Der typische gelbbraune Belag in Raucherwohnungen wird meist Nikotinfleck genannt, besteht aber nur zu einem kleinen Teil aus Nikotin. Der Hauptanteil sind Teer und Kondensate des Tabakrauchs, die sich als klebriger Film auf allen Oberflächen absetzen.
Dieser Film ist fettig, und daraus folgt alles Weitere: Wasser allein richtet nichts aus, es braucht Fettlöser. Und weil sich der Film über Jahre auf jeder Oberfläche im Raum absetzt, ist die Reinigung eine Flächen- und keine Fleckenaufgabe.
Wände und Decken
- Raum vorbereiten, Möbel abdecken, Fenster öffnen, Handschuhe anziehen.
- Trocken vorarbeiten, auf Tapete mit einem trockenen Spezialschwamm, der den Film aufnimmt, ohne Feuchtigkeit einzubringen.
- Fettlöser ansetzen, Schmierseife oder ein Allzweckreiniger mit fettlösender Wirkung.
- Von unten nach oben arbeiten, damit keine Schmutzstreifen nach unten laufen.
- Mit klarem Wasser nachwischen und die Fläche vollständig trocknen lassen.
- Erfolg prüfen: Bleibt die Verfärbung, muss vor dem Streichen isoliert werden.
Einfach überstreichen funktioniert nicht. Die Bestandteile des Belags sind wasserlöslich genug, um von der Feuchtigkeit frischer Wandfarbe wieder gelöst zu werden. Sie wandern dann durch die neue Schicht und werden nach Tagen bis Wochen erneut sichtbar. Nötig ist eine Isolier- oder Sperrgrundierung, die genau das verhindert.
Textilien, Polster und Vorhänge
Gardinen und Vorhänge nehmen den Film besonders stark auf, weil sie viel Oberfläche bieten und selten gewaschen werden. Sie sind deshalb häufig die Hauptquelle des verbliebenen Geruchs, auch wenn die Wände längst gestrichen sind.
- Gardinen einweichen, in warmem Wasser mit Sauerstoffbleiche, mehrere Stunden.
- So heiß waschen, wie das Pflegeetikett erlaubt, danach an der Luft trocknen.
- Kleidung mit Gallseife vorbehandeln, weil der Belag fettig ist.
- Polster mit Natron behandeln: aufstreuen, mehrere Stunden liegen lassen, gründlich absaugen.
- Bei hartnäckigem Geruch Enzymreiniger oder eine professionelle Polsterreinigung einplanen.
Kleinere Flächen und Gegenstände
| Objekt | Mittel | Hinweis |
|---|---|---|
| Kunststoff, vergilbt | Spülmittel, dann Sonnenlicht | vergilbtes ABS lässt sich oft nur aufhellen |
| Fenster und Glas | Spiritus oder Glasreiniger | erst Fettlöser, sonst schmiert es |
| Fliesen | Allzweckreiniger, Fugen mit Natron | Fugen brauchen mehrere Durchgänge |
| Lichtschalter, Rahmen | Spülmittelwasser, weiche Bürste | Strom vorher abschalten |
| Finger und Nägel | Zitronensaft, Nagelbürste | verblasst zusätzlich von selbst |
| Zahnersatz | Reinigungstabletten | keine Zahnpasta, sie zerkratzt |
MerkeBei einer Wohnungsübergabe entscheidet oft nicht der Anblick, sondern der Geruch. Der sitzt in Textilien, Fugen und hinter Sockelleisten, also genau dort, wo beim Renovieren selten gearbeitet wird. Wer nur die Wände streicht, riecht das Ergebnis am ersten warmen Tag wieder.
Reihenfolge bei einer Renovierung
- Textilien zuerst entfernen, Gardinen, Teppiche, Polster. Sie speichern den Geruch am stärksten.
- Gründlich lüften, über mehrere Tage, wenn möglich mit Durchzug.
- Alle Flächen mit Fettlöser waschen, auch Decken, Türen, Heizkörper und Sockelleisten.
- Isoliergrundierung auftragen, vollflächig statt nur auf sichtbaren Stellen.
- Zweimal streichen, dünn statt dick.
- Stark belastete Tapeten entfernen, statt sie zu überstreichen, der Film sitzt auch im Kleister.
Für den mechanisch ähnlichen Fall gilt der Ratgeber zu Rußflecken, für den Fettanteil der zu Fettflecken. Die allgemeine Systematik liefert die Übersicht zu den vier Fleckenarten.
