Kleiderschrankregale: Fachhöhen, Nachrüstung und Traglast

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Das Wichtigste in Kürze

  • Zehn gestapelte T-Shirts brauchen etwa 25 Zentimeter Höhe, zehn Hosen oder Pullover rund 30 Zentimeter. Als Bodenabstand werden 32 bis 41 Zentimeter empfohlen.
  • Oberhalb von etwa 40 Zentimetern Stapelhöhe kippen Pulloverstapel zur Seite. Höhere Fächer bringen deshalb keinen zusätzlichen nutzbaren Stauraum, sondern nur Unordnung.
  • Eine Kleiderstange braucht mindestens 45 Zentimeter Schranktiefe, weil ein Bügel 40 bis 45 Zentimeter breit ist. Für Sakkos und Blazer sind rund 60 Zentimeter Tiefe die bessere Wahl.
  • Die meisten Schränke sind nach dem System 32 gebohrt: Lochabstand 32 Millimeter, erste Reihe 37 Millimeter von der Vorderkante, Bohrung 5 Millimeter. Damit passen Bodenträger aus dem Baumarkt.
  • Die Durchbiegung eines Spanplattenbodens wächst mit der dritten Potenz der Stützweite. Ein 100 Zentimeter breiter Boden hängt unter gleicher Last rund achtmal so stark durch wie ein 50 Zentimeter breiter.
Kleiderschrankregale: Fachhöhen, Nachrüstung und Traglast
Bild: KI generiert

Die meisten Kleiderschränke werden mit zu wenigen Böden ausgeliefert. Eine Stange, ein Boden darüber, ein Hutfach, fertig. Der Rest ist Luft, in die dann Kisten, Taschen und lose Stapel wandern. Wer nachrüstet, gewinnt oft mehr Ordnung als mit einem neuen Schrank. Die Frage ist nur, in welchen Abständen die Böden sitzen sollten und was der Korpus überhaupt trägt.

Kleiderschrank mit mehreren Einlegeboeden und gefalteter Waesche
Bild: KI generiert

Welche Fachhöhe brauchen gefaltete Kleidungsstücke?

Der Ausgangspunkt ist die Stapelhöhe, nicht die Schrankhöhe. Zehn gestapelte T-Shirts nehmen rund 25 Zentimeter ein, zehn Hosen oder Pullover etwa 30 Zentimeter. Für Fachböden im Kleiderschrank werden Abstände zwischen 32 und 41 Zentimetern empfohlen, weil Pulloverstapel ab einer Höhe von rund 40 Zentimetern seitlich wegkippen. Ein 60 Zentimeter hohes Fach bringt also keinen zusätzlichen nutzbaren Platz, es bringt nur einen instabilen Stapel und ein Loch darüber.

Für die Grundfläche gilt: Ein Fach sollte mindestens 30 Zentimeter breit und mindestens 30 Zentimeter tief sein, damit ein normal gefaltetes Oberteil hineinpasst, ohne über die Kante zu ragen. Bei 50 Zentimetern Tiefe legen Sie zwei Stapel hintereinander, was in der Praxis nur funktioniert, wenn der hintere Stapel Saisonware ist.

NutzungEmpfohlene FachhöheAnmerkung
T-Shirts, Unterwäsche, Socken25 bis 30 ZentimeterZehn T-Shirts ergeben rund 25 Zentimeter Stapel
Pullover, Sweatshirts, Jeans30 bis 40 ZentimeterAb etwa 40 Zentimetern kippt der Stapel seitlich
Bettwäsche und Handtücher35 bis 45 ZentimeterSchwer, deshalb nach unten und auf kurze Stützweite
Schuhkartons, Boxennach Kartonhöhe plus 3 ZentimeterDer Zuschlag ist der Griffraum zum Herausziehen
Hängefach für Hemden und Jackenrund 100 Zentimeter lichte HöheBlusen und Blazer allein kommen mit 80 Zentimetern aus
Hängefach für lange Kleider und Mäntelbis 180 ZentimeterNur ein solches Fach einplanen, es kostet die halbe Schrankhöhe

Fachboden oder Kleiderstange: was bringt mehr Ordnung?

Die Antwort hängt an der Schranktiefe. Ein Kleiderbügel ist 40 bis 45 Zentimeter breit, dazu kommt das Kleidungsstück selbst. Unterhalb von 45 Zentimetern Schranktiefe lohnt sich eine quer eingebaute Kleiderstange nicht mehr, die Kleidung reibt dann an der Tür. Für Sakkos und Blazer sind rund 60 Zentimeter Tiefe der bessere Wert. Die Stange selbst sollte 5 bis 7 Zentimeter Abstand zur Rückwand haben, damit Luft zirkuliert und nichts scheuert.

Ist der Schrank flacher als 45 Zentimeter, bleiben zwei Möglichkeiten: Fachböden für gefaltete Ware oder eine längs eingebaute Ausziehstange, an der die Bügel hintereinander hängen. Die zweite Variante braucht deutlich mehr Beschlag und ist bei Selbstbau eher aufwendig. Zur Auswahl und Montage der Stangen selbst hilft der Beitrag zur Kleiderstange weiter.

Die Zugriffshöhe entscheidet über die tägliche Nutzung. Als angenehm erreichbar gelten Höhen zwischen 100 und 160 Zentimetern, bei kleinerer Körpergröße eher 100 bis 150 Zentimeter. Was darunter oder darüber liegt, wird seltener benutzt. Legen Sie deshalb die täglich gebrauchten Fächer in diesen Bereich und schieben Sie Bettwäsche, Koffer und Winterjacken nach oben oder ganz nach unten.

MerkeEin zusätzlicher Boden zwischen zwei zu hohen Fächern ist die billigste Ordnungsmaßnahme überhaupt. Er kostet als zugeschnittene Spanplatte mit vier Bodenträgern meist unter zehn Euro und halbiert die Höhe, in der Stapel kippen können. Messen Sie vorher die lichte Innenbreite an drei Stellen: oben, in der Mitte und unten. Ältere Korpusse sind selten überall gleich breit.

Wie rüsten Sie Böden in einem vorhandenen Schrank nach?

Die meisten Serienmöbel sind nach dem System 32 gebohrt. Das ist ein Rastermaß aus dem Möbelbau: Die Löcher der Reihenlochbohrung sitzen im Abstand von 32 Millimetern zueinander, gemessen von Lochmitte zu Lochmitte, und die Reihe liegt üblicherweise 37 Millimeter von der Vorderkante entfernt. Die Bohrungen haben in der Regel 5 Millimeter Durchmesser. Passende Bodenträger bekommen Sie damit in jedem Baumarkt.

  1. Raster prüfen. Messen Sie den Abstand zwischen zwei Löchern der vorhandenen Reihe. 32 Millimeter bedeuten Systemmaß, alles andere heißt: Bodenträger beim Hersteller nachkaufen.
  2. Lochdurchmesser messen. Mit dem Schaft eines 5-Millimeter-Bohrers prüfen. Manche Hersteller verwenden 3 oder 6 Millimeter, dann passt der Standardträger nicht.
  3. Innenbreite aufnehmen. An drei Stellen messen und das kleinste Maß nehmen. Ziehen Sie 2 Millimeter Luft ab, damit der Boden sich einlegen lässt.
  4. Bodenstärke wählen. 19 Millimeter beschichtete Spanplatte ist der übliche Kompromiss. Bei Innenbreiten über 90 Zentimetern nehmen Sie besser 22 oder 25 Millimeter oder setzen eine Mittelstütze.
  5. Zuschnitt bestellen. Der Baumarkt schneidet auf den Millimeter zu und kantet auf Wunsch um. Umleimer an allen vier Kanten schützen die Platte vor Feuchtigkeit und sehen sauberer aus.
  6. Vier Träger setzen. Zwei je Seite, immer auf gleicher Höhe. Kontrollieren Sie mit der Wasserwaage, bevor Sie den Boden auflegen, sonst rutschen die Stapel.
  7. Probebeladen. Legen Sie die geplante Last auf und sehen Sie von der Seite auf den Boden. Eine sichtbare Durchbiegung nach einer Stunde wird über Monate deutlich größer.
Massband und Bodentraeger vor dem Nachruesten eines Einlegebodens
Bild: KI generiert

Warum trägt Spanplatte weniger, als man denkt?

Kleiderschränke bestehen fast durchgängig aus beschichteter Spanplatte. Deren Elastizitätsmodul liegt bei etwa 1.600 Newton je Quadratmillimeter, das ist weich. Wichtiger als der Werkstoff ist aber die Stützweite. Die Durchbiegung wächst mit der dritten Potenz der freien Länge zwischen den Auflagern. Verdoppeln Sie die lichte Breite von 50 auf 100 Zentimeter, biegt sich derselbe Boden unter derselben Last etwa achtmal so stark durch.

Das erklärt, warum ein schmales Fach mit Bettwäsche problemlos hält und ein breites Fach mit derselben Bettwäsche nach einem halben Jahr sichtbar hängt. Herstellerangaben zur Belastung liegen bei Möbelböden häufig bei rund 30 Kilogramm, bei manchen Bauarten auch bei 20 oder 50 Kilogramm. Diese Werte gelten immer für gleichmäßig verteilte Last. Ein Koffer in der Bodenmitte belastet die Platte erheblich stärker als dasselbe Gewicht über die ganze Fläche.

Spanplatte kriecht außerdem. Sie verformt sich unter Dauerlast weiter, auch wenn die Last gleich bleibt, und sie federt nicht vollständig zurück. Ein einmal durchgebogener Boden bleibt durchgebogen. Wenn Sie ihn umdrehen, gewinnen Sie ein paar Jahre, aber keine dauerhafte Lösung. Die gleichen Zusammenhänge gelten für jeden anderen Korpus mit Einlegeböden, etwa den Haushaltsschrank in der Abstellkammer.

Hängende Böden sind ein Vorbote, kein Schönheitsfehler. Wenn ein Einlegeboden sichtbar durchhängt, arbeiten die Bodenträger als Hebel gegen die dünne Seitenwand. Bei Korpusseiten aus 16-Millimeter-Spanplatte reißen die Trägerbohrungen dann irgendwann aus. Entlasten Sie den Boden sofort, statt zu warten, und setzen Sie eine Mittelstütze oder einen zweiten Träger je Seite.

Welche Nachrüstsysteme gibt es?

  • Zugeschnittene Platte mit Bodenträgern: die günstigste Lösung, funktioniert in jedem Schrank mit vorhandener Lochreihe. Sie brauchen nur ein Maßband und vier Träger.
  • Regaleinsätze aus Stoff: hängen an der Kleiderstange und teilen die Höhe in vier bis sechs weiche Fächer. Sie tragen wenig und sind für Bettwäsche ungeeignet, sortieren aber T-Shirts gut.
  • Stapelbare Kunststoff- oder Drahtkörbe: lassen sich ohne Werkzeug einsetzen und wieder herausnehmen. Praktisch in Mietwohnungen, weil kein Loch entsteht.
  • Ausziehbare Fachbodenauszüge: Böden auf Teleskopschienen, mit denen Sie auch an den hinteren Bereich kommen. Sie brauchen Platz für den Auszug und eine Schranktiefe ab etwa 45 Zentimetern.
  • Zwischenregale zum Stellen: stehen frei im unteren Schrankbereich und teilen dort die Höhe. Kein Eingriff in den Korpus, dafür verlieren Sie die Stellfläche darunter.
  • Zweite Kleiderstange unterhalb der ersten: verdoppelt die Hängekapazität für kurze Teile. Nur sinnvoll, wenn die obere Stange hoch genug sitzt.

Wenn Sie den Schrank ohnehin umbauen, planen Sie die Aufteilung einmal komplett durch, statt nachträglich einzelne Böden einzuschieben. Legen Sie zuerst die Hängezonen fest, denn die haben feste Mindesthöhen von 80, 100 oder 180 Zentimetern. Der Rest der Höhe wird danach in Fächer geteilt. Hinweise zur Montage von Stangen und Haken im Schrankinneren enthält der Beitrag mit Tipps zum Anbringen von Haken und Stangen für Kleidung im Kleiderschrank.

Ein konkreter Schlusshinweis für den Einkauf: Nehmen Sie beim Zuschnitt einen Bodenträger aus Ihrem Schrank mit in den Markt. Die Auflagefläche der Träger bestimmt, wie viel Sie von der gemessenen Innenbreite abziehen müssen, und dieser Wert steht auf keiner Verpackung.

Häufige Fragen zu Kleiderschrankregale: Fachhöhen, Nachrüstung und Traglast

Welchen Abstand sollten Einlegeböden im Kleiderschrank haben?

Für gefaltete Kleidung werden 32 bis 41 Zentimeter empfohlen. Zehn T-Shirts ergeben einen Stapel von rund 25 Zentimetern, zehn Pullover oder Hosen etwa 30 Zentimeter. Ab rund 40 Zentimetern Stapelhöhe kippen die Stapel seitlich weg, höhere Fächer bringen deshalb keinen Zusatznutzen.

Ab welcher Schranktiefe lohnt sich eine Kleiderstange?

Ab etwa 45 Zentimetern, weil ein Kleiderbügel 40 bis 45 Zentimeter breit ist und das Kleidungsstück zusätzlich aufträgt. Für Sakkos und Blazer sind rund 60 Zentimeter Tiefe deutlich besser. Die Stange sollte 5 bis 7 Zentimeter Abstand zur Rückwand haben, damit nichts scheuert.

Passen Bodenträger aus dem Baumarkt in jeden Schrank?

Nur wenn der Schrank nach dem System 32 gebohrt ist. Dabei liegen die Löcher im Abstand von 32 Millimetern zueinander, die Reihe sitzt üblicherweise 37 Millimeter von der Vorderkante entfernt, und die Bohrung hat 5 Millimeter Durchmesser. Messen Sie beides nach, bevor Sie kaufen.

Wie stark muss ein nachgerüsteter Einlegeboden sein?

19 Millimeter beschichtete Spanplatte reicht für Innenbreiten bis etwa 90 Zentimeter. Darüber sollten Sie 22 oder 25 Millimeter wählen oder eine Mittelstütze setzen, weil die Durchbiegung mit der dritten Potenz der Stützweite wächst. Ein 100 Zentimeter breiter Boden hängt achtmal so stark durch wie ein 50 Zentimeter breiter.

Wie viel Gewicht hält ein Einlegeboden im Kleiderschrank?

Herstellerangaben liegen bei Möbelböden meist bei rund 30 Kilogramm, je nach Bauart auch bei 20 oder 50 Kilogramm. Sie gelten ausschließlich für gleichmäßig verteilte Last. Ein einzelner schwerer Gegenstand in der Bodenmitte belastet die Platte erheblich stärker als dasselbe Gewicht über die gesamte Fläche.

Welche Höhe im Schrank nutzt man täglich?

Als bequem erreichbar gilt der Bereich zwischen 100 und 160 Zentimetern, bei kleinerer Körpergröße eher 100 bis 150 Zentimeter. Legen Sie täglich gebrauchte Kleidung dorthin. Bettwäsche, Koffer und Saisonware gehören nach ganz oben oder ganz unten.

Quellen

Die Inhalte wurden mit Hilfe von KI erstellt, jedoch durch die Redaktion geprüft am 1. August 2026