Teerflecken entstehen fast immer unterwegs: an frisch asphaltierten Straßen, auf Baustellen, am Auto. Und sie gehören zu den wenigen Flecken, bei denen der übliche erste Reflex, also Wasser und Seife, nachweislich gar nichts bewirkt.
Teer besteht aus Kohlenwasserstoffen und ist vollständig wasserunlöslich. Was ihn löst, ist ein anderes Fett oder ein organisches Lösungsmittel. Der Weg führt deshalb über zwei Schritte: erst aufweichen, dann herauslösen.
Schritt 1: Aufweichen mit Fett
- Harte Schicht abkratzen, mit einem stumpfen Messer, ohne die Faser aufzureißen.
- Butter, Speiseöl oder Glycerin auftragen und die Stelle vollständig bedecken.
- Mehrere Stunden einwirken lassen, bei starken Flecken über Nacht.
- Überschuss abtupfen, der Teer ist jetzt weich und lässt sich teilweise mit abnehmen.
Bei empfindlichen Geweben sollte kein Glycerin verwendet werden, es kann Farben angreifen. Dort ist Butter die schonendere Wahl, sie wirkt langsamer, dafür ohne Risiko für die Farbe.
Schritt 2: Herauslösen
Was nach dem Aufweichen noch im Gewebe sitzt, braucht ein Lösungsmittel. Waschbenzin und Terpentin sind die klassischen Mittel und lösen Teer zuverlässig.
- Saugfähiges Tuch unterlegen, damit der gelöste Teer dort landet.
- Waschbenzin auf ein Baumwolltuch geben und von außen nach innen tupfen.
- Unterlage mehrfach wechseln, sobald sie sich dunkel färbt.
- Mit Spülmittel oder Gallseife nacharbeiten, um das eingesetzte Fett zu entfernen.
- So heiß waschen, wie das Pflegeetikett erlaubt.
Waschbenzin und Terpentin sind leicht entzündlich. Nur bei geöffnetem Fenster arbeiten, keine offenen Flammen, keine Zigarette, und die behandelten Textilien nicht sofort in den Trockner geben. Handschuhe schützen die Haut, die sonst schnell austrocknet.
Teer auf anderen Oberflächen
| Untergrund | Vorgehen | Achtung |
|---|---|---|
| Textil | Butter oder Glycerin, dann Waschbenzin | kein Glycerin auf empfindlichen Farben |
| Schuhsohle | abkratzen, mit Öl einweichen, abwischen | bei Gummisohlen kein Aceton |
| Autolack | Teerentferner aus dem Zubehörhandel | kein Waschbenzin, es greift Klarlack an |
| Haut | Speiseöl oder Butter einmassieren, dann Seife | keine Lösungsmittel auf der Haut |
| Teppich | abkühlen lassen, abkratzen, dann Öl und Waschbenzin | punktuell arbeiten, nicht tränken |
| Fliesen, Stein | Öl aufweichen, mit Spachtel abheben | keine Säure auf Naturstein |
MerkeAuf Autolack gehört ausschließlich ein Teerentferner aus dem Zubehörhandel. Waschbenzin und Terpentin lösen zwar den Teer, greifen aber den Klarlack an und hinterlassen matte Stellen, die deutlich schwerer zu beheben sind als die ursprünglichen Teerspritzer.
Frisch oder eingetrocknet?
Anders als bei den meisten Flecken spielt das Alter bei Teer eine kleinere Rolle. Er trocknet nicht in dem Sinn ein, sondern bleibt zäh und wird höchstens härter. Auch ein Wochen alter Teerfleck lässt sich mit derselben Methode behandeln, er braucht nur längere Einwirkzeit beim Aufweichen.
Was dagegen zählt, ist die Temperatur beim ersten Kontakt: Frischer, warmer Teer zieht deutlich tiefer ins Gewebe ein als kalter. Wenn möglich, lassen Sie ihn deshalb erst vollständig auskühlen und kratzen dann ab, statt sofort zu wischen.
Warum Teer zu den Pigmentflecken zählt und was das für die Behandlung bedeutet, erklärt die Übersicht zu den vier Fleckenarten. Für den Fettanteil nach der Behandlung gelten die Regeln aus dem Ratgeber zu Fettflecken, die Bügelmethode beschreibt der zu Wachsflecken.
