Wachs verhält sich anders als jeder andere Fleck: Es ist weder wasser- noch fettlöslich im üblichen Sinn, sondern es sitzt als feste Schicht auf und in der Faser. Deshalb funktioniert hier kein Mittel, sondern eine Temperaturführung in zwei Schritten.
Zuerst wird das Wachs so kalt, dass es spröde bricht. Was dann noch in der Faser steckt, wird warm gemacht und von einem saugfähigen Material aufgenommen. Wer diese Reihenfolge umdreht und sofort bügelt, verteilt das flüssige Wachs großflächig.
Schritt 1: Wachs hart machen und abbrechen
- Vollständig aushärten lassen. Nichts abwischen, solange das Wachs noch weich ist.
- Kälte einsetzen. Kleinere Textilien für eine Stunde ins Gefrierfach, größere mit einem Kühlakku oder einem Beutel Eiswürfel behandeln.
- Vorsichtig brechen. Den Stoff knicken, damit die Wachsschicht springt.
- Reste abheben, mit dem Fingernagel oder einem stumpfen Messer, ohne die Faser aufzurauen.
Schritt 2: den Rest ausbügeln
Was jetzt noch zu sehen ist, sitzt zwischen den Fasern. Legen Sie saugfähiges Papier auf und unter die Stelle, also Löschpapier, Küchenpapier oder eine Papiertüte, und gehen Sie mit einem warm eingestellten Bügeleisen ohne Dampf darüber.
Das Wachs verflüssigt sich und wandert in das Papier. Wechseln Sie das Papier, sobald ein Fettrand darauf sichtbar wird, und wiederholen Sie den Vorgang, bis nichts mehr übergeht. Ein einziger Durchgang reicht selten.
Auf die Gewebetemperatur achten. Bei Synthetik schmilzt die Faser, bevor das Wachs weich wird, dort ist die Methode ungeeignet. Behandeln Sie Kunstfasern stattdessen mit Waschbenzin auf einem Baumwolltuch, gut gelüftet und fern von offenen Flammen.
Der Farbrest gefärbter Kerzen
Bei weißen Kerzen ist nach dem Ausbügeln meist Schluss. Farbige Kerzen hinterlassen zusätzlich einen Farbstofffleck, denn das Pigment bleibt im Gewebe, auch wenn das Wachs weg ist.
- Gallseife auf die Stelle geben, einige Minuten wirken lassen und ausspülen.
- Sauerstoffbleiche auf weißer Baumwolle, als Einweichbad oder Waschgangzusatz.
- Enzymhaltiges Flüssigwaschmittel als Vorbehandlung mit etwa 15 Minuten Einwirkzeit.
- Nicht trocknen, solange der Farbschatten sichtbar ist, sonst wird er dauerhaft.
Wachs auf anderen Oberflächen
| Untergrund | Vorgehen | Achtung |
|---|---|---|
| Teppich | Kühlakku, abbrechen, dann Löschpapier und Bügeleisen | bei Kunstfaserteppich nur lauwarm |
| Massivholz, geölt | Kunststoffspachtel, danach Stelle nachölen | kein Metallwerkzeug, es zerkratzt |
| Lackiertes Holz | hart werden lassen, vorsichtig abheben | kein Föhn, der Lack kann anlaufen |
| Glas, Kerzenständer | ins Gefrierfach, Wachs springt von selbst ab | kein heißes Wasser auf kaltes Glas |
| Stein, Fliesen | abkratzen, Rest mit warmem Wasser und Spülmittel | keine Säure auf Naturstein |
| Kerzenleuchter aus Silber | in warmem Wasser aufweichen | nicht kratzen, Silber ist weich |
TippEin Föhn ist die schonende Alternative zum Bügeleisen, wenn das Textil nicht flach liegt. Wachs anwärmen und die flüssige Schicht sofort mit Küchenpapier aufnehmen. Das dauert länger, funktioniert aber auch an Nähten, Falten und Polsterkanten.
Häufige Fehler
- Sofort wischen, solange das Wachs flüssig ist. Es zieht dabei tief in das Gewebe ein.
- Direkt bügeln, ohne vorher die harte Schicht zu entfernen. Das verteilt das Wachs großflächig.
- Zu heißes Bügeleisen auf Kunstfasern, die Faser schmilzt.
- Mit Dampf bügeln. Feuchtigkeit verhindert, dass das Papier das Wachs aufnimmt.
- Metallschaber auf Holz oder Glas, die Kratzer bleiben länger als der Fleck.
Warum Wachs in keine der üblichen Kategorien passt, ordnet die Übersicht zu den vier Fleckenarten ein. Dieselbe Bügeltechnik hilft bei Fettflecken, und für den Farbrest gilt dasselbe wie bei Lackflecken.
