Teerflecken entfernen: mit Fett anfangen, nicht mit Wasser

3 min LesezeitAktualisiert und redaktionell geprüft am

Das Wichtigste in Kürze

  • Teer besteht aus Kohlenwasserstoffen und ist vollständig wasserunlöslich. Wasser und Waschmittel richten allein nichts aus.
  • Erst die harte Schicht abkratzen, dann mit Butter, Speiseöl oder Glycerin mehrere Stunden aufweichen.
  • Den aufgeweichten Rest mit Waschbenzin oder Terpentin abtupfen und anschließend mit Spülmittel gegen das eingesetzte Fett arbeiten.
  • Auf empfindlichen Stoffen kein Glycerin, es kann Farben angreifen. Dort ist Butter die schonendere Variante.
  • Waschbenzin ist leicht entzündlich: nur gut gelüftet und fern von offenen Flammen verwenden.
Teerflecken entfernen: mit Fett anfangen, nicht mit Wasser
Bild: KI generiert

Teerflecken entstehen fast immer unterwegs: an frisch asphaltierten Straßen, auf Baustellen, am Auto. Und sie gehören zu den wenigen Flecken, bei denen der übliche erste Reflex, also Wasser und Seife, nachweislich gar nichts bewirkt.

Teer besteht aus Kohlenwasserstoffen und ist vollständig wasserunlöslich. Was ihn löst, ist ein anderes Fett oder ein organisches Lösungsmittel. Der Weg führt deshalb über zwei Schritte: erst aufweichen, dann herauslösen.

Schritt 1: Aufweichen mit Fett

  1. Harte Schicht abkratzen, mit einem stumpfen Messer, ohne die Faser aufzureißen.
  2. Butter, Speiseöl oder Glycerin auftragen und die Stelle vollständig bedecken.
  3. Mehrere Stunden einwirken lassen, bei starken Flecken über Nacht.
  4. Überschuss abtupfen, der Teer ist jetzt weich und lässt sich teilweise mit abnehmen.

Bei empfindlichen Geweben sollte kein Glycerin verwendet werden, es kann Farben angreifen. Dort ist Butter die schonendere Wahl, sie wirkt langsamer, dafür ohne Risiko für die Farbe.

Schritt 2: Herauslösen

Was nach dem Aufweichen noch im Gewebe sitzt, braucht ein Lösungsmittel. Waschbenzin und Terpentin sind die klassischen Mittel und lösen Teer zuverlässig.

  1. Saugfähiges Tuch unterlegen, damit der gelöste Teer dort landet.
  2. Waschbenzin auf ein Baumwolltuch geben und von außen nach innen tupfen.
  3. Unterlage mehrfach wechseln, sobald sie sich dunkel färbt.
  4. Mit Spülmittel oder Gallseife nacharbeiten, um das eingesetzte Fett zu entfernen.
  5. So heiß waschen, wie das Pflegeetikett erlaubt.

Waschbenzin und Terpentin sind leicht entzündlich. Nur bei geöffnetem Fenster arbeiten, keine offenen Flammen, keine Zigarette, und die behandelten Textilien nicht sofort in den Trockner geben. Handschuhe schützen die Haut, die sonst schnell austrocknet.

Teer auf anderen Oberflächen

UntergrundVorgehenAchtung
TextilButter oder Glycerin, dann Waschbenzinkein Glycerin auf empfindlichen Farben
Schuhsohleabkratzen, mit Öl einweichen, abwischenbei Gummisohlen kein Aceton
AutolackTeerentferner aus dem Zubehörhandelkein Waschbenzin, es greift Klarlack an
HautSpeiseöl oder Butter einmassieren, dann Seifekeine Lösungsmittel auf der Haut
Teppichabkühlen lassen, abkratzen, dann Öl und Waschbenzinpunktuell arbeiten, nicht tränken
Fliesen, SteinÖl aufweichen, mit Spachtel abhebenkeine Säure auf Naturstein

MerkeAuf Autolack gehört ausschließlich ein Teerentferner aus dem Zubehörhandel. Waschbenzin und Terpentin lösen zwar den Teer, greifen aber den Klarlack an und hinterlassen matte Stellen, die deutlich schwerer zu beheben sind als die ursprünglichen Teerspritzer.

Frisch oder eingetrocknet?

Anders als bei den meisten Flecken spielt das Alter bei Teer eine kleinere Rolle. Er trocknet nicht in dem Sinn ein, sondern bleibt zäh und wird höchstens härter. Auch ein Wochen alter Teerfleck lässt sich mit derselben Methode behandeln, er braucht nur längere Einwirkzeit beim Aufweichen.

Was dagegen zählt, ist die Temperatur beim ersten Kontakt: Frischer, warmer Teer zieht deutlich tiefer ins Gewebe ein als kalter. Wenn möglich, lassen Sie ihn deshalb erst vollständig auskühlen und kratzen dann ab, statt sofort zu wischen.

Warum Teer zu den Pigmentflecken zählt und was das für die Behandlung bedeutet, erklärt die Übersicht zu den vier Fleckenarten. Für den Fettanteil nach der Behandlung gelten die Regeln aus dem Ratgeber zu Fettflecken, die Bügelmethode beschreibt der zu Wachsflecken.

Häufige Fragen zu Teerflecken entfernen: mit Fett anfangen, nicht mit Wasser

Warum gehen Teerflecken nicht mit Wasser raus?

Weil Teer aus Kohlenwasserstoffen besteht und vollständig wasserunlöslich ist. Wasser und Waschmittel erreichen ihn nicht. Was ihn löst, ist ein anderes Fett zum Aufweichen und anschließend ein organisches Lösungsmittel wie Waschbenzin.

Wie entferne ich Teer aus Kleidung?

In zwei Schritten. Zuerst die harte Schicht abkratzen und die Stelle mit Butter, Speiseöl oder Glycerin bedecken, mehrere Stunden oder über Nacht einwirken lassen. Danach den Rest mit Waschbenzin auf einem Baumwolltuch abtupfen und mit Spülmittel gegen das eingesetzte Fett nacharbeiten.

Darf ich Waschbenzin auf Autolack verwenden?

Nein. Es löst zwar den Teer, greift aber den Klarlack an und hinterlässt matte Stellen. Auf Autolack gehört ein Teerentferner aus dem Zubehörhandel, der genau dafür formuliert ist.

Wie bekomme ich Teer von der Haut?

Mit Speiseöl oder Butter einmassieren, kurz einwirken lassen und anschließend mit Seife waschen. Lösungsmittel wie Waschbenzin oder Terpentin haben auf der Haut nichts zu suchen, sie reizen und trocknen sie stark aus.

Sind eingetrocknete Teerflecken noch zu entfernen?

Ja. Teer trocknet nicht wie andere Flecken ein, er wird nur härter. Auch ein Wochen alter Fleck lässt sich mit derselben Methode behandeln, er braucht beim Aufweichen mit Fett nur mehr Zeit.

Quellen

Die Inhalte wurden mit Hilfe von KI erstellt, jedoch durch die Redaktion geprüft am 31. Juli 2026