Ein Handtuchhalter sieht nach fünf Minuten Arbeit aus. Zwei Löcher, zwei Dübel, fertig. In der Praxis scheitert die Montage an drei Stellen: an der Fliese, die reißt, am Dübel, der in der Vorsatzschale nichts findet, und an der Fehleinschätzung der Last. Ein Handtuchhalter ist kein Haken für ein Geschirrtuch.

Wie viel muss ein Handtuchhalter wirklich tragen?
Rechnen Sie zuerst das Trockengewicht. Handtuchqualitäten werden in Gramm je Quadratmeter angegeben, üblich sind 300 bis 600 Gramm je Quadratmeter, wobei 450 bis 500 Gramm je Quadratmeter den Standard für Dusch- und Badetücher darstellen. Ein Duschtuch von 70 mal 140 Zentimetern hat knapp einen Quadratmeter Fläche und wiegt trocken damit rund 490 Gramm.
Dann kommt das Wasser dazu. Ein hochwertiges Frottiertuch kann bis zum Dreifachen seines Eigengewichts an Feuchtigkeit binden. Voll durchnässt liegt dasselbe Duschtuch also bei etwa 2 Kilogramm. Nach dem Abtrocknen ist es nicht vollgesogen, aber die Rechnung zeigt die Größenordnung. Hängen zwei Duschtücher und ein Handtuch an der Stange, sind vier bis fünf Kilogramm realistisch.
| Tuchart | Uebliches Format | Trockengewicht bei 500 g/m2 | Rechnerisch voll durchnaesst |
|---|---|---|---|
| Gaestetuch | 30 x 50 cm | rund 75 Gramm | bis rund 300 Gramm |
| Handtuch | 50 x 100 cm | rund 250 Gramm | bis rund 1 Kilogramm |
| Duschtuch | 70 x 140 cm | rund 490 Gramm | bis rund 2 Kilogramm |
| Badetuch | 100 x 150 cm | rund 750 Gramm | bis rund 3 Kilogramm |
| Saunatuch | 80 x 200 cm | rund 800 Gramm | bis rund 3,2 Kilogramm |
Diese Werte sind Obergrenzen für vollständig gesättigtes Gewebe. Die vorsichtige Auslegung nimmt sie trotzdem als Rechengrundlage, denn sie kosten nichts außer einem größeren Dübel.
Die kritische Last ist nicht das Handtuch, sondern der Mensch. Beim Abtrocknen, beim Anziehen der Socken und beim Aussteigen aus der Wanne greifen viele Menschen unbewusst nach dem nächsten festen Gegenstand. Auf einen Handtuchhalter kann dabei kurzzeitig das halbe Körpergewicht wirken, und zwar als Ruck, nicht als ruhige Last. Ein Handtuchhalter ist kein Haltegriff und darf nicht als solcher eingeplant werden. Wenn im Haushalt jemand Halt braucht, gehört ein geprüfter Haltegriff an die Wand, montiert nach Herstellervorgabe und im Zweifel vom Fachbetrieb gesetzt.
Auf welcher Höhe montiert man den Handtuchhalter?
Für private Bäder gibt es keine bindende Norm, sondern eingespielte Werte aus dem Sanitärhandwerk. Die Höhe richtet sich danach, was hängen soll und wie lang es ist. Ein Badetuch von 150 Zentimetern Länge hängt über einer Stange doppelt, also rund 75 Zentimeter tief. Sitzt die Stange auf 100 Zentimetern, schleift das Tuch auf dem Boden.
- Handtuch am Waschtisch: Stange auf etwa 80 Zentimetern über Fertigfußboden, Haken meist 85 bis 100 Zentimeter, seitlich neben dem Waschtischunterschrank.
- Duschtuch: Stange zwischen 90 und 120 Zentimetern. Der Bereich um 110 bis 120 Zentimeter ist die gängigste Wahl.
- Langes Badetuch: etwa 140 Zentimeter, damit das doppelt gelegte Tuch frei hängt.
- Haken neben der Dusche: häufig rund 160 Zentimeter, in Griffhöhe beim Verlassen der Kabine.
- Kinderhandtuch: tiefer setzen, sonst wird an der Stange gezogen statt gegriffen. Ein zweiter, niedriger Haken löst das meist besser als eine tiefe Stange.
- Abstand zur Seitenwand: mindestens die halbe Tuchbreite plus 10 Zentimeter einplanen, sonst reibt das nasse Tuch dauerhaft an der Wand.
Denken Sie die Positionen im Zusammenhang. Halter, Haken, Spiegel und Ablagen konkurrieren um dieselben Wandflächen. Welche Höhen sich für die kleineren Teile bewährt haben, steht im Beitrag zu Handtuchringen und Haken im Badezimmer.
A2 oder A4: welcher Edelstahl gehört ins Bad?
Der Unterschied steckt in einem einzigen Legierungselement. A2, auch V2A genannt, besteht im Wesentlichen aus Eisen, Chrom und Nickel. A4, also V4A, enthält zusätzlich rund 2 Prozent Molybdän. Dieses Molybdän verbessert die Beständigkeit gegen Lochfraß in chloridhaltiger Umgebung deutlich.
Für ein normal belüftetes Innenbad reicht A2 in aller Regel. A4 ist die vorsichtigere Wahl, wenn dauerhaft Feuchte steht, wenn das Bad kein Fenster hat und schlecht lüftet, wenn im Haushalt viel mit chlorhaltigen Reinigern gearbeitet wird oder wenn das Gebäude in Küstennähe steht. Der Aufpreis ist gering, der Unterschied zeigt sich erst nach Jahren als Flugrost rund um die Rosette.
Wichtig ist außerdem, dass die Schrauben zum Halter passen. Verchromte Stahlschrauben in einem Edelstahlhalter rosten im Bad zuerst, und zwar an der Stelle, an der es am meisten auffällt. Verwenden Sie die mitgelieferten Schrauben nur, wenn sie tatsächlich aus Edelstahl sind, sonst tauschen Sie sie gegen A2 oder A4 in gleicher Abmessung.

Wie bohrt man in Fliesen ohne Riss?
- Fliesenart bestimmen. Für Steingut genügt ein Hartmetall-Fliesenbohrer, hartes Feinsteinzeug verlangt eine Diamantspitze. Ein normaler Steinbohrer rutscht auf der Glasur ab.
- Bohrpunkt wählen. Mindestens 3 Zentimeter Abstand zu Fliesenrand und Fugenkreuz halten, dort platzt die Glasur am leichtesten ab. Nicht in die Fuge bohren, wenn Last aufgenommen werden soll: Der Fugenmörtel ist weicher als die Fliese und der Dübel sitzt schlechter.
- Kreppband kleben. Zwei Streifen über den Bohrpunkt, Markierung darauf setzen. Das verhindert das Wandern des Bohrers auf der glatten Oberfläche.
- Leitungen prüfen. Leitungssucher ansetzen. Im Bad liegen Wasserleitungen oft senkrecht über Armaturen und waagerecht unter dem Putz zur Dusche.
- Schlagfunktion ausschalten. Ohne Ausnahme. Schlagbohren zerstört die Fliese, und in Porenbeton, Lochziegel oder Gipskarton hinter der Fliese erzeugt es zusätzlich ein ausgefranstes Loch.
- Langsam durch die Glasur. Niedrige Drehzahl, gleichmäßiger Druck, Bohrmaschine im rechten Winkel. Mit etwas Wasser kühlen, damit der Bohrer nicht ausglüht. Erst wenn die Fliese durchbohrt ist, auf den Bohrer für den dahinterliegenden Untergrund wechseln.
- Dübel passend zum Untergrund wählen. Vollziegel, Porenbeton, Lochziegel und Gipskarton verlangen jeweils andere Typen. Die Zuordnung steht in der Übersicht zu welchem Dübel für welche Wand. Hinter Fliesen in Neubauten sitzt oft eine Vorsatzschale aus Gipsfaser, dort gehören Hohlraumdübel hinein.
- Silikon in die Bohrung. Vor dem Setzen des Dübels einen Tropfen Sanitärsilikon in das Loch geben. Das versiegelt die Öffnung gegen eindringende Feuchtigkeit.
- Ausrichten und belasten. Wasserwaage anlegen, Schrauben gleichmäßig anziehen, dann mit beiden Händen kräftig nach unten ziehen. Gibt der Halter nach, kommt er ab und wird neu gesetzt.
MerkeBohrlochtiefe gleich Dübellänge plus einmal Dübeldurchmesser. Das Mehrmaß nimmt den Bohrstaub auf, der sonst verhindert, dass der Dübel bündig sitzt. Blasen Sie das Loch vorher aus, aber nicht mit dem Mund, sondern mit einer Ausblaspumpe.
Wo im Bad darf nicht gebohrt werden?
Hinter den Fliesen im Duschbereich liegt die Abdichtung. Die DIN 18534 regelt die Abdichtung von Innenräumen und ordnet Flächen in Wassereinwirkungsklassen ein. Wand- und Bodenflächen im Duschbereich fallen dabei in die Klasse W2-I, also mittlere bis hohe Beanspruchung. Jede Bohrung durch diese Abdichtung ist ein Loch in der Schutzschicht, durch das Wasser in den Wandaufbau wandern kann.
Praktische Folge: Setzen Sie Handtuchhalter, Ablagen und Haken außerhalb der direkt bespritzten Fläche. Wenn eine Befestigung im Nassbereich unvermeidlich ist, arbeiten Sie mit Dichtmanschetten oder Systemdübeln des Abdichtungsherstellers und füllen Sie die Bohrung vor dem Setzen mit Dichtstoff. Bei bodengleichen Duschen und bei jeder Unsicherheit über den Wandaufbau ist der Fliesenleger oder Sanitärbetrieb die richtige Adresse, denn ein durchfeuchteter Wandaufbau wird erst sichtbar, wenn der Schaden groß ist.
Kleben statt bohren: wo liegt die Grenze?
Klebesysteme für das Bad funktionieren, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: eine glatte, geschlossene Oberfläche wie glasierte Fliese oder Glas, eine gründliche Entfettung mit Reinigungsalkohol und die vollständige Einhaltung der Aushärtezeit vor der ersten Belastung. Auf strukturierten Fliesen, Naturstein mit offenen Poren, Putz, Raufaser und frisch gestrichenen Flächen halten sie nicht dauerhaft.
Die Grenze ist die Lastart. Ein geklebter Haken für ein Handtuch ist unkritisch. Eine geklebte Handtuchstange, an der zwei nasse Badetücher hängen und an der sich morgens jemand abstützt, ist es nicht. Beachten Sie außerdem die Herstellerangabe zur Traglast und halten Sie deutlichen Abstand dazu, denn Klebeverbindungen verlieren bei Wärme und Dauerfeuchte an Halt, und beides ist im Bad Alltag. Wer ohnehin mehrere Teile setzt, sollte Ablagen und Halter in einem Arbeitsgang planen, wie es der Beitrag zum Wandregal für Kosmetikartikel im Bad zeigt. Prüfen Sie geklebte Halter alle drei Monate mit einem festen Zug nach unten, und ersetzen Sie das Klebepad, sobald sich eine Kante löst.
