorteil von geöltem Parkett zeigt sich genau hier: Wo lackierter Boden nach einem Wasserschaden komplett abgeschliffen werden muss, reicht bei geöltem oft eine Diele. Wer neu verlegt und Kinder oder Haustiere im Haus hat, sollte das in die Entscheidung einbeziehen.
So reparieren Sie eine Stelle im geölten Parkett
- Stelle reinigen und vollständig trocknen lassen.
- In Faserrichtung anschleifen, mit Körnung 120 beginnen, dann 180 und 240.
- Über die gesamte Diele arbeiten, nicht nur über den Fleck, sonst entsteht eine sichtbare Vertiefung.
- Staub gründlich entfernen, am besten absaugen und nebelfeucht nachwischen.
- Mit demselben Öl nachbehandeln, dünn auftragen und einziehen lassen.
- Überschuss abnehmen und die vom Hersteller angegebene Trockenzeit einhalten.
Die häufigsten Fehler bei der Parkettpflege
Kein Dampfreiniger auf Parkett. Heißer Dampf treibt Feuchtigkeit in die Fugen und unter die Versiegelung. Das Holz quillt auf, die Fugen öffnen sich, und im schlimmsten Fall lösen sich die Dielen. Derselbe Schaden entsteht durch zu nasses Wischen.
- Zu nass wischen. Parkett verträgt nur nebelfeuchte Tücher, die Oberfläche muss innerhalb von Sekunden abtrocknen.
- Allzweckreiniger verwenden. Er greift Öl und Wachs an. Richtig sind Pflegemittel, die zur Oberfläche passen.
- Fleck nur punktuell schleifen. Erzeugt eine Delle, die im Streiflicht auffälliger ist als der Fleck.
- Filzgleiter weglassen. Der häufigste Grund für Kratzer, und Kratzer sind Eintrittspforten für Feuchtigkeit.
- Blumentöpfe direkt aufstellen. Unter jedem Topf gehört eine Unterlage mit Luftspalt.
Für Möbel gelten dieselben Prinzipien, siehe den Ratgeber zu Flecken auf Holz. Laminat verhält sich dagegen völlig anders, weil es kein Massivholz ist, siehe Flecken auf Laminat. Bei Bodenschäden hilft außerdem das Reparaturset.
