Der Begriff Gartenbrunnen meint zwei völlig verschiedene Dinge. Das eine ist ein gebohrter oder gerammter Brunnen, der Grundwasser fördert und in vielen Bundesländern anzeigepflichtig ist. Das andere ist ein dekoratives Wasserspiel mit geschlossenem Kreislauf. Hier geht es ausschließlich um das Zweite: ein Umlaufbrunnen aus alten Pflanztöpfen, bei dem dasselbe Wasser immer wieder nach oben gepumpt wird.
Der Aufbau ist simpel. Unter der sichtbaren Oberfläche liegt ein Reservoir, meist ein Kunststoffbehälter oder Mörtelkübel. Darin steht eine Tauchpumpe. Ein Schlauch führt nach oben in den obersten Topf, das Wasser läuft von Topf zu Topf und fällt durch eine Abdeckung aus Gitter und Kies zurück ins Reservoir. Mehr Technik steckt nicht dahinter.
Welche Töpfe eignen sich und welche nicht?
Der Topf muss zwei Dinge aushalten: dauerhafte Nässe und Frost. Wasser, das im Winter in den Poren gefriert, sprengt das Material. Genau daran gehen die meisten selbst gebauten Brunnen im ersten Winter kaputt.
| Material | Frostfest | Bohrbar | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Terrakotta unglasiert | meist nicht | ja, mit Fliesenbohrer nass | saugt Wasser, platzt bei Frost, im Winter hereinholen |
| Terrakotta frostfest gebrannt | ja, wenn ausgewiesen | ja, langsam und nass | am Kaufbeleg oder Aufdruck erkennbar |
| Steinzeug glasiert | meist ja | ja, Diamantbohrer, sehr langsam | Glasur springt am Bohrloch leicht ab |
| Beton, Faserzement | ja | ja, Steinbohrer ohne Schlag | schwer, braucht festen Unterbau |
| Kunststoff | ja | ja, Holzbohrer | leicht, kippt, muss beschwert werden |
| Zink, verzinktes Blech | ja | ja, Metallbohrer | korrodiert an der Wasserlinie |
Ein zweiter Punkt: Die Töpfe brauchen Standfestigkeit. Ein 40 Zentimeter hoher Terrakottatopf, der mit Wasser gefüllt oben auf zwei kleineren steht, hat einen hohen Schwerpunkt. Wenn ein Kind daran zieht, kippt der ganze Turm. Verbinden Sie die Ebenen deshalb mechanisch, etwa mit einem durchgehenden Gewindestab, oder setzen Sie den obersten Topf in eine Aussparung des darunterliegenden.
Welche Pumpe brauchen Sie und wie viel Wasser bewegt sie?
Zwei Werte zählen: die Fördermenge in Litern je Stunde und die Förderhöhe in Metern. Die Förderhöhe muss den Höhenunterschied zwischen Wasserspiegel im Reservoir und Austrittsstelle im obersten Topf sicher überschreiten, sonst kommt nichts an. Bei angegebener maximaler Förderhöhe sinkt die Fördermenge auf null, deshalb rechnen Sie mit Reserve.
| Aufbauhöhe | Empfohlene Förderhöhe | Typische Fördermenge | Leistungsaufnahme |
|---|---|---|---|
| bis 50 Zentimeter | mindestens 1,0 Meter | 300 bis 600 Liter je Stunde | etwa 5 bis 12 Watt |
| 50 bis 100 Zentimeter | mindestens 1,5 Meter | 600 bis 1200 Liter je Stunde | etwa 15 bis 25 Watt |
| über 100 Zentimeter | mindestens 2,0 Meter | ab 1200 Liter je Stunde | ab 25 Watt |
Eine leise Pumpe ist kein Luxus. Wenn der Brunnen neben der Sitzecke steht, hören Sie das Laufgeräusch stundenlang. Achten Sie außerdem auf die Schutzart. Tauchpumpen für den Dauerbetrieb unter Wasser tragen üblicherweise IP68. Die Kupplungsstelle zwischen Pumpenkabel und Zuleitung darf nicht im Wasser liegen und muss ihrerseits für den Außenbereich zugelassen sein.
Wasser und 230 Volt vertragen sich nicht, und das ist keine Floskel. Der Stromkreis, an dem die Pumpe hängt, muss über einen Fehlerstromschutzschalter mit 30 Milliampere Bemessungsdifferenzstrom laufen. Das Verlegen einer festen Zuleitung ins Freie, das Setzen einer Außensteckdose und der Anschluss im Verteiler sind Arbeiten, die eine Elektrofachkraft ausführt. Für Springbrunnen und begehbare Wasserbecken schreibt DIN VDE 0100-702 zusätzlich Schutzbereiche vor, in denen nur Schutzkleinspannung SELV mit höchstens 12 Volt Wechselspannung oder 30 Volt Gleichspannung zulässig ist. Wenn Sie ohne Elektriker arbeiten wollen, nehmen Sie eine Solarpumpe mit eigenem Modul und Akku. Dann liegt keine Netzspannung im Garten.
Wie eine ordnungsgemäße Außensteckdose aussieht und welche Schutzart sie braucht, steht im Beitrag über Außensteckdosen im Garten. Verlängerungskabel quer über den Rasen sind ausdrücklich keine Lösung, auch nicht als Provisorium über eine Saison.
Material und Werkzeug
- Töpfe: drei Stück in abgestufter Größe, etwa 40, 30 und 20 Zentimeter Durchmesser. Alle frostfest oder im Winter zum Einlagern vorgesehen.
- Reservoir: Mörtelkübel oder Pflanzkübel mit 45 bis 90 Litern Volumen. Je größer, desto seltener müssen Sie Wasser nachfüllen.
- Tauchpumpe: passend zur Aufbauhöhe, siehe Tabelle oben. Mit Schlauchanschluss 1/2 Zoll oder 3/4 Zoll.
- Schlauch: Spiralschlauch oder PVC-Schlauch, Innendurchmesser passend zum Pumpenstutzen, Länge Aufbauhöhe plus 50 Zentimeter Reserve.
- Abdeckung: verzinktes Gitterrost oder Baustahlmatte, Maschenweite 5 bis 10 Zentimeter, zugeschnitten mit mindestens 10 Zentimeter Überstand über den Kübelrand.
- Abdeckvlies: Teichvlies oder Unkrautvlies über das Gitter, damit kein Kies ins Reservoir fällt.
- Kies oder Zierschotter: Körnung 16 bis 32 Millimeter, etwa 40 bis 60 Kilogramm für eine Abdeckfläche von 1 Quadratmeter.
- Dichtstoff: Sanitärsilikon für den Außenbereich oder Teichdichtmasse, um Bohrlöcher am Schlauchdurchtritt abzudichten.
- Werkzeug: Bohrmaschine ohne Schlagwerk, Fliesen- oder Diamantbohrer 12 bis 20 Millimeter, Spaten, Wasserwaage, Kartuschenpistole, Winkelschleifer oder Bolzenschneider für das Gitter, Arbeitshandschuhe und Schutzbrille.
Beim Bohren keramischer Töpfe gilt: kein Schlagbohren, niedrige Drehzahl, Bohrstelle dauerhaft nass halten. Ein Terrakottatopf springt sonst zuverlässig. Kleben Sie ein Stück Kreppband auf die Bohrstelle, damit der Bohrer nicht verläuft.
Wie bauen Sie den Brunnen Schritt für Schritt?
- Standort festlegen. Ebene Fläche, nicht direkt unter Laubbäumen, mit Sichtbezug zur Sitzecke und in Reichweite einer ordnungsgemäßen Außensteckdose. Halbschatten reduziert Algenwachstum.
- Grube ausheben. Umriss des Reservoirs anzeichnen, etwa 10 Zentimeter tiefer und 15 Zentimeter breiter ausheben als der Kübel misst. Sohle mit 5 Zentimeter Sand ausgleichen und verdichten.
- Reservoir einsetzen. Kübel einstellen, mit der Wasserwaage in beiden Richtungen ausrichten, seitlich mit Sand hinterfüllen und lagenweise andrücken. Der Rand soll 2 bis 3 Zentimeter über Geländeoberkante stehen, damit kein Erdreich einschwemmt.
- Töpfe bohren. Jeden Topf am Boden mittig durchbohren, Durchmesser etwa 3 Millimeter größer als der Schlauch. Nass bohren, ohne Schlag, mit leichtem Druck. Rechnen Sie 5 bis 15 Minuten je Loch bei Steinzeug.
- Trockenaufbau. Alle Töpfe ohne Wasser und ohne Kleber übereinander stellen, Standfestigkeit prüfen, Positionen anzeichnen. Korrigieren ist jetzt einfach und später nicht mehr.
- Gitter zuschneiden. Gitterrost auf Maß bringen, Schnittkanten entgraten. Das Gitter muss das Gewicht der Töpfe und der Kiesschicht tragen und dabei auf dem Kübelrand aufliegen, nicht im Kübel hängen.
- Pumpe einsetzen. Pumpe auf einen Ziegel oder eine Platte im Reservoir stellen, damit sie nicht direkt auf dem Boden liegt und Sediment ansaugt. Schlauch aufstecken, mit Schlauchschelle sichern.
- Schlauch durchführen. Schlauch durch das Gitter und durch die Topfböden nach oben führen. Die Durchtrittsstellen an den Topfböden mit Dichtstoff abdichten, damit das Wasser über den Topfrand läuft und nicht am Schlauch entlang.
- Probelauf ohne Kies. Reservoir befüllen, Pumpe einstecken, 15 Minuten laufen lassen. Prüfen Sie, wohin das Wasser tatsächlich fließt und ob alles im Reservoir landet. Wasser läuft an Kanten entlang, nicht dorthin, wo man es plant.
- Abdichten und korrigieren. Wo Wasser danebenläuft, Topfstellung ändern oder eine Ablaufnase aus Dichtstoff modellieren. Aushärtezeit von Silikon beachten, meist 24 Stunden bei 1 bis 2 Millimeter Schichtdicke je Tag.
- Vlies und Kies aufbringen. Vlies über das Gitter legen, Kies verteilen, den Topfsockel freilassen. Der Kies verdeckt die Technik und dämpft das Aufprallgeräusch.
- Endkontrolle. Pumpe einschalten, Wasserstand nach einer Stunde prüfen, Kabelführung kontrollieren. Legen Sie fest, wie Sie das Reservoir zum Nachfüllen erreichen, ohne den halben Kies wegzuräumen.
MerkePlanen Sie von Anfang an eine Wartungsöffnung. Ein Kunststoffrohr mit 15 Zentimeter Durchmesser, senkrecht neben der Pumpe ins Reservoir gestellt und mit einem Deckel oder einem flachen Stein verschlossen, ist der Zugang zum Wasserstand und zur Pumpe. Ohne diese Öffnung schaufeln Sie bei jeder Wartung den Kies beiseite und legen das Gitter frei. Das macht man zweimal, danach steht der Brunnen ab.
Wie gefährlich ist ein offener Brunnen für Kleinkinder?
Gefährlicher, als die geringe Wassermenge vermuten lässt. Kleinkinder können bereits in wenigen Zentimetern Wasser ertrinken, weil ihr Kopf im Verhältnis zum Körper schwer ist und sie sich aus eigener Kraft oft nicht wieder aufrichten. Hinzu kommt, dass Ertrinken bei Kindern meist lautlos abläuft. Es gibt kein Rufen und kein Plätschern, an dem Erwachsene es bemerken würden.
Die DLRG rät bei Gartenteichen zu einer festen Umzäunung mit absperrbarem Zugang und weist darauf hin, dass bloße Abdeckungen nicht genügen, weil Kinder darunter geraten können. Handelsübliche einfache Netze haben sich nicht bewährt. Für einen Umlaufbrunnen bedeutet das:
- Kein offenes Becken: Bauen Sie die Variante mit verdecktem Reservoir unter Gitter und Kies. Es steht dann keine freie Wasserfläche zur Verfügung.
- Gitter tragfähig auslegen: Das Rost muss das Gewicht eines Kindes aushalten und darf nicht kippen. Auflage rundum, nicht nur an zwei Kanten.
- Standsicherheit der Töpfe: Der Turm darf nicht kippen, wenn ein Kind sich daran hochzieht. Ebenen mechanisch verbinden oder den obersten Topf beschweren.
- Zugang begrenzen: Solange Kleinkinder im Haushalt leben, ist ein umzäunter Gartenbereich die wirksamere Maßnahme als jede Abdeckung am Brunnen selbst.
- Aufsicht bleibt Pflicht: Technische Maßnahmen ersetzen keine Aufsicht. Sie verschaffen nur Zeit.
Wer stattdessen eine offene Wasserfläche möchte, sollte die Sicherungsfrage von vornherein mitplanen. Der Beitrag über den Terrassenteich behandelt die gleiche Abwägung bei größerem Wasservolumen.
Was kostet der Betrieb und welche Wartung fällt an?
Eine 20-Watt-Pumpe, die täglich zehn Stunden läuft, verbraucht 0,2 Kilowattstunden am Tag. Über eine Saison von sechs Monaten sind das rund 36 Kilowattstunden, bei 35 Cent je Kilowattstunde also etwa 13 Euro. Der Wasserverbrauch fällt kaum ins Gewicht, weil nur die Verdunstung ersetzt wird, im Hochsommer je nach Fläche einige Liter pro Woche.
| Position | Ungefähre Kosten |
|---|---|
| Töpfe aus dem Bestand | 0 Euro |
| Tauchpumpe 15 bis 25 Watt | 25 bis 70 Euro |
| Mörtelkübel 90 Liter | 10 bis 20 Euro |
| Gitterrost oder Baustahlmatte | 15 bis 35 Euro |
| Kies 50 Kilogramm | 10 bis 25 Euro |
| Schlauch, Schellen, Dichtstoff | 15 bis 25 Euro |
| Strom je Saison bei 20 Watt und 10 Stunden am Tag | etwa 13 Euro |
| Elektroinstallation durch Fachbetrieb (falls nötig) | abhängig von Leitungsweg, deutlich dreistellig |
Die reine Bauzeit liegt bei 4 bis 6 Stunden, verteilt über zwei Tage wegen der Aushärtezeit des Dichtstoffs. Beim Bohren harter Töpfe kann es länger dauern.
Zur Wartung gehören drei Handgriffe. Erstens: Wasserstand wöchentlich prüfen und nachfüllen, denn eine trockenlaufende Pumpe geht innerhalb kurzer Zeit kaputt. Zweitens: Pumpenfilter alle vier bis sechs Wochen reinigen, weil Algen und Sediment den Durchsatz senken. Wenn der Wasserstrahl schwächer wird, ist meist der Filter zugesetzt und nicht die Pumpe defekt, ein Muster, das auch beim Poolpumpensystem auftritt. Drittens: Im Herbst Wasser vollständig ablassen, Pumpe entnehmen, frostfrei lagern und nicht frostfeste Töpfe hereinholen.
Ein Wort zu Stechmücken. Stehendes Wasser ist Brutstätte für Mückenlarven, die Entwicklung vom Ei zur fertigen Mücke dauert je nach Temperatur etwa ein bis zwei Wochen. Ein Brunnen, dessen Pumpe täglich läuft, ist wenig attraktiv, weil bewegtes Wasser die Eiablage stört. Kritisch wird es, wenn der Brunnen im Urlaub drei Wochen stillsteht. Dann entweder Zeitschaltuhr weiterlaufen lassen oder das Reservoir vorher leeren.
