Tellerset: Porzellan, Steingut, Steinzeug oder Melamin, was hält im Alltag?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Brenntemperatur bestimmt die Materialeigenschaften: Steingut etwa 900 bis 1150 Grad Celsius, Steinzeug 1200 bis 1300 Grad Celsius, Porzellan bis rund 1400 Grad Celsius.
  • Wasseraufnahme entscheidet über die Haltbarkeit. Steingut liegt oberhalb von 10 Prozent, Steinzeug unter 3 Prozent, Porzellan ist praktisch dicht.
  • Haarrisse in der Glasur, der Krakelee-Effekt, sind bei Steingut bauartbedingt. In die Risse dringt Wasser mit Speiseresten ein, deshalb verfärben sich alte Steingutteller entlang der Risslinien.
  • Melamin darf nicht in die Mikrowelle und nicht über 70 Grad Celsius erhitzt werden. Oberhalb dieser Grenze setzt das Harz Melamin und Formaldehyd frei, so das Bundesinstitut für Risikobewertung.
  • Für ein Alltagsset gilt: Ein Durchmesser von 26 bis 28 Zentimetern für den Speiseteller ist verbreitet. Messen Sie vorher das Innenmaß Ihres Geschirrspülerkorbs und des Hängeschranks.
Tellerset: Porzellan, Steingut, Steinzeug oder Melamin, was hält im Alltag?
Bild: KI generiert

Ein Tellerset ist auf den ersten Blick eine Frage von Farbe und Form. Auf den zweiten Blick ist es eine Materialfrage, denn ob ein Teller nach fünf Jahren noch aussieht wie am ersten Tag, hängt fast ausschließlich davon ab, wie heiß er gebrannt wurde. Die Brenntemperatur bestimmt, wie dicht der Scherben ist. Der Scherben bestimmt die Wasseraufnahme. Die Wasseraufnahme bestimmt, ob sich in der Glasur Haarrisse bilden, ob der Teller Gerüche annimmt und wie gut er die Spülmaschine verträgt. Dieser Text sortiert die vier gebräuchlichen Materialien nach diesen Kriterien.

Gestapeltes Tellerset aus Speisetellern, tiefen Tellern und Dessorttellern
Bild: KI generiert

Was unterscheidet Porzellan, Steinzeug und Steingut?

Alle drei sind Keramik, also gebrannter Ton. Der Unterschied liegt in der Rezeptur und in der Temperatur. Steingut wird vergleichsweise kühl gebrannt, verbreitet werden Bereiche von etwa 900 bis 1150 Grad Celsius genannt. Der Scherben versintert dabei nicht vollständig, er bleibt porös. Erst die Glasur macht ihn wasserdicht. Steinzeug wird bei rund 1200 bis 1300 Grad Celsius gebrannt und versintert weitgehend, seine Wasseraufnahme liegt unter 3 Prozent. Porzellan geht bis in den Bereich von 1400 Grad Celsius und ist danach praktisch dicht, weshalb es auch unglasiert kein Wasser zieht.

Diese Zahlen sind keine Nebensache. Ein Steingutteller nimmt über 10 Prozent seines Gewichts an Wasser auf, wenn die Glasur verletzt ist. Genau das passiert im Alltag: Ein Messer schneidet über die Oberfläche, die Glasur bekommt eine feine Linie, Wasser dringt ein, und der Teller wird von innen schwer und fleckig. Porzellan verzeiht denselben Schnitt, weil unter der Glasur nichts ist, was Wasser aufnehmen könnte. Steinzeug liegt dazwischen und ist im Alltag der robusteste Kompromiss aus Preis, Gewicht und Unempfindlichkeit.

MaterialBrenntemperaturWasseraufnahmeSpülmaschineMikrowelle
PorzellanBis etwa 1400 Grad CelsiusPraktisch dichtJa, sofern kein GolddekorJa, sofern kein Metalldekor
Steinzeug1200 bis 1300 Grad CelsiusUnter 3 ProzentIn der Regel jaIn der Regel ja
SteingutEtwa 900 bis 1150 Grad CelsiusÜber 10 ProzentNur bei intakter Glasur, sonst kritischNur kurz, nicht bei Haarrissen
MelaminKunstharz, nicht gebranntNimmt kein Wasser aufOft ja, meist nur im SchonprogrammNein

Warum bekommt Steingut Haarrisse in der Glasur?

Weil Scherben und Glasur sich unterschiedlich stark ausdehnen. Die Glasur wird bei niedrigerer Temperatur aufgebrannt als bei Porzellan und sitzt unter Spannung auf einem porösen Untergrund. Bei Temperaturwechseln, also bei jedem heißen Essen und jedem Spülgang, arbeitet das Material. Irgendwann reißt die Glasur in einem feinen Netz auf, dem sogenannten Krakelee. Bei manchen Serien ist dieser Effekt gewollt und dekorativ. Praktisch ist er nicht, denn in die Risse gelangen Wasser, Farbstoffe und Speisereste. Tee, Kaffee, Tomatensauce und Rotkohl zeichnen die Risslinien mit der Zeit braun oder rötlich nach.

Ein zweiter Punkt kommt hinzu. Ein poröser Scherben, der Wasser aufgenommen hat, trocknet in der Spülmaschine nicht vollständig durch. Wird er anschließend stark erhitzt, etwa in der Mikrowelle, kann das eingeschlossene Wasser verdampfen und die Glasur weiter absprengen. Deshalb gilt für Steingut die Regel: keine schnellen Temperaturwechsel, nicht aus der Spülmaschine direkt in die Mikrowelle, und Teller mit sichtbaren Rissen nicht mehr für heiße Speisen verwenden.

Melamin gehört nicht in die Mikrowelle. Melaminharz setzt ab etwa 70 Grad Celsius die Bestandteile Melamin und Formaldehyd frei. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält Bedarfsgegenstände aus Melaminharz deshalb weder zum Kochen noch für die Verwendung in Mikrowellengeräten für geeignet. Besonders hohe Freisetzungen wurden gemessen, wenn saure Lebensmittel wie Obst oder Gemüse auf Melamin in der Mikrowelle über 70 Grad Celsius erhitzt wurden. Zum Servieren warmer Speisen unterhalb dieser Grenze gilt Melamin dagegen als unbedenklich. Damit ist es Campinggeschirr und Kindergeschirr, kein Kochgeschirr.

Welche Teller und wie viele brauchen Sie?

Ein klassisches Set besteht aus flachem Speiseteller, tiefem Teller und Dessertteller. Der flache Teller liegt in vielen Serien bei 26 bis 28 Zentimetern Durchmesser, Dessertteller bei etwa 19 bis 21 Zentimetern. Große Gastroteller gehen über 30 Zentimeter hinaus und passen dann häufig nicht mehr in den Geschirrspülerkorb oder aufrecht in den Hängeschrank. Messen Sie deshalb zwei Maße nach, bevor Sie bestellen: die freie Höhe im Schrankfach und den Abstand der Stäbe im unteren Spülkorb.

  1. Schrankmaß nehmen. Messen Sie die lichte Höhe des Fachs. Ein Stapel aus sechs flachen Tellern braucht je nach Materialstärke zwischen 12 und 20 Zentimetern.
  2. Spülkorb prüfen. Stellen Sie einen vorhandenen Teller in den unteren Korb und messen Sie, wie viel Durchmesser noch dazwischenpasst. Ein 30er-Teller kippt in vielen Körben.
  3. Stückzahl festlegen. Rechnen Sie zwei Gedecke mehr als Haushaltsmitglieder, damit ein Bruch nicht sofort die Serie sprengt.
  4. Nachkauf prüfen. Suchen Sie die Serie im Sortiment des Herstellers als Einzelteil. Serien ohne Einzelverkauf lassen sich nach einem Bruch nicht ergänzen.
  5. Dekor kontrollieren. Gold- und Platinränder sind weder mikrowellengeeignet noch spülmaschinenfest. Sie funken in der Mikrowelle und werden in der Maschine matt.
  6. Standfläche befühlen. Fahren Sie mit dem Finger über den unglasierten Fußring auf der Unterseite. Ist er rau, schleift er beim Stapeln auf dem Teller darunter.

Wie lagern und spülen Sie ein Tellerset richtig?

  • Fußring: Der unglasierte Ring an der Unterseite ist die härteste Stelle des Tellers. Legen Sie beim Stapeln Filzringe, Papierservietten oder Küchenkrepp dazwischen.
  • Stapelhöhe: Begrenzen Sie Stapel auf sechs bis acht Teller. Höhere Stapel belasten den untersten Teller und kippen leichter aus dem Fach.
  • Spülmaschine: Teller nicht dicht an dicht stellen, damit sie sich beim Rütteln nicht berühren. Kontaktstellen sind die häufigste Ursache für abgeplatzte Ränder.
  • Besteckspuren: Graue Striche auf weißem Geschirr stammen von Metallabrieb, nicht von Schmutz. Sie lassen sich mit einem milden Scheuermittel für Keramik entfernen, hartes Scheuerpulver mattiert dagegen die Glasur.
  • Schneiden: Schneiden Sie auf dem Teller mit Bedacht. Beschichtetes und hartes Besteck hinterlässt auf weicher Glasur Spuren, wie im Beitrag zum schwarz beschichteten Besteck beschrieben.
  • Temperatursprung: Stellen Sie keinen kalten Teller in den heißen Ofen und keinen heißen Teller auf eine kalte Steinplatte. Bei Steingut ist das der übliche Weg zum Riss.

MerkeEin einfacher Test zeigt, wie porös ein Teller ist. Wiegen Sie ihn trocken, legen Sie ihn 24 Stunden in Wasser und wiegen Sie erneut. Nimmt er merklich zu, ist die Glasur nicht mehr dicht oder der Scherben porös. Solche Teller trocknen Sie nach dem Spülen aufrecht und benutzen sie nicht mehr für heiße Speisen. Zum Gedeck gehört auch das passende Besteck, dessen Zusammenstellung der Beitrag zum Besteckset und seinen Teilen behandelt.

Welches Material passt zu welchem Haushalt?

Wer täglich spült und in der Mikrowelle aufwärmt, fährt mit Porzellan oder Steinzeug am unkompliziertesten. Porzellan ist dünner, leichter und wirkt feiner, Steinzeug ist dicker, schwerer und steckt Stöße besser weg. Steingut ist die günstige, oft farbenfrohe Variante mit dem größten Pflegebedarf und der kürzesten Lebensdauer im harten Alltag. Melamin ist Geschirr für draußen, für Kinder und für den Campingtisch, aber nicht für heiße Speisen über 70 Grad Celsius und nie für die Mikrowelle. Wer Gebäck und Kuchen präsentieren will, ergänzt das Set eher um eine Etagere, wie sie der Beitrag zum Muffin-Ständer und seiner Traglast beschreibt. Prüfen Sie vor dem Kauf in jedem Fall die Angaben auf der Unterseite des Tellers: Dort stehen üblicherweise Materialangabe, Spülmaschinen- und Mikrowellenfreigabe als Symbole.

Häufige Fragen zu Tellerset: Porzellan, Steingut, Steinzeug oder Melamin, was hält im Alltag?

Was ist der Unterschied zwischen Steingut und Steinzeug?

Die Brenntemperatur und damit die Dichte. Steingut wird bei etwa 900 bis 1150 Grad Celsius gebrannt, bleibt porös und nimmt über 10 Prozent Wasser auf. Steinzeug wird bei 1200 bis 1300 Grad Celsius gebrannt, versintert weitgehend und liegt unter 3 Prozent Wasseraufnahme. Steinzeug ist deshalb im Alltag deutlich unempfindlicher.

Warum bekommt mein Geschirr feine Risse in der Glasur?

Weil sich Scherben und Glasur unterschiedlich stark ausdehnen. Bei Steingut ist dieser Krakelee-Effekt bauartbedingt und wird durch Temperaturwechsel beschleunigt. In die Risse dringen Wasser und Farbstoffe ein, weshalb sich die Linien mit der Zeit braun oder rötlich nachzeichnen.

Darf Melamin-Geschirr in die Mikrowelle?

Nein. Ab etwa 70 Grad Celsius setzt Melaminharz Melamin und Formaldehyd frei. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält solche Gegenstände weder zum Kochen noch für die Mikrowelle für geeignet. Zum Servieren warmer Speisen unterhalb dieser Temperatur gilt Melamin als unbedenklich.

Welcher Tellerdurchmesser ist üblich?

Speiseteller liegen in vielen Serien bei 26 bis 28 Zentimetern, Dessertteller bei etwa 19 bis 21 Zentimetern. Größere Teller über 30 Zentimeter passen häufig nicht mehr sicher in den unteren Spülkorb oder aufrecht in den Hängeschrank. Messen Sie beide Maße vor dem Kauf nach.

Ist Porzellan mit Goldrand spülmaschinenfest?

In der Regel nicht. Gold- und Platindekore werden in der Maschine matt und lösen sich mit der Zeit ab. In der Mikrowelle sind sie außerdem gefährlich, weil metallhaltige Dekore Funken schlagen können. Solche Teile werden von Hand gespült.

Wie verhindere ich Kratzer beim Stapeln?

Der unglasierte Fußring an der Unterseite ist rau und schleift auf dem Teller darunter. Legen Sie Filzringe, Papierservietten oder Küchenkrepp zwischen die Teller und begrenzen Sie den Stapel auf sechs bis acht Stück.

Quellen

Die Inhalte wurden mit Hilfe von KI erstellt, jedoch durch die Redaktion geprüft am 1. August 2026