Kapitallebensversicherung – eine Art der Altersvorsorge

Sie wünschen sich eine optimale Altersvorsorge und möchten dabei gleichzeitig Ihre Angehörigen absichern? Eine Kapitallebensversicherung ermöglicht beides. Eine Lebensversicherung ist eine geeignete Form, um sich und seine Hinterbliebenen für den Todesfall oder das Alter abzusichern. Dabei gibt es heutzutage eine Fülle von Angeboten und Varianten. Eine Kapitallebensversicherung stellt ein Produkt dar, welches Kapitalanlage mit Hinterbliebenenschutz verbindet. Gleichwohl ist dies nicht zwangsläufig der Fall, da der Kunde entscheidet, welche Komponenten den Ausschlag geben.

Bezüglich der Todesfallabsicherung sollten Interessenten prüfen, ob es nicht günstiger wäre, eine additive Risikolebensversicherung abzuschließen. In den meisten Fällen rentiert sich die Todesfallabsicherung in einer Kapitallebensversicherung nicht. In diesem Fall wäre es sinnvoller, den Betrag für die Todesfallabsicherung zu sparen und in einer separaten Risikolebensversicherung zu investieren. Der entschiedene Unterschied zur normalen Lebensversicherung besteht darin, dass aufgrund der Kapitalanlagen wesentlich höhere Renditen erzielt werden können.

Auf diesem Ratgeber-Portal erklären wir die Kapitallebensversicherung (KLV) ausführlich, damit Sie einen Überblick über deren Konditionen und Möglichkeiten bekommen.

Kapitallebensversicherung – für wen?

Insbesondere für Familien stellt die Kapitallebensversicherung eine lohnende Investition dar. Hierbei geht es um die adäquate Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall. Dabei sollte man überlegen, ob man die etwas günstigere Risikolebensversicherung abschließt oder die teurere Kapitallebensversicherung, die wiederum mit hohen Renditen lockt.

Für Paare gibt es die Möglichkeit der verbundenen Kapitallebensversicherung. Hierbei werden beide Personen über eine Versicherung weitaus günstiger versichert, als wenn sie zwei separate Versicherungen abschließen. Im Todesfall einer der Versicherten wird die festgeschriebene Summe an den Partner ausbezahlt und die Police erlischt. Daraus ergibt sich eine gewisse Problematik, wenn der Hinterbliebene nunmehr eine neue Kapitallebensversicherung abschließen möchte. Sollte dieser gegenwärtig einer Risikogruppe angehören (hohes Alter, Krankheitsgeschichte), können die Beiträge entweder exorbitant hoch sein oder das Unternehmen verwehrt den Versicherungsabschluss im Vorhinein. Rentabel ist diese Option nur dann, wenn beide Akteure erwerbstätig sind. Negativ ist hierbei, dass sich diese Form der Kapitallebensversicherung sinkend auf die Renditen auswirken.

Für Selbstständige kann die Kapitallebensversicherung ebenfalls eine sinnvolle Investition sein. In jedem Fall sollte man sich für den Todesfall absichern. Des Weiteren sollte man über einen Berufsunfähigkeitsschutz und eine private Altersvorsorge nachdenken, da man als Selbstständiger nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt und ergo auch keine Leistungen von selbiger zu erwarten hat. Die Option der verbundenen Kapitallebensversicherung kann zudem für Firmen von Interesse sein. Dabei wird ein Gesellschafter beziehungsweise ein Teilhaber versichert zur Abdeckung eines möglichen Schadens im Falle des Ausscheidens.

Was versichert ist

Bei einer Lebensversicherung unterscheidet man zwischen verschiedenen Versicherungsarten:

  • Todelfallversicherung: Bei der Todesfallversicherung, die am geläufigsten ist, bekommen nach dem Tod des Versicherungsnehmers Bezugsberechtigte eine Geldleistung vom Versicherungsunternehmen. Bezugsberechtigte sind beispielsweise Ehepartner oder eigene Kinder.
  • Erlebensfallversicherung: Zu der Erlebensfallversicherung zählen private Rentenversicherungen zur Altersvorsorge. Die bekannteste Form davon ist die sogenannte Riester-Rente. Da die Versicherungsdauer normalerweise erlischt, wenn der Versicherte noch lebt, spricht man von Erlebensfall. Diese Art der Versicherung ist kapitalbindend, das heißt, dass die eingezahlten Beiträge erst zum Versicherungsende ausgezahlt werden. Meist werden private Rentenabsicherungen darüber hinaus finanziell vom Staat unterstützt, so dass der Versicherte eine größere Auszahlung als Einzahlung erwarten kann. Die Zahlungen erfolgen monatlich als Rente zusätzlich zu den gesetzlichen Rentenzahlungen.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört ebenfalls zu den Lebensversicherungen. Ähnlich der Unfallversicherung, ist der Versicherte hier bei Unfällen und Krankheiten abgesichert, durch die er keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachkommen kann. Sobald es dem Versicherungsnehmer nicht mehr möglich ist, einen Beruf auszuüben, erhält er vom Versicherungsunternehmen monatliche Geldleistungen. Diese dienen dem Erhalt des Lebensstandards neben dem Bezug von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II.Die eher seltene Aussteuerversicherung ist von einem Vater für seine Tochter abschließbar. Diese erhält die Versicherungsleistung in Form der Versicherungssumme, wenn sie zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr heiratet oder wenn sie das 25. Lebensjahr vollendet hat, ohne verheiratet zu sein.

Kosten der Kapitallebensversicherung

An erster Stelle stehen die Beiträge, die für die Kapitallebensversicherung gezahlt werden müssen. Des Weiteren erwarten Sie zusätzliche Kosten. Zum einen müssen sie Abschluss- und Verwaltungskosten entrichten. Diese werden entweder von den ersten Beiträgen komplett entrichtet oder anteilig von den Beiträgen abgezogen.

Kostensparend hingegen ist der Verzicht auf die Dynamik der Versicherung. Die Dynamik bezeichnet die kontinuierliche Erhöhung der Beiträge in einem bestimmten Rhythmus (in der Regel alle 2 Jahre), wodurch zwar auch die Versicherungsleistung erhöht wird, jedoch erscheint diese Erhöhung unnötig. Oftmals ändert sich nichts an den Renditen. Darüber hinaus werden dabei wiederum Abschluss- und Verwaltungskosten fällig. Eine weitere Option, Geld zu sparen, ist die quartalsweise anstatt der monatlichen Zahlung. Dabei gilt: Je seltener Sie zahlen, desto niedriger werden die Beiträge. Demnach würden Sie die niedrigsten Beiträge zahlen (in Relation gesehen), wenn Sie die Summe einmal im Jahr entrichten. Demgegenüber stellt die teuerste Variante die monatliche Zahlung dar. Zur Berechnung der eigenen Kosten steht im Internet eine Reihe von Tarifrechnern zur Verfügung.

Da die Beiträge höher sind als bei anderen Formen der Lebensversicherung, sollten sie ihre Gehaltsstruktur beachten. Sofern sie ein Geringverdiener sind, sollten sie auf den Abschluss einer Kapitallebensversicherung verzichten. Die Beiträge zur Kapitallebensversicherung sind als Vorsorgeaufwendungen in der Regel steuerlich geltend zu machen. Dies gilt jedoch nur für Verträge, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden. Seit dem am 1. Januar 2009 in Kraft getretenen, Alterseinkünftegesetz haben sich die Sonderausgaben grundlegend geändert.

Mindestverzinsung

Eine Kapitallebensversicherung wird von den Versicherungsunternehmen mit einem Mindestzinssatz ausgestattet, der die aktuelle gesetzlich festgelegte Mindestverzinsung garantiert. Dieser Zinssatz wird von der BaFin (Bundesaufsichtsbehörde für das Finanzwesen) festgesetzt. Seit dem 1. Januar 2004 darf dabei kein Anbieter einen Zinssatz über 2,75 Prozent anbieten (davor 3,25 %, bis 30. 6. 2000 4 %).

Der Zinssatz entfällt jedoch keineswegs auf die gesamte Summe. Im ersten Schritt werden die Maklerprovisions- und die Verwaltungskostenanteile abgezogen. Daran anschließend der Todesfallschutzanteil. Auf die nunmehr verbleibende Summe (der sogenannte Sparanteil) wird die Mindestverzinsung gerechnet (seit 2007: 2,25 %).

Entgegen der häufig vertretenen Meinung, der Mindestzinssatz sowie der Maximalzinssatz würden eine staatliche Kontrolle für die Unternehmen darstellen, handelt es sich stattdessen um ein Instrument der Unternehmen, um angesichts der langen Laufzeit dieser Verträge (normalerweise 20-30 Jahre) marktgerechte Zinsen zu garantieren. Diese sollen zum einen gewährleisten, dass das Unternehmen die Summen überhaupt erwirtschaften kann und zum anderen um Insolvenzen der Lebensversicherer vorzubeugen. Wie schnell sich die wirtschaftliche Lage entwickeln kann, hat man zuletzt an der Wirtschafts- und Finanzkrise ausmachen können, die 2008 begann. Langzeitprognosen sind auf diesem Sektor nur sehr schwer zu erstellen.

Überschüsse

Das Entscheidende an der Kapitallebensversicherung ist die Überschussbeteiligung. Der Überschuss eines Unternehmens ergibt sich am Ende des Geschäftsjahres und gibt Aufschluss darüber, wie sich die finanzielle Lage und der Erfolg des Unternehmens gestalten. Nach der Abrechnung wird entschieden, welcher Betrag dem Unternehmen zugute kommt, und welcher an die Kunden ausgeschüttet wird.

Aufgrund der schlechten Entwicklung der Kapitalmarktlage sind die Erträge in den vergangenen Jahren jedoch signifikant rückläufig. Dazu kommt, dass einige Unternehmen hohe Beiträge zwecks Deckung von Verwaltungskosten einbehalten. Da diese Komponente den essentiellen Ausschlag für einen profitablen Gewinn gibt, empfiehlt es sich, Angebote zu vergleichen und die Überschussbeteiligung genau zu prüfen.

Die Versicherungsunternehmen setzen bereits beim Abschluss einer Kapitallebensversicherung die garantierte Einmalauszahlung oder Rente fest, die nach Ablauf der Laufzeit ausgezahlt wird. In die Kalkulation der Auszahlungssumme fließen die Abschluss- und Verwaltungskosten, die statistische Lebenserwartung des Versicherten und ein von der Finanzaufsicht vorgegebener Rechnungszins ein.

Wenn der Versicherer nun mit weniger Aufwand wirtschaftet und am Kapitalmarkt höhere Erträge erzielt werden oder die Sterblichkeitsentwicklung günstiger verläuft, entstehen Überschüsse. Diese müssen nach den gesetzlichen Vorschriften zu mindestens 90 Prozent an die Versicherten ausgeschüttet werden. Ein weiterhin großes Problem stellen die stillen Reserven dar. Diese bildet der Versicherte, wenn der Wert seiner Kapitalanlagen steigt. In der Bilanz werden jedoch nur die Werte aufgelistet, die die Anlagen zum Zeitpunkt des Kaufes hatten.

Kopplungen und Optionen

Neben den üblichen und grundlegenden Komponenten Todesfallabsicherung und Kapitalanlage kann der Versicherte weitere Zusatzleitungen in eine Kapitallebensversicherung integrieren. Es kann beispielsweise ein Berufsunfähigkeitsschutz oder eine Unfallversicherung mit abgeschlossen werden. Gleichwohl sollte man eruieren, ob eine derartige Kopplung rentabel ist, da diese die Kosten für die Kapitallebensversicherung in der Regel unnötig anheben. In diesem Fall wäre der Abschluss jeweiliger eigenständiger Versicherungen ratsamer. Des Weiteren ist man bereits für den Todesfall abgesichert. Dabei stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, wenn die Hinterbliebenen im Falle eines Unfalltodes mehr ausgezahlt bekommen, als im Falle eines Ablebens beispielsweise durch Krankheit.

Bezüglich des Berufsunfähigkeitsschutzes ergeben sich weitere Probleme. Sollten Sie nach Abschluss einer Kapitallebensversicherung in Kombination mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung selbige wieder aus dem Vertrag lösen wollen, kann diese nicht als eigenständige Versicherung umgeschrieben werden. Aufgrund dessen müssen sie eine neue Versicherung abschließen, was wiederum neue Kosten zur Folge hat. Weiterhin wird diese Kombination nur bis zu einem bestimmten Alter angeboten

Der richtige Anbieter

Das ausschlaggebende Argument für den Abschluss einer Kapitallebensversicherung sollte die Überschussbeteiligung sein. Demnach sollte für Sie der umfassende Vergleich der verschiedenen Anbieter im Vordergrund stehen. Diesbezüglich ist Vorsicht geboten. Viele Vertreter versuchen mit unrealistischen Beispielrechnungen und illusorischen Gewinnen die potentiellen Kunden zu manipulieren. Dies ist natürlich keineswegs gängige Praxis in dieser Branche. Gleichwohl sollten Sie nicht alles glauben, was Ihnen dargelegt wird. Seien Sie kritisch und prüfen Sie selbst das gemachte Angebot. Generell gilt: Lassen Sie sich nicht zum Abschluss drängen, stellen Sie Fragen und lassen Sie sich alles explizit erklären. Wenn Sie dies befolgen, werden sie nicht das Opfer dubioser Offerten.

7. AbgeltungssteuerDie Abgeltungssteuer gilt für alle Zinsen, Dividenden und Erlöse aus Aktiengeschäften, die seit dem 1. Januar 2009 erwirtschaftet werden. Kapitallebensversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, sind steuerfrei im Falle des Erlebens, Kündigung oder Verkauf. Dies gilt jedoch nur solange, wenn nicht gegen die steuerbegünstigten Bedingungen verstoßen wird, ergo die Mindestlaufzeit von zwölf Jahren. Andernfalls werden 25 Prozent auf die Zinsanteile erhoben.

Bei Verträgen, die nach 2005 abgeschlossen wurden, wird seit 2009 die Hälfte der Erträge mit dem individuellen Steuersatz versteuert. Dies gilt jedoch nur dann, wenn der Versicherte die Police mindestens zwölf Jahre besitzt und bei Auszahlung über 60 Jahre alt ist. Sofern dies nicht der Fall ist, muss der Versicherte die Abgeltungssteuer auf den gesamten Ertrag entrichten. Bezüglich der Dividenden entfällt das Halbeinkünfte-Verfahren komplett.

Kapital-Lebensversicherungen Im Vergleich

Im Vergleich zur privaten Rentenversicherung muss die Intention des Versicherungsabschlusses beachtet werden. Sofern der Todesfall sehr früh eintritt, empfiehlt sich der Abschluss einer Kapitallebensversicherung, da diese bereits nach Zahlung der ersten Prämie die volle Versicherungssumme ausbezahlt. Sollten sie also einen Tag nach Zahlung des ersten Beitrags sterben, erhalten ihre Hinterbliebenen die gesamte vereinbarte Versicherungssumme. Anders ist dies bei der privaten Rentenversicherung geregelt. Diese zahlt lediglich den Betrag, der in der Garantiezeit festgeschrieben ist, das heißt so lange, wie den Hinterbliebenen eine Rente gezahlt werden soll. Dabei ist der Umfang im Vergleich zur Kapitallebensversicherung verhältnismäßig gering.

Mit der Intention, lediglich seine Angehörigen im Todesfall abzusichern – ohne Gewinne erzielen zu wollen oder von diesen zu profitieren – empfiehlt sich vielmehr der Abschluss einer Risikolebensversicherung, da Sie für diese Leitung weniger zahlen müssen, als wenn sie eine Kapitallebensversicherung abschließen würden. Sollten sie jedoch die Sparintention ebenfalls verfolgen, wäre eine Kapitallebensversicherung ratsam.

Bei der Kapitallebensversicherung werden die Beiträge beispielsweise in Fonds oder Aktien investiert, woraus sich Gewinne bedingen können. Im Vergleich zur Fondsgebundenen Lebensversicherung, die ähnlich funktioniert, ergeben sich jedoch wesentliche Vorteile. Zum einen sind sie flexibler, das heißt Sie können ihre Anlagestruktur selbst bestimmen. Die Schlagwörter sind hierbei ‚Switch‘ and ‚Shift‘. ‚Switch‘ bedeutet, dass künftig entrichtete Beiträge in andere Anlagen investiert werden. Unter ‚Shift‘ wird das komplette Guthaben in andere Fonds, Aktien, Immobilien etc. umgeschichtet. Daraus resultiert die Möglichkeit, risikofreudig anzulegen, wobei Gewinne, wie aber auch erhebliche Verluste, die Folge sein können.

Rückzug der Versicherer

Bevor sie eine Kapitallebensversicherung abschließen, sollten sie prüfen, was das Unternehmen im Kündigungs- oder Rücktrittsfall vorsieht und unter welchen Bedingungen eventuell die Vertragskonditionen geändert werden können. Dies ist insbesondere dann ratsam, wenn das Unternehmen Zweifel an den von ihnen gemachten Angaben hat. Hierbei gilt: Ehrlichkeit währt am längsten. Seien Sie sich darüber bewusst, dass jedes Versicherungsunternehmen nach ihrem Tod Nachforschungen bei ihren besuchten Ärzten anstellen kann. Sollte sich dabei herausstellen, dass sie prägnante Punkte, sprich Erkrankungen, Folgeerkrankungen, verschwiegen haben, kann das Unternehmen die Auszahlung der Versicherungssumme an ihre Hinterbliebenen verweigern.

Gesundheitsprüfung

Bei jeder Versicherung, die die Gesundheit oder das Leben eines Menschen absichern soll, können Gesundheitsfragen gestellt werden. Dabei wird der aktuelle Zustand, aber auch die Krankheitsgeschichte des Versicherten in spe unter die Lupe genommen. Generell gilt, dass Sie die Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantworten sollten. Sollte sich im Nachhinein eine Mitschuld durch Schweigen ausmachen, kann der Versicherungsschutz erlöschen. Bei der Beantwortung sollte darauf geachtet werden, diese so genau wie eben nur möglich zu bearbeiten. Andernfalls könnten Sie leicht etwas Entscheidendes übersehen, was unter Umständen nicht beabsichtigt war, Sie aber trotzdem den Versicherungsschutz kosten könnte. Gerade vor dem Hintergrund, dass oftmals Zeiträume von zehn Jahren abgefragt werden, sollte man sich ausreichend Zeit lassen. Sollte ein Unternehmen sie nunmehr denunzieren, eine Erkrankung verschwiegen zu haben, sind sie als Versicherter in der Beweispflicht. Demnach müssen sie die Beschuldigung entkräften, damit der Schutz weiterhin gewährt wird. In einigen Fällen werden die beantworteten Fragen noch vor Vertragsabschluss durch das Unternehmen kontrolliert. Hierbei können nachteilige Konsequenzen im späteren Leistungsfall präventiv vermieden werden.

Die Gesundheitsprüfung umfasst anfangs ganz allgemeine Fragen, unter anderem bezüglich der Körpergröße, des Gewichtes, den besuchten Ärzten oder auch in Bezug auf bisher abgeschlossene oder gekündigte Verträge. Ausgehend davon werden ihnen Fragen gestellt, die Aufschluss über ihren Konsum von Drogen, Alkohol und Tabak geben sollen. Des Weiteren wird zudem nach einer möglichen HIV-Infektion gefragt. Additiv wird der aktuelle Zahnstatus erhoben. Den größten Teil der Befragung nehmen Fragen ein, die nach Beschwerden, Behandlungen oder Beratungen in den einzelnen Bereichen des menschlichen Körpers forschen, wie beispielsweise Herz Kreislauf oder Gefäße, Geschlechtsorgane, Infektionskrankheiten oder der Verdauungsorgane (Speiseröhre, Magen, Darm, Galle, Leber, Milz etc.). Alternativ kann nach der Einnahme von Medikamenten gefragt werden, die nicht verschreibungspflichtig sind und in den letzten zwölf Monaten konsumiert worden sind. Natürlich sind zudem auch Fragen über mögliche Allergien, körperliche Gebrechen, Organfehler oder angeborene Erkrankungen üblich.

Sollten sie eine der Fragen mit „Ja“ beantworten, müssen sie dem Unternehmen unter anderem darüber Aufschluss geben, wie schwer die jeweilige Erkrankung war beziehungsweise ist, wie lange diese angedauert hat, welche Ärzte sie behandelt haben und welchen Umfang die Behandlungen hatten.

Kündigung der Kapitallebensversicherung

In diesem Punkt hebt sich die zuvor noch beschriebene Flexibilität auf. Nach Abschluss einer Kapitallebensversicherung ist es in den ersten Jahren nur bei hohen Verlusten möglich, die Police zu kündigen.

Eine Kündigung in den ersten Jahren kommt einem Totalverlust gleich. Dies bedingt sich unter anderem durch die hohen Provisionen, die dem Vermittler für jeden Vertragsabschluss zustehen. Wenn sie nach mittlerer Frist kündigen, ist die Rendite derart gering, dass sie das Kapital genau so gut auf einem Sparbuch hätten anlegen können. Generell gilt: Je frühzeitiger Sie eine Versicherung nach Abschluss kündigen, desto geringer sind ihre Rückkaufwerte. Dies resultiert auch aus den hohen Stornogebühren, die die Versicherungsgesellschaften erheben. Gleichwohl hat hier der Gesetzgeber in den letzten Jahren bewirkt, dass ein so genannter Mindest-Rückkaufwert zurückgezahlt werden muss.

Alternativen zur Kündigung

Bevor Sie eine Kapitallebensversicherung kündigen, sollten Sie über folgende optionale Strategien nachdenken. An Stelle einer Kündigung wäre zum Beispiel die Beitragsstundung eine Alternative. Hierbei werden vorerst keine Beiträge gezahlt, wobei sie diese natürlich nach Ablauf der Stundung entrichten müssen. Trotz dessen wird das bis dahin eingezahlte Geld weiterhin verzinst. Des Weiteren kommt es zu keiner Reduzierung der Versicherungssumme.

Eine weitere Möglichkeit stellt die Beitragsfreistellung dar. Dabei werden keine weiteren Beiträge gezahlt, wobei das eingezahlte Geld fortlaufend verzinst wird. Allerdings verringert sich die Versicherungssumme bei Fälligkeit.

Des Weiteren können Beiträge aus den Überschüssen beglichen werden. Hierzu muss der Vertrag jedoch bereits eine gewisse Laufzeit besitzen, da andernfalls keine Überschüsse erzielt worden sind. Überdies dezimiert sich die endgültige Versicherungssumme.

Zudem gibt es die Option, die Beitragszahlung zu splitten. Wie bereits deutlich wurde, werden mit einer Kapitallebensversicherung der Todesfall und der Spargedanke berücksichtigt. Für einen bestimmten Zeitraum (in der Regel ein Jahr, maximal zwei Jahre) ist es möglich, lediglich den Risikobeitrag, das heißt für die Todesfallabsicherung, zu zahlen. Somit bleibt der Versicherungsschutz erhalten, jedoch reduziert sich dadurch die Gesamtversicherungssumme.

Eine letzte Option besteht in der Minderung der Versicherungssumme. Dabei verändert sich jedoch nicht der Versicherungszeitraum. Durch die Herabsetzung ergeben sich geringere Beiträge, wobei sich ebenfalls oftmals der Hinterbliebenenschutz verringert.

Verkauf der Kapitallebensversicherung

Obwohl der Verkauf eine Alternative zur Kündigung darstellt, soll diese Variante separat erläutert werden, da sie in Deutschland noch nicht so lange existiert. Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland einen Markt, auf dem gebrauchte Kapitallebens- und Risikoversicherungen verkauft werden können. Dabei kaufen Investoren laufende Versicherungen auf und führen diese bis zum Ablauf fort. Die Vorteile für den Versicherten liegen darin, dass er durch den Verkauf nicht die horrenden Stornogebühren zahlen muss, die anfallen würden, wenn er sich lediglich den Rückkaufwert vom Unternehmen auszahlen lassen würde. Demnach erzielt der Verkäufer in jedem Fall einen höheren Gewinn, als wenn er seine Versicherung kündigt.

Staatsbankrott und Aktiencrash

Da es gesetzlich festgelegt ist, dass ein Großteil der Prämien in festverzinsliche Geldanlagen investiert werden muss, können diese Anlageformen mit steigender Staatsverschuldung immer riskanter werden. Mit steigender Verschuldung des Bundes wird es hierbei immer unwahrscheinlicher, dass die Schulden von der Allgemeinheit getragen werden können. Allein die Tilgung der anfallenden Zinsen für die Schulden stellt in den vergangenen Jahren ein immer größer werdendes Problem dar. Dieses System, auch Schneeballsystem genannt, kann nunmehr zusammenbrechen, woraufhin die Anleger mit immensen Verlusten rechnen müssen. In diesem Fall ist die Altersvorsorge hinfällig geworden. Das gleiche passiert auch mit den Aktien bei einbrechenden Börsen. Das Schneeballsystem ist in der Versicherungsbranche gängige Praxis, da neu geschlossene Verträge immer, wenngleich mit Abstufungen, auslaufende Verträge subventionieren.

Krankenkassenbeiträge im Erlebensfall

Vielen unbewusst ist die Tatsache, dass die Krankenkassen ihre Beiträge im Erlebensfall neu berechnen dürfen. Der Grund hierfür liegt in den Satzungen der Kassen. Demnach dürfen sie die Beiträge angleichen, wenn zum Beispiel eine Einmalzahlung die wirtschaftliche Lage des Versicherten immens verbessert. Dabei werden alle Einkünfte des Versicherten, auch Versorgungsbezüge, berücksichtigt. Diese werden mit 1/120 als monatliche Zahlung zur Beitragsberechnung herangezogen. Der Zeitraum für diese Berechnung darf höchstens 120 Monate betragen.

Diesbezüglich hatte ein Kläger im Oktober 2007 vor dem Sozialgericht in Mannheim gegen diese „Machenschaften“ der Krankenkassen geklagt. In erster Instanz wurde seine Klage jedoch abgewiesen, woraufhin er im Juni 2008 vor dem Landessozialgericht Baden-Württemberg in Berufung ging. Auch diese Klage wurde vom Gericht abgewiesen, das sich auf das Sozialgesetzbuch 5 berief und die Beitragsbemessung in die Zuständigkeit der jeweiligen Kassen mit ihren Satzungen stellte. Somit würden die Satzungen die Basis bilden, in denen explizit geregelt ist, dass Einkünfte jedweder Art in die Bemessung miteinbezogen werden dürfen. Darüber hinaus erachteten die Richter die Dehnung der Beiträge auf zehn Jahre als zulässig.

In diesem Punkt darf in den nächsten Jahren auf eine Kehrtwende gehofft werden, jedoch ist diese noch mit viel Mühen und Aufwand verbunden. Fakt ist, dass der Gesetzgeber hier aktiv werden muss, damit eine Veränderung zu Gunsten der Versicherten eintreten kann

Vor-und Nachteile der Kapital Lebensversicherung auf einen Blick

Positiv zu sehen ist, dass durch die unterschiedlichen Lebensversicherungen die Versicherten finanziell einen Zuschuss erhalten. Dieser Zuschuss hilft ihnen oder den Bezugsberechtigten in einer neuen Lebenssituation zurechtzukommen.

Vor allem für Versicherungsnehmer, die Angehörige versorgt wissen wollen, sind Lebensversicherungen eine gute Alternative. Eine private Rentenversicherung ist immer ein Plus, da man den Versicherungsbeitrag selbst bestimmen kann. Auch kleine monatliche Sparbeiträge können im Alter hilfreich sein.

Vorteile:

  • Sparplan mit Hinterbliebenenschutz
  • Steuerfreie Auszahlung bei einer Laufzeit von 12 Jahren und 5 Jahren laufender Einzahlung
  • Zusatzversicherungen, wie z.B. Berufsunfähigkeitsversicherung, sind möglich
  • Bei Geldmangel, z.B. wegen Arbeitslosigkeit, ist eine Beitragsaussetzung möglich
  • Umwandlung der Auszahlungssumme in eine lebenslange Rente ist möglich
  • Hohe Sicherheit
  • Totalverlust praktisch ausgeschlossen durch Sicherungspool “Protektor”

Nachteile:

Lebensversicherungen, außer der Erlebensfallversicherung, sind mit hohen Kosten verbunden. So können sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung meist nur Versicherte mit einem hohen Einkommen leisten. Doch gerade geringer Verdienende sind im Falle einer Berufsunfähigkeit auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Lebensversicherungen haben eine lange Laufzeit, weswegen sie sich zum Teil erst nach Jahrzehnten rentieren. Die Beiträge für Lebensversicherungen werden nach der traditionellen Versicherungsmathematik berechnet, das gilt sowohl für Risiko-Lebensversicherungen als auch Kapital-Lebensversicherungen. Doch heutzutage wird die moderne Finanzmathematik zur Beitragskalkulation empfohlen. So kann es sein, dass Beiträge zu hoch oder niedrig sind.

  • Feste Laufzeit
  • Durch Fehlspekulationen am Aktienmarkt sind einige Versicherungsunternehmen in ernsthafte Probleme geraten
  • Gesundheitsprüfung erforderlich

Kriterien für den Abschluss einer Lebensversicherung

Private Versicherungsunternehmen erwarten von den Versicherten gewisse Voraussetzungen zum Versicherungsabschluss.

  • Alternativen prüfen. Es kann manchmal sinnvoller sein, eine Rentenversicherung abzuschließen. Hier gilt es abzuwägen, ob eine Einmalzahlung am Ende der Laufzeit gewünscht ist oder ob der Betrag als monatliche Rente fließen soll.
  • Gesundheitszustand wahrheitsgemäß angeben. Der Versicherungsunternehmer darf nicht an chronischen Krankheiten leiden, die zum Tod führen könnten. Dann ist der Abschluss einer Lebensversicherung nicht möglich.
  • Regelungen zum Unfalltod prüfen. In der Regel ist dieser in einer guten Versicherung mit abgedeckt. Ansonsten kann es sinnvoll sein, eine Unfalltod-Zusatzversicherung abzuschließen.
  • Aufschläge bei Ratenzahlungen vermeiden. Bei monatlicher Beitragszahlung werden Aufschläge fällig. Wird der Beitrag als jährlicher Einmalbetrag bezahlt, fallen diese Aufschläge weg.
  • Garantiezinsen vergleichen. Kein Versicherungsnehmer sollte sich beim Abschluss einer Lebensversicherung aufgrund drohender Garantie-Zinssenkung zeitlich unter Druck setzen lassen. Besser ist, unterschiedliche Versicherer miteinander zu vergleichen und einen unabhängigen Versicherungsberater hinzu zu ziehen.

Tipps zur Kapital-Lebensversicherung

Eine klassische Lebensversicherung ist jederzeit kündbar. Doch der Rückkaufswert (der Betrag, den der Versicherte erhält) liegt oft unter der Beitragssumme. Eine Lebensversicherung vor Ablauf der Einzahlungsfrist zu kündigen ist deshalb mit Verlusten verbunden. Besteht bereits bei Abschluss der Versicherung der Hintergedanke, die Lebensversicherung als Spar-Ersatz zu nutzen, sollten die Alternativen Festgeld, Sparbriefe oder Bausparvertrag in Betracht gezogen werden.