Beim Rückbau einer Mauer, einer alten Terrasse oder eines Gartenwegs bleibt fast immer ein Haufen Steine übrig. Daraus einen Grillplatz zu bauen, ist naheliegend. Bevor der erste Stein liegt, sind aber zwei Fragen zu klären, die nicht vom Geschmack abhängen: Wo darf die Feuerstelle hin, und welcher dieser Steine verträgt überhaupt Hitze.

Welche Abstände muss eine Feuerstelle einhalten?
Es gibt kein bundesweites Gesetz zum Gartenfeuer. Die Regeln stehen im Landesimmissionsschutzrecht, in Brandschutzverordnungen der Länder und in kommunalen Satzungen. Deshalb kann Ihnen verbindlich nur das Ordnungsamt Ihrer Gemeinde sagen, was auf Ihrem Grundstück erlaubt ist. Die folgenden Werte stammen aus Sicherheitsratgebern und sind als Orientierung zu verstehen.
| Abstand zu | Genannter Mindestwert | Grund |
|---|---|---|
| Gebäude mit nicht brennbarer Außenwand | 5 Meter | Funkenflug, Strahlungswärme an Fenstern |
| Holzhaus oder Gebäude mit brennbarer Fassade | 10 Meter | Fassade kann sich entzünden |
| Grundstücksgrenze | 3 Meter | Nachbarschutz, Rauchbelästigung |
| Hecken, Sträucher, Bäume, Holzstapel | so groß wie möglich, mindestens wie zum Gebäude | Trockenes Laub und Nadelgehölze fangen leicht Feuer |
Zur Genehmigung gilt eine Faustunterscheidung. Ein Feuer in einem festen Behälter, also in einer Feuerschale, einem Feuerkorb oder einer gemauerten Feuerstelle, gilt vielerorts als zulässig, solange die Flamme etwa einen Meter in Höhe, Breite und Tiefe nicht überschreitet. Ein echtes offenes Lagerfeuer direkt auf dem Boden ist dagegen in der Regel ohne Genehmigung des Ordnungsamts nicht erlaubt, und dafür werden in Ratgebern erheblich größere Abstände genannt, teils bis zu 50 Metern zum nächsten Gebäude. Wo Quellen so weit auseinanderliegen, gilt die vorsichtigere Angabe, und die Auskunft der Gemeinde ersetzt beide.
Bei Waldbrandgefahr bleibt das Feuer aus. Die Waldbrandgefahrenstufen werden vom Deutschen Wetterdienst und den Landesforstverwaltungen veröffentlicht. Bei erhöhter Stufe verbieten viele Kommunen offenes Feuer im Freien ganz, unabhängig von Abstand und Behälter. Ein einzelner Funke reicht bei Ostwind und trockener Streu. Prüfen Sie die Stufe am Tag des Grillens, nicht in der Woche davor.
Welche Steine platzen im Feuer?
Der Mechanismus ist immer derselbe. Poröse Steine nehmen Wasser auf und speichern es in ihren Hohlräumen. Bei großer Hitze verdampft dieses Wasser, der Innendruck steigt schlagartig und der Stein reißt auf. Je nach Größe und Feuchte reicht das von einem lauten Knall mit abplatzenden Schalen bis zu Splittern, die mehrere Meter weit fliegen. Verletzungen an Augen und Gesicht sind der typische Schaden.
Deshalb ist die Herkunft der Steine wichtiger als ihr Aussehen. Steine aus Bächen und Flussufern sind die schlechteste Wahl überhaupt: Sie sind rundgeschliffen, oft porös und über Jahre wassergesättigt. Auch alte Steine aus dem eigenen Garten sind nicht automatisch trocken, wenn sie monatelang im Erdreich lagen.
| Steinart | Eignung für die Feuerzone | Hinweis |
|---|---|---|
| Schamottstein | sehr gut | hält Temperaturen über 1.000 Grad Celsius aus |
| Granit | gut | dicht, geringe Wasseraufnahme |
| Basalt, Grauwacke | gut | auch als Splitt für die Bodenfläche bewährt |
| Klinker, Back- und Ziegelstein | gut | waren bei der Herstellung selbst hoch erhitzt |
| Kalkstein, Sandstein | ungeeignet | porös, nimmt Wasser auf, platzt |
| Kieselsteine, Flusskiesel | ungeeignet | eingeschlossenes Wasser, hohe Splittergefahr |
| Normaler Beton, Porenbeton | ungeeignet | kann bei Hitze explosionsartig abplatzen |
Das heißt nicht, dass Ihre alten Steine nutzlos sind. Trennen Sie den Aufbau in zwei Zonen. In die Feuerzone, also den unmittelbaren Brandraum, kommen nur Schamotte, Granit, Basalt oder Klinker. Für die äußere Einfassung, die Sitzmauer und den Bodenbelag rundherum dürfen alte Pflastersteine, Betonplatten oder Sandstein liegen, solange sie mindestens einen halben Meter Abstand zur Glut haben. Welche Beläge sich als Randfläche eignen, steht im Beitrag über Terrassensteine.
Welcher Untergrund gehört unter die Feuerstelle?
Der Untergrund muss zwei Dinge leisten: Er darf nicht brennen, und er darf unter der Steinsetzung nicht absacken. Genannt werden Beton, Steinplatten, Kies, verdichteter Sand oder gut gewässerter Rasen. Trockenes Gras, Rindenmulch, Holzhackschnitzel und Holzterrassen scheiden aus.
- Wurzelbereich: Bauen Sie die Feuerstelle nicht über Baumwurzeln. Die Hitze schädigt Feinwurzeln, und der Baum reagiert Jahre später mit Kronentrocknis.
- Leitungen: Prüfen Sie, ob Bewässerungsleitungen, Gartenstrom oder Drainagerohre unter der Fläche liegen, bevor Sie ausheben.
- Windrichtung: Beobachten Sie an mehreren Abenden, wohin der Rauch zieht. Die Hauptwindrichtung entscheidet darüber, ob Sie mit dem Nachbarn Ärger bekommen.
- Überdachung: Feuer gehört nie unter ein Dach, in einen Pavillon oder ein Zelt. Neben dem Brandrisiko ist die Kohlenmonoxidgefahr real und nicht wahrnehmbar.
- Gefälle: Legen Sie die Fläche eben an. Eine Feuerschale auf schrägem Grund kippt, und Glut rollt bergab.
Wie bauen Sie die Feuerstelle Schritt für Schritt?

- Amt fragen. Klären Sie beim Ordnungsamt, ob eine feste Feuerstelle auf Ihrem Grundstück zulässig ist und ob eine Anzeige nötig ist. Notieren Sie Datum und Ansprechpartner.
- Steine sortieren. Legen Sie den Haufen auseinander und teilen Sie in feuerfest und nicht feuerfest. Ritzen Sie im Zweifel mit einem Nagel: Was sich leicht ritzen lässt, ist meist weich und porös.
- Steine trocknen. Lagern Sie die Steine für die Feuerzone mehrere Wochen überdacht und luftig. Nasse Steine sind das Hauptrisiko, unabhängig von der Gesteinsart.
- Platz abstecken. Markieren Sie den Kreis mit Schnur und Pflock und prüfen Sie die Abstände zu Gebäude, Grenze und Bewuchs mit dem Bandmaß. Schätzen reicht hier nicht.
- Grube ausheben. Heben Sie den Oberboden im Kreis ab und schaffen Sie eine ebene, feste Sohle. Der Aushub geht in ein Beet.
- Kies einbauen. Füllen Sie eine Schicht Basalt- oder Granitsplitt ein und verdichten Sie sie mit einem Handstampfer. Splitt aus diesen Gesteinen hat sich für Feuerstellen bewährt, Flusskies nicht.
- Ring setzen. Setzen Sie die feuerfesten Steine ringförmig auf, dicht gestoßen und mit versetzten Fugen. Für den Brandraum sind Schamottsteine die sicherste Innenlage.
- Trocken aufbauen oder mörteln. Wer mörtelt, braucht hitzebeständigen Feuermörtel, normaler Zementmörtel reißt. Ein trocken gesetzter Ring lässt sich später umbauen und ist für kleine Feuerstellen völlig ausreichend.
- Erstes Feuer klein halten. Brennen Sie die Stelle mit einem kleinen Feuer ein und bleiben Sie auf Abstand. Steine, die knallen, zeigen sich beim ersten Mal.
- Löschmittel bereitstellen. Stellen Sie mehrere gefüllte Wassereimer bereit, bevor Sie anzünden, dazu einen Spaten. Sand erstickt Glut schneller als Wasser und spritzt nicht.
Was darf verbrannt werden und was nicht?
Erlaubt ist naturbelassenes, trockenes Holz. Genannt werden lufttrockenes Restholz und Anzündholz, zwei Jahre abgelagerte Äste und Holzstücke, Holzbriketts oder Pellets sowie Kohle und Holzkohle. Nicht erlaubt sind Gartenabfälle, Laub, nasses Holz, lackiertes oder behandeltes Holz und Hausmüll.
Das ist keine Formalie. Behandeltes Holz setzt beim Verbrennen Schadstoffe frei, die im Rauch direkt bei Ihnen und Ihren Gästen landen. Nasses Holz qualmt stark, weil ein Großteil der Energie zunächst in die Verdampfung des Wassers geht, und genau dieser Qualm ist der häufigste Grund für Beschwerden aus der Nachbarschaft. Feuchtes Laub verhält sich ähnlich und ist zusätzlich in vielen Kommunen ausdrücklich verboten.
MerkeEin Feuer im Garten muss durchgehend beaufsichtigt werden, auch wenn nur noch Glut liegt. Glut kann Stunden nach dem sichtbaren Erlöschen noch Temperaturen halten, die trockenes Material entzünden. Gießen Sie die Feuerstelle vor dem Verlassen mit Wasser ab und rühren Sie die Asche durch, bis kein Zischen und kein Dampf mehr aufsteigt.
Feste Feuerstelle oder mobile Lösung?
Eine gemauerte Feuerstelle ist dauerhaft, standfest und sieht gut aus. Sie hat aber drei Nachteile: Sie liegt fest, sie ist rechtlich eher als offenes Feuer einzuordnen als eine Schale, und sie lässt sich nicht wegräumen, wenn die Kinder klein sind oder der Garten neu geplant wird.
Eine mobile Feuerschale ist in vielen Kommunen unproblematischer, weil das Feuer eingefasst ist und der Boden darunter kalt bleibt, sofern die Schale auf Füßen steht. Sie lässt sich im Winter unterstellen, was die Lebensdauer deutlich verlängert. Eine Bauidee aus vorhandenem Material finden Sie im Beitrag über die tragbare Feuerstelle aus alten Waschmaschinentrommeln. Und wenn es Ihnen ohnehin ums Grillen geht und nicht ums Feuer, ist die Gegenüberstellung im Beitrag über Barbecue-Gasgrills die ehrlichere Grundlage für die Entscheidung, denn Gas macht keinen Funkenflug und keinen Rauch.
Ein letzter Punkt, den viele erst nach dem Bau bemerken: Planen Sie die Sitzplätze mit mindestens 1,5 Metern Abstand zum Feuerrand. Näher wird es bei kleinem Wind unangenehm heiß, und wer aufsteht, tritt sonst in die Glutkante.
