Teak ist das Holz, mit dem Gartenmöbel beworben werden, und zugleich das Holz mit der schwierigsten Herkunftsfrage. Wer ein Teakmöbel kauft, kauft nicht nur eine Oberfläche, sondern eine Lieferkette. Das europäische Recht dazu ist gerade in Bewegung: Eine Verordnung läuft aus, eine andere greift, und dazwischen liegen Übergangsfristen. Dieser Beitrag ordnet die Rechtslage, die Pflege und die Frage, ob es Teak überhaupt sein muss.
Welche Regeln gelten derzeit für Tropenholz?
Zwei Verordnungen überlagern sich. Die ältere ist die EU-Holzhandelsverordnung, die Verordnung (EU) Nr. 995/2010, im Fachjargon EUTR. Sie verbietet das Inverkehrbringen von illegal geschlagenem Holz und verpflichtet Marktteilnehmer zu einer Sorgfaltspflichtregelung: Sie müssen Herkunftsland, Art, Menge und Lieferanten dokumentieren und das Risiko illegalen Einschlags bewerten. Diese Verordnung gilt zum Zeitpunkt dieses Beitrags weiterhin.
Die jüngere ist die EU-Entwaldungsverordnung, die Verordnung (EU) 2023/1115, kurz EUDR. Sie geht weiter als die Holzhandelsverordnung, weil sie nicht nur Legalität, sondern Entwaldungsfreiheit verlangt und dafür Geokoordinaten der Erzeugungsflächen fordert. Ihr Anwendungsbeginn wurde mehrfach verschoben. Nach der im Dezember 2025 veröffentlichten Verordnung (EU) 2025/2650 müssen große und mittlere Marktteilnehmer die Kernpflichten ab dem 30. Dezember 2026 erfüllen, natürliche Personen sowie Kleinst- und Kleinunternehmen ab dem 30. Juni 2027.
| Zeitpunkt | Was gilt | Für wen |
|---|---|---|
| Bis 29. Dezember 2026 | EU-Holzhandelsverordnung (EU) Nr. 995/2010 | Alle Marktteilnehmer und Händler |
| Ab 30. Dezember 2026 | EU-Entwaldungsverordnung (EU) 2023/1115, Kernpflichten | Große und mittlere Marktteilnehmer |
| Ab 30. Juni 2027 | EU-Entwaldungsverordnung, Kernpflichten | Natürliche Personen, Kleinst- und Kleinunternehmen |
| Bis 31. Dezember 2029 | Holzhandelsverordnung gilt weiter | Holz, das vor dem 29. Juni 2023 erzeugt wurde und ab 30. Dezember 2026 in Verkehr kommt |
| Seit Juni 2021 | EU-Sanktionen gegen Myanma Timber Enterprise | Sämtliche Hölzer aus Myanmar |
Für Sie als privaten Käufer gilt eine wichtige Einschränkung: Beide Verordnungen richten sich an Marktteilnehmer, die Holz in den Binnenmarkt bringen oder auf ihm handeln, nicht an den Endverbraucher. Sie machen sich also nicht strafbar, wenn Sie ein Möbel kaufen. Sie haben aber ein Werkzeug in der Hand, denn Ihr Händler muss die Herkunft nachweisen können. Wer auf Nachfrage nur eine Herkunftsangabe wie Südostasien liefert, hat entweder die Kette nicht im Griff oder will sie nicht offenlegen.
Teak aus Myanmar ist ein besonderer Fall. Im Juni 2021 setzte die EU nach dem Militärputsch die staatliche Myanma Timber Enterprise auf die Sanktionsliste. Da praktisch der gesamte Holzhandel des Landes über dieses Unternehmen läuft, stuft die EU-Kommission Hölzer aus Myanmar seither als nicht rechtmäßig im Sinne der Holzhandelsverordnung ein. Recherchen zeigen, dass die Ware trotzdem über Zwischenhändler in Drittländern nach Europa gelangt: Allein 2022 waren es rund 3.700 Tonnen. Verlangen Sie bei Burma-Teak deshalb schriftliche Belege oder verzichten Sie darauf.
Worauf achten Sie beim Kauf konkret?
- Art und Herkunftsland erfragen. Verlangen Sie die botanische Bezeichnung Tectona grandis und das Erzeugerland, nicht die Region. Eine Angabe wie Asien ist keine Herkunftsangabe.
- Zertifikat prüfen, nicht nur sehen. Lassen Sie sich die Zertifikatsnummer geben und schlagen Sie sie in der öffentlichen Datenbank des Zertifizierungssystems nach. Ein Logo im Prospekt ist kein Nachweis.
- Nach der Sorgfaltserklärung fragen. Marktteilnehmer müssen dokumentieren, wie sie das Risiko bewertet haben. Wer diese Frage nicht beantworten kann, hat die Pflicht nicht erfüllt.
- Plantage oder Naturwald klären. Plantagenteak wächst schneller, bildet weniger Kernholz und lagert weniger Inhaltsstoffe ein. Es ist deshalb im Freien weniger beständig als altes Naturwaldteak.
- Myanmar ausschließen. Fragen Sie ausdrücklich, ob das Holz aus Myanmar stammt oder dort verarbeitet wurde. Ausweichende Antworten sind eine Antwort.
- Alternativen gegenrechnen. Vergleichen Sie den Preis mit Robinie oder Eiche in derselben Bauart. Der Unterschied ist oft kleiner als erwartet.
Wie pflegen Sie Teak richtig, und braucht es Öl?
Teak enthält von Natur aus Kautschuk und Öle, die das Holz vor Feuchtigkeit und Pilzbefall schützen. Unbehandelt vergraut die Oberfläche unter UV-Strahlung zu einem silbrigen Ton. Diese Patina ist eine Veränderung der obersten Zellschicht und kein Substanzverlust. Das Möbel wird dadurch nicht schwächer, es sieht nur anders aus. Wer das Grau nicht mag, schleift die Oberfläche gelegentlich leicht an oder arbeitet mit einem Reiniger, der die vergraute Schicht abträgt.
Beim Ölen gehen die Empfehlungen auseinander, und die vorsichtigere Variante lautet: im Außenbereich zurückhaltend sein. Aufgetragenes Öl bildet eine Nahrungsgrundlage für Schimmel- und Bläuepilze, weshalb geölte Gartenmöbel häufiger schwarze Flecken zeigen als unbehandelte. Im Innenbereich ist die Lage anders, dort gibt es keine dauerhafte Durchfeuchtung, und ein sparsam aufgetragenes Möbelöl gleicht das Nachdunkeln aus. Für Terrassenflächen gelten wieder eigene Regeln, die im Beitrag zum Terrassenöl stehen.
- Reinigung: Warmes Wasser, weiche Bürste und milde Seife, immer in Faserrichtung. Danach abtrocknen lassen, bevor Auflagen wieder aufgelegt werden.
- Hochdruckreiniger: Nicht verwenden. Der Strahl reißt die weichen Frühholzzonen heraus und hinterlässt eine raue, faserige Oberfläche, die Schmutz besser festhält als vorher.
- Schwarze Flecken: Meist Pilzbewuchs auf Öl- oder Schmutzresten, seltener Gerbstoffreaktion mit Eisen. Metallbeschläge aus Edelstahl vermeiden das zweite Problem.
- Winter: Teak übersteht Frost, das Problem ist Staunässe. Stellen Sie Möbel erhöht ab und decken Sie nur so ab, dass Luft zirkulieren kann. Weitere Punkte stehen im Beitrag zum Schutz der Gartenmöbel im Winter.
- Innenraum: Abstand zu Heizkörpern halten und direkte Sonne meiden, sonst arbeitet das Holz und die Verbindungen lockern sich.
- Verbindungen: Ziehen Sie Schraubverbindungen einmal jährlich nach. Lockere Zapfen sind die häufigste Ursache für Wackeln, siehe Reparatur von Gartenmöbeln.
Welche heimischen Hölzer halten im Freien ähnlich lange?
Die Beständigkeit gegen Pilzbefall wird nach EN 350 in fünf Dauerhaftigkeitsklassen angegeben, von Klasse 1 für sehr dauerhaft bis Klasse 5 für nicht dauerhaft. Teak liegt je nach Herkunft und Wuchsbedingungen in Klasse 1 bis 3. Plantagenteak befindet sich dabei eher im unteren Bereich dieser Spanne, weil das Holz schneller gewachsen ist und weniger wirksame Inhaltsstoffe eingelagert hat. Genau dieser Punkt wird in der Werbung selten erwähnt: Nicht jedes Teak ist so dauerhaft wie das Teak, mit dem der Ruf des Holzes begründet wurde.
Robinie erreicht die höchste Dauerhaftigkeitsklasse und hält wie Teak über 25 Jahre im Freien. Sie wächst in Mitteleuropa, was Transportwege und Herkunftsrisiko deutlich verringert. Eiche und Edelkastanie liegen darunter, sind aber für Gartenmöbel gut geeignet. Lärche und Douglasie sind erkennbar weniger dauerhaft und brauchen konstruktiven Holzschutz, also Abstand zum Boden, abgeschrägte Kanten und ablaufendes Wasser. Thermisch modifizierte heimische Hölzer sind eine weitere Option, allerdings bei geringerer Bruchfestigkeit.
MerkeDer wirksamste Holzschutz ist die Konstruktion, nicht die Holzart. Ein Möbel, dessen Füße direkt auf feuchtem Boden stehen und dessen Flächen Wasser stehen lassen, verrottet auch aus Teak. Ein Möbel mit Bodenabstand, geneigten Auflageflächen und ablaufenden Fugen hält selbst aus einer mittleren Dauerhaftigkeitsklasse lange. Prüfen Sie beim Kauf zuerst, ob Wasser irgendwo stehen bleiben kann.
Wie erkennen Sie schlechtes Teak?
An drei Merkmalen. Erstens am Splintholz: Die hellen, fast weißen Randzonen sind nicht dauerhaft und sollten in einem Möbel für den Außenbereich nicht vorkommen. Zweitens an sehr breiten Jahrringen, ein Hinweis auf schnellen Plantagenwuchs mit geringerem Anteil an schützenden Inhaltsstoffen. Drittens an Verleimungen an Stellen, die Feuchtigkeit ausgesetzt sind, denn nicht jeder Leim ist für den Außenbereich freigegeben.
Kontrollieren Sie außerdem die Konstruktion. Zapfenverbindungen mit eingeleimten Dübeln halten länger als reine Schraubverbindungen in Hirnholz, weil Schrauben im Hirnholz bei Feuchtewechsel ausreißen. Prüfen Sie die Beschläge auf Edelstahl statt verzinktem Stahl, da Eisen mit den Gerbstoffen im Holz dunkle Ränder bildet. Und messen Sie die Materialstärke der Sitzlatten nach: Unter etwa 20 Millimetern federn sie bei Belastung spürbar durch und reißen an den Schraubpunkten früher aus.
