Terrassenheizer: was eine Stunde Wärme im Freien wirklich kostet

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Gas-Heizpilz mit 12 Kilowatt Leistung verbraucht bei Volllast rund 780 Gramm Propan je Stunde. Eine 11-Kilogramm-Flasche reicht damit für etwa 14 Stunden Dauerbetrieb.
  • Kleine Terrassenheizer liegen bei etwa 400 Gramm Gas je Stunde, große bei bis zu 1.100 Gramm. Propan hat einen Heizwert von rund 12,8 Kilowattstunden je Kilogramm.
  • Elektrische Infrarotstrahler für die Terrasse haben meist 1,5 bis 2,5 Kilowatt. Bei einem Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde kostet ein 2-Kilowatt-Gerät rund 70 Cent in der Stunde.
  • Im Freien wirkt nur der Strahlungsanteil. Alles, was als warme Luft aufsteigt, ist verloren, und schon leichter Wind trägt diese Wärme zusätzlich weg. Ein Windschutz bringt deshalb oft mehr als mehr Heizleistung.
  • Ein bundesweites Verbot gibt es nicht. Einzelne Städte untersagen Heizpilze auf öffentlichen Flächen über ihre Sondernutzungssatzung, in Hannover etwa seit 2008. Maßgeblich ist immer die aktuelle Satzung der jeweiligen Kommune.
Terrassenheizer: was eine Stunde Wärme im Freien wirklich kostet
Bild: KI generiert

Ein Terrassenheizer verspricht, die Saison zu verlängern. Physikalisch versucht er etwas Undankbares: Er heizt gegen ein unbegrenztes Luftvolumen an. Anders als in einem Zimmer gibt es draußen keine Wände, die Wärme zurückhalten. Was zählt, ist deshalb allein der Anteil der Energie, der als Infrarotstrahlung direkt auf Haut und Kleidung trifft. Alles andere steigt als warme Luft nach oben und ist weg.

Wie viel verbraucht ein Terrassenheizer je Stunde?

Bei Gasgeräten hängt der Verbrauch direkt an der Nennleistung. Propan hat einen Heizwert von rund 12,8 Kilowattstunden je Kilogramm. Ein Gerät mit 12 Kilowatt Leistung braucht also grob 0,9 Kilogramm Gas in der Stunde, in Herstellerangaben tauchen für diese Klasse typischerweise Werte um 780 Gramm je Stunde auf. Kleine Geräte liegen bei etwa 400 Gramm, große bei bis zu 1.100 Gramm je Stunde.

GerätLeistungVerbrauch je StundeKosten je StundeCO2 je Stunde
Gas-Heizpilz, kleinrund 5 kWrund 400 g Propanrund 0,90 bis 1,30 Eurorund 1,2 kg
Gas-Heizpilz, mittelrund 12 kWrund 780 g Propanrund 1,80 bis 2,50 Eurorund 2,3 kg
Gas-Heizpilz, großrund 14 kWbis 1.100 g Propanrund 2,50 bis 3,50 Eurorund 3,2 kg
Infrarotstrahler elektrisch1,5 kW1,5 kWhrund 0,53 Eurorund 0,54 kg
Infrarotstrahler elektrisch2,0 kW2,0 kWhrund 0,70 Eurorund 0,73 kg

Die Annahmen dahinter: 35 Cent je Kilowattstunde Strom und 2,30 bis 3,20 Euro je Kilogramm Flaschengas, wie es beim Tausch einer 11-Kilogramm-Flasche üblich ist. Wer Flüssiggas aus einem Tank bezieht, zahlt deutlich weniger je Kilogramm. Beide Preise schwanken stark, prüfen Sie sie für Ihre Region nach.

Die CO2-Werte beruhen auf rund 2,9 Kilogramm Kohlendioxid je Kilogramm verbranntem Propan und auf 363 Gramm je Kilowattstunde für den deutschen Strommix, dem vom Umweltbundesamt für 2024 ausgewiesenen Wert. 2023 lag dieser Wert noch bei 386 Gramm, 2022 bei 433 Gramm. Ein Ökostromtarif oder eigene Photovoltaik verschiebt die Bilanz beim Elektrogerät erheblich, beim Gasgerät gar nicht.

MerkeVergleichen Sie nicht die Kilowatt, sondern die gefühlte Wärme. Ein Gasgerät mit 12 Kilowatt und ein Elektrostrahler mit 2 Kilowatt liegen um Faktor sechs auseinander, wärmen aber in der Praxis oft ähnlich. Der Grund: Der Elektrostrahler gibt fast seine gesamte Leistung als kurzwellige Infrarotstrahlung gerichtet nach unten ab, während der Gaspilz einen erheblichen Teil als heiße Abluft nach oben verliert.

Warum wärmt ein Heizpilz bei Wind fast nicht?

Wärme verlässt Ihren Körper draußen auf drei Wegen: durch Strahlung an die kalte Umgebung, durch Konvektion an die vorbeiströmende Luft und durch Verdunstung. Ein Heizstrahler wirkt nur gegen den ersten Weg. Sobald Luft an Ihnen vorbeizieht, steigt der Konvektionsverlust so schnell, dass ein Strahler diese Lücke nicht mehr schließt.

Praktisch heißt das: Ein Windschutz auf der Wetterseite verändert das Wärmeempfinden mehr als eine zweite Heizstufe. Ein geschlossener Seitenteil, eine Hecke oder auch nur ein zugezogener Vorhang zwischen Sitzplatz und offener Fläche bringt spürbar mehr als 2 zusätzliche Kilowatt. Aus dem gleichen Grund ist der Platz an der Hauswand fast immer der wärmste: Die Wand strahlt tagsüber gespeicherte Wärme zurück und blockiert eine Windrichtung.

Der zweite Punkt betrifft den Abstand. Die Strahlungsintensität nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Wer zwei Meter statt einem Meter vom Strahler entfernt sitzt, bekommt nur noch etwa ein Viertel der Wärme ab. Richten Sie den Strahler deshalb eng auf die Sitzgruppe aus, statt die ganze Terrasse beheizen zu wollen.

Gas oder Strom, was ist die bessere Wahl?

  • Reichweite: Gas gewinnt bei großen, offenen Flächen. Ein 12-Kilowatt-Pilz erwärmt einen Radius von mehreren Metern, ein Elektrostrahler wirkt nur im gerichteten Kegel darunter.
  • Betriebskosten: Strom gewinnt in der Regel deutlich, weil die installierte Leistung viel kleiner ist. Pro Stunde liegen 70 Cent gegen etwa 2 Euro.
  • Aufstellung: Gas ist frei aufstellbar ohne Kabel, braucht aber eine schwere Flasche und einen sicheren Stand. Strom braucht eine Steckdose und ein für den Außenbereich zugelassenes Kabel.
  • Bedienung: Elektrogeräte sind sofort warm und lassen sich einfach abschalten, wenn niemand draußen sitzt. Ein Gasgerät wird meist durchlaufen gelassen, was den Verbrauch treibt.
  • Sicherheit: Bei Gas entstehen Verbrennungsgase, darunter Kohlenmonoxid. Elektrogeräte haben dieses Problem nicht, dafür ist Feuchtigkeit an Elektrik im Freien ein eigenes Thema.
  • Emissionen: Ein mittlerer Gaspilz stößt je Stunde rund das Dreifache an Kohlendioxid aus wie ein 2-Kilowatt-Elektrostrahler am aktuellen Strommix.

Wer die Stromkosten insgesamt im Blick behalten will, findet im Beitrag zum Minimieren der Stromkosten die Systematik dazu. Ein 2-Kilowatt-Strahler, der an zwanzig Abenden je drei Stunden läuft, verbraucht 120 Kilowattstunden. Das ist in vielen Haushalten mehr als der Kühlschrank in einem halben Jahr.

Was muss ich beim Betrieb beachten?

  1. Freien Stand sichern. Stellen Sie das Gerät auf ebenen, festen Boden. Ein Gasheizpilz mit gefüllter Flasche ist kopflastig, deshalb gehört ein Kippschutz zur Grundausstattung.
  2. Abstand halten. Zu Zeltwand, Dach, Markise und allem Brennbaren gilt ein Mindestabstand von 1 Meter, nach oben ebenso wie zur Seite. Der Reflektor wird sehr heiß.
  3. Nie in geschlossenen Räumen. Heizpilze, Terrassenstrahler und Gasgrills gehören nicht in Innenräume, Garagen oder geschlossene Zelte. Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos und wirkt tödlich, bevor Sie es bemerken.
  4. Schlauch prüfen. Kontrollieren Sie den Gasschlauch vor jeder Saison auf Risse und beachten Sie das aufgedruckte Verfallsdatum. Undichtigkeiten finden Sie mit Seifenlauge auf den Verschraubungen, niemals mit einer Flamme.
  5. Sicherungen verlangen. Kaufen Sie nur Geräte mit Zündsicherung und Kippschalter. Bei halboffenen Bereichen mit Frischluftzufuhr gehört zusätzlich ein CO-Warnmelder dazu.
  6. Flasche draußen lagern. Propanflaschen dürfen nicht in Kellern stehen, weil Propan schwerer als Luft ist und sich am Boden sammelt.
  7. Nach dem Betrieb abdrehen. Schließen Sie das Flaschenventil, nicht nur den Regler am Gerät.

Gasarbeiten haben eine Grenze. Der Anschluss von Schlauch und Druckregler an eine handelsübliche Flasche ist Laienarbeit und in der Anleitung beschrieben. Alles darüber hinaus nicht: Umbauten am Brenner, Reparaturen an Ventilen, Anschluss an eine feste Flüssiggasanlage oder das Umfüllen von Gas gehören ausschließlich in die Hände eines Fachbetriebs. Wenn Sie nach dem Öffnen des Ventils Gas riechen, drehen Sie sofort zu, entfernen Sie alle Zündquellen und bedienen Sie keine elektrischen Schalter.

Sind Heizpilze überhaupt noch erlaubt?

Für den privaten Gebrauch auf der eigenen Terrasse gibt es in Deutschland kein Verbot. Die bekannten Beschränkungen betreffen die Außengastronomie auf öffentlichem Grund und laufen über die kommunale Sondernutzungssatzung. Hannover untersagt Heizpilze auf öffentlichen Flächen seit 2008, Stuttgart lässt sie in der Innenstadt nur zwischen April und Oktober ab 20 Uhr zu, andere Städte haben eigene Regelungen mit eigenen Fristen.

Diese Satzungen ändern sich laufend. Erfinden Sie deshalb keine Regel und verlassen Sie sich nicht auf Angaben in Ratgebertexten, sondern fragen Sie im Zweifel beim Ordnungsamt Ihrer Stadt nach. Für Mieter kommt eine zweite Ebene dazu: Mietvertrag und Hausordnung können den Betrieb offener Flammen auf Balkonen untersagen, und das ist unabhängig vom kommunalen Recht wirksam.

Welche Alternativen wärmen ohne hohen Verbrauch?

Der günstigste Weg zu einem warmen Abend führt über den Körper, nicht über die Luft. Eine Wolldecke kostet nichts im Betrieb und hält die abgestrahlte Körperwärme dort, wo sie entsteht. Beheizbare Sitzkissen liegen je nach Modell bei etwa 30 bis 60 Watt, also bei einem Bruchteil eines Heizstrahlers, und wirken direkt an der Kontaktfläche.

Eine Feuerschale wärmt gut, hat aber Nebenwirkungen. Sie erzeugt Rauch und Feinstaub, und ob und wie sie betrieben werden darf, regeln Landesimmissionsschutzgesetze und kommunale Verordnungen unterschiedlich. Nachbarn haben einen Anspruch darauf, nicht dauerhaft eingeräuchert zu werden. Verwenden Sie trockenes, unbehandeltes Hartholz, halten Sie Abstand zu Gebäuden und lassen Sie die Schale nie unbeaufsichtigt.

Was ebenfalls wirkt und oft übersehen wird: warme Getränke, geschlossene Schuhe, eine Kopfbedeckung und ein Sitzplatz mit Rückenlehne statt einem kalten Metallstuhl. Für die Stimmung sorgt Licht statt Wärme, dazu passt der Beitrag über Terrassenbeleuchtung aus Lichterketten. Und wenn die Saison vorbei ist, gehört der Heizer trocken eingelagert, ebenso wie die Möbel, wozu der Beitrag mit vier Tipps zum Schutz der Gartenmöbel im Winter die Details liefert.

Eine konkrete Zahl zum Schluss: Wer statt eines 12-Kilowatt-Gaspilzes einen Windschutz aufstellt und Decken bereitlegt, spart je Abend mit drei Betriebsstunden rund 6 Euro und rund 7 Kilogramm Kohlendioxid.

Häufige Fragen zu Terrassenheizer: was eine Stunde Wärme im Freien wirklich kostet

Wie viel Gas verbraucht ein Heizpilz pro Stunde?

Kleine Geräte liegen bei etwa 400 Gramm Propan je Stunde, große bei bis zu 1.100 Gramm. Ein verbreitetes Gerät mit 12 Kilowatt Leistung wird mit rund 780 Gramm je Stunde angegeben. Eine 11-Kilogramm-Flasche reicht damit für etwa 14 Stunden Dauerbetrieb.

Was kostet eine Stunde Heizstrahler auf der Terrasse?

Ein elektrischer Infrarotstrahler mit 2 Kilowatt kostet bei 35 Cent je Kilowattstunde rund 70 Cent in der Stunde. Ein mittlerer Gas-Heizpilz mit 780 Gramm Verbrauch liegt bei Flaschengas bei etwa 1,80 bis 2,50 Euro. Beide Preise schwanken stark, Flüssiggas aus einem Tank ist je Kilogramm deutlich günstiger als Flaschengas.

Ist ein Gas- oder ein Elektro-Terrassenheizer sparsamer?

Elektrisch ist im Betrieb meist günstiger, weil die installierte Leistung viel kleiner ist. Gas erwärmt dafür eine größere Fläche, weil ein Heizpilz sechsmal mehr Leistung hat. Bei den Emissionen liegt der Elektrostrahler beim aktuellen deutschen Strommix von 363 Gramm CO2 je Kilowattstunde klar vorn.

Darf ich einen Heizpilz auf meinem Balkon betreiben?

Privat gibt es kein bundesweites Verbot. Mietvertrag und Hausordnung können den Betrieb offener Flammen auf Balkonen aber untersagen, und viele tun das. Kommunale Verbote wie in Hannover seit 2008 betreffen öffentliche Flächen und die Außengastronomie, nicht private Terrassen.

Darf ein Terrassenstrahler unter einer Markise stehen?

Nur mit ausreichendem Abstand. Zu Markise, Zeltwand, Dach und allem Brennbaren gilt ein Mindestabstand von 1 Meter, weil der Reflektor sehr heiß wird. In geschlossenen Räumen, Garagen und geschlossenen Zelten sind Gasheizstrahler grundsätzlich verboten, weil sich Kohlenmonoxid ansammelt.

Was wärmt draußen besser als ein Heizstrahler?

In vielen Fällen ein Windschutz, weil Konvektion draußen der größte Wärmeverlust ist und keine Heizleistung ihn ausgleicht. Dazu kommen Decken und beheizbare Sitzkissen mit etwa 30 bis 60 Watt, die die Wärme direkt an der Kontaktfläche abgeben statt an die Umgebungsluft.

Quellen

Die Inhalte wurden mit Hilfe von KI erstellt, jedoch durch die Redaktion geprüft am 1. August 2026