Ein Barbecue-Gasgrill ist ein Standgerät. Er rollt auf Rädern, er trägt eine 5- oder 11-Kilogramm-Gasflasche im Unterschrank, und er hat einen Deckel, der den Garraum schließt. Damit unterscheidet er sich grundlegend vom kleinen Kartuschengerät, das auf dem Tisch steht. Der Unterschied ist nicht nur eine Frage der Größe, sondern der Garverfahren: Erst mit Deckel und mehreren getrennt regelbaren Brennern lässt sich indirekt garen, und genau darin liegt der Zweck dieser Bauform. Dieser Text erklärt die Auslegung, den Betrieb und die Sicherheitsregeln.

Was unterscheidet ihn vom Gas-Tischgrill?
Die Gasquelle und der Deckel. Ein Tischgrill zieht sein Gas aus einer Kartusche von 220 bis 500 Gramm, hat einen oder zwei Brenner und leistet etwa 2 bis 4,3 Kilowatt. Ein Barbecue-Gasgrill hängt an einer Flasche, liegt bei rund 7 bis 20 Kilowatt Gesamtleistung und verteilt diese auf zwei bis sechs Hauptbrenner, oft zusätzlich einen Seitenbrenner für Töpfe. Aus dem Deckel folgt die zweite Funktion: Der Grill wird zum Ofen, in dem Hitze umläuft, statt nur von unten zu strahlen.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Wenn Sie Würstchen und Steaks für zwei bis vier Personen scharf angrillen wollen, reicht ein Kartuschengerät. Sobald Sie einen Rollbraten, ein ganzes Hähnchen oder Spareribs über mehrere Stunden garen möchten, brauchen Sie das Standgerät. Die kleine Bauform wird im Beitrag zu Gas-Tischgrills ausführlich behandelt.
Wie viele Brenner und wie viel Fläche brauchen Sie?
Zwei Brenner sind das Minimum für indirektes Grillen, weil Sie einen davon abschalten müssen. Drei Brenner sind der praktische Standard, denn dann können Sie die beiden äußeren betreiben und in der Mitte indirekt garen, ohne dass das Grillgut auf einer Seite steht. Mehr als vier Brenner brauchen Sie nur bei entsprechend großer Runde. Für die Fläche gilt ein Auslegungswert von etwa 400 bis 500 Quadratzentimetern pro Person. Das ist ein Richtwert und keine Norm, aber er verhindert die häufigste Fehlplanung, nämlich einen zu kleinen Grill für die tatsächliche Gästezahl.
| Personen | Grillflaeche (Richtwert) | Brenner | Was damit geht |
|---|---|---|---|
| 2 | etwa 800 bis 1.000 Quadratzentimeter | 2 | direkt grillen, indirekt nur klein |
| 4 | etwa 1.600 bis 2.000 Quadratzentimeter | 3 | direkte Zone plus echte indirekte Mitte |
| 6 | etwa 2.400 bis 3.000 Quadratzentimeter | 4 | zwei Temperaturzonen parallel |
| 8 und mehr | ab etwa 3.200 Quadratzentimeter | 5 bis 6 | Warmhaltezone zusaetzlich moeglich |
Die Gesamtleistung in Kilowatt allein sagt wenig aus. Ein Gerät mit 14 Kilowatt und schlechter Hitzeverteilung liefert ungleichmäßigere Ergebnisse als eines mit 10 Kilowatt und sauber verteilten Brennerrohren. Prüfen Sie stattdessen, ob jeder Brenner einzeln regelbar ist, ob der Deckel ein Thermometer trägt und ob unter dem Rost Flammenverteiler sitzen, die das Fett verdampfen lassen, statt es auf die Brenner tropfen zu lassen.
Wie funktioniert indirektes Grillen mit Gas?
Sie schalten die Brenner unter dem Grillgut ab und lassen die daneben brennen. Der Deckel bleibt geschlossen, die heiße Luft umströmt das Gargut, und im Grill entsteht ein Umluftofen. Direkt gegrillt wird bei etwa 230 bis 280 Grad Celsius über dem eingeschalteten Brenner, indirekt bei etwa 150 bis 180 Grad Celsius. Für lange Garungen wie Spareribs regeln viele auf 110 bis 130 Grad Celsius herunter.
Der übliche Ablauf kombiniert beides. Das Fleisch wird zuerst über der direkten Zone von allen Seiten angebraten, danach auf die indirekte Seite gelegt und dort mit geschlossenem Deckel fertig gegart. Für die Garkontrolle brauchen Sie ein Kerntemperaturthermometer, denn die Anzeige im Deckel misst die Lufttemperatur und liegt zudem oft mehrere Zentimeter über dem Rost. Verlassen Sie sich nicht auf Zeitangaben allein. Ein Hähnchen ist bei etwa 80 bis 85 Grad Celsius Kerntemperatur durch, Schweinefleisch ab etwa 70 Grad Celsius, Rinderrouladen und Schmorstücke deutlich höher.
Flüssiggas ist kein harmloser Brennstoff. Vier Punkte gelten ausnahmslos. Erstens: Betreiben Sie den Grill nie in geschlossenen oder überdachten Räumen. Jede Gasverbrennung erzeugt Kohlenmonoxid, das farblos, geruchlos und geschmacklos ist, und Garage, Wintergarten, Zelt oder verglaster Balkon reichen für eine Vergiftung aus, auch bei gekipptem Fenster. Zweitens: Prüfen Sie die Dichtheit ausschließlich mit Seifenlauge im Verhältnis eins zu eins mit Wasser, niemals mit einer Flamme. Bilden sich Blasen, ist die Verbindung undicht und der Grill darf nicht betrieben werden. Drittens: Zünden Sie immer bei offenem Deckel. Bleibt der Deckel zu, sammelt sich Gas im Garraum und entzündet sich beim nächsten Funken als Verpuffung mit Stichflamme. Viertens: Stellen Sie das Gerät standsicher auf ebenen, nicht brennbaren Untergrund und halten Sie Abstand zu Hauswand, Markise, Sonnenschirm und Hecke.
Wie starten Sie den Grill richtig?
- Sichtprüfung machen. Kontrollieren Sie Schlauch und Druckregler auf Risse, poröse Stellen und Verhärtungen. Lesen Sie das aufgedruckte Herstellungsjahr ab.
- Flasche anschließen. Schrauben Sie den Regler mit Linksgewinde handfest an, ohne Werkzeug. Die Flasche steht dabei aufrecht und bleibt es während des gesamten Betriebs.
- Dichtheit prüfen. Pinseln Sie alle Verbindungen mit Seifenlauge ein, öffnen Sie das Flaschenventil und beobachten Sie 30 Sekunden lang. Keine Blasen bedeutet dicht.
- Deckel öffnen. Klappen Sie den Deckel ganz auf, bevor Sie zünden, und lassen Sie ihn offen, bis alle Brenner stabil brennen.
- Brenner der Reihe nach zünden. Beginnen Sie mit dem Brenner, der der Zündung am nächsten liegt. Zündet er nicht innerhalb von etwa 5 Sekunden, schließen Sie das Gas und warten Sie mindestens 5 Minuten.
- Vorheizen. Schließen Sie den Deckel und heizen Sie 10 bis 15 Minuten auf voller Stufe vor. Dabei verbrennen Rückstände auf dem Rost.
- Zonen einstellen. Regeln Sie die Brenner auf die gewünschten Bereiche herunter und schalten Sie die indirekte Zone ab. Erst danach kommt das Grillgut auf den Rost.
- Nach dem Grillen zuerst das Flaschenventil schließen. Lassen Sie das Restgas im Schlauch ausbrennen und drehen Sie danach die Brennerregler zu.
Wie viel Gas verbraucht ein Gasgrill?
Das lässt sich rechnen. Flüssiggas hat einen Heizwert von etwa 14 Kilowattstunden je Kilogramm. Daraus folgt ein Verbrauch von rund 75 Gramm je Kilowatt Leistung und Stunde bei Volllast. Ein Grill mit 3 Brennern und zusammen 9 Kilowatt zieht also bei durchgehend voller Leistung etwa 675 Gramm pro Stunde. Eine 11-Kilogramm-Flasche reicht damit rechnerisch für rund 16 Stunden Volllast.
In der Praxis liegt der Verbrauch niedriger, weil selten alle Brenner gleichzeitig auf voller Stufe laufen. Beim indirekten Garen brennt oft nur ein Brenner auf mittlerer Stufe. Rechnen Sie überschlägig mit 300 bis 800 Gramm je Grillabend. Eine Reserveflasche ist trotzdem sinnvoll, denn Flüssiggasflaschen haben keine brauchbare Füllstandsanzeige. Der einfachste Test ist das Gewicht: Auf jeder Flasche steht das Leergewicht eingeprägt, die Differenz zum gewogenen Gesamtgewicht ist die Restfüllung.
- Rost: Gusseisen speichert Wärme und erzeugt kräftigere Brandstreifen, rostet aber ohne Pflege. Edelstahl ist pflegeleichter, hält die Hitze aber schlechter.
- Deckel: Doppelwandige Deckel halten die Temperatur beim indirekten Garen stabiler und beschlagen weniger.
- Zündung: Piezozündung arbeitet ohne Batterie, elektronische Zündung zündet zuverlässiger bei Feuchtigkeit. Beide brauchen einen sauberen Zündstift.
- Fettführung: Eine herausnehmbare Fettwanne mit Ablauf ist Pflicht. Angesammeltes Fett ist die häufigste Ursache für Fettbrände im Grill.
- Prüfzeichen: CE-Kennzeichnung und Typenschild mit Gasart, Anschlussdruck und Nennleistung müssen vorhanden sein. In Deutschland sind Gasgrills nach DVGW-Arbeitsblatt G 612 auf 50 Millibar ausgelegt, viele Campinggeräte dagegen auf 30 Millibar.
- Rollen mit Bremse: Ein rollender Grill auf abschüssiger Terrasse ist ein reales Risiko, sobald jemand dagegen stößt.
MerkeVerwenden Sie keine Grillbürste mit losen Drahtborsten. Abgebrochene Borsten bleiben im Rost hängen, landen im Grillgut und können beim Verschlucken innere Verletzungen verursachen. Bürsten mit Spiralborsten, Edelstahlspiralen ohne Einzeldrähte oder ein zusammengeknülltes Stück Alufolie in der Zange sind die sicherere Wahl. Langes Grillbesteck hält zusätzlich Abstand zur Hitze.
Was tun, wenn Fett brennt oder Gas austritt?
Beide Fälle haben eine gemeinsame erste Maßnahme: Gaszufuhr schließen. Bei einem Fettbrand drehen Sie zuerst alle Brennerregler zu und danach das Flaschenventil. Anschließend schließen Sie den Deckel, um dem Feuer Sauerstoff zu entziehen. Löschen Sie niemals mit Wasser. Wasser verdampft am heißen Fett schlagartig, das entstehende Dampfvolumen schleudert brennendes Fett explosionsartig in die Umgebung, und aus einem begrenzten Grillbrand wird eine Stichflamme mit mehreren Metern Reichweite. Geeignet sind eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher der Brandklasse F, der ausdrücklich für Speiseöl- und Fettbrände zugelassen ist. Ein Pulverlöscher der Klasse ABC löscht zwar, verteilt aber Löschpulver über die gesamte Terrasse.
Riecht es nach Gas, obwohl der Grill aus ist, gehen Sie anders vor. Flüssiggas wird odoriert, der typische Geruch ist also ein Warnsignal und kein Betriebszustand. Schließen Sie das Flaschenventil, betätigen Sie keine elektrischen Schalter und keine Zündung, und öffnen Sie nichts, was einen Funken erzeugen könnte. Bringen Sie die Flasche ins Freie an einen belüfteten Ort, sofern das gefahrlos möglich ist. Prüfen Sie die Verbindung anschließend mit Seifenlauge. Findet sich keine undichte Stelle oder tritt der Geruch erneut auf, gehört das Gerät in eine Fachwerkstatt. Eigene Reparaturen an Gas führenden Teilen sind für Laien nicht sinnvoll, weil weder Dichtungen noch Düsenbohrungen ohne Prüfmittel korrekt ersetzt werden können.
Wie halten Sie den Grill in Ordnung?
Reinigen Sie den Rost nach jedem Einsatz, solange er warm ist. Eingebrannte Reste lassen sich später nur mit Gewalt entfernen. Die Fettwanne leeren Sie ebenfalls jedes Mal. Einmal je Saison nehmen Sie Rost und Flammenverteiler heraus und reinigen den Innenraum, den Brennerbereich und die Brennerrohre. Spinnen und Insekten bauen bevorzugt in den Luftansaugöffnungen der Brennerrohre, was zu gelben Flammen, Rußbildung und im Extremfall zu Flammenrückschlag führt.
Verstopfte Düsen reinigen Sie mit Druckluft, niemals mit Draht oder Nadel. Wer die Bohrung aufweitet, verändert die Gasmenge dauerhaft. Schlauch und Druckregler sind Verschleißteile mit fester Frist: Der Deutsche Verband Flüssiggas nennt 10 Jahre ab Herstellungsdatum, unabhängig davon, wie gut das Teil aussieht. Elastomere verspröden von innen, und Risse sieht man außen nicht.
Für die Aufbewahrung gilt: Der Grill kann unter einer atmungsaktiven Haube im Freien überwintern, die Gasflasche nicht im Keller. Flüssiggas ist schwerer als Luft und sammelt sich in tiefliegenden Räumen. Lagern Sie Flaschen oberirdisch, belüftet, aufrecht und vor direkter Sonne geschützt. Wer den Grillplatz ohnehin neu anlegt, findet Hinweise zum Untergrund im Beitrag über einen Grillplatz aus alten Steinen. Als letzter Punkt vor der Saison: Wiegen Sie die Flasche und notieren Sie die Restmenge auf einem Klebestreifen, dann steht der Grill nicht mitten im Garen ohne Gas da.
