Wer über Jahre Wein trinkt, sammelt Korken. Irgendwann steht die Frage im Raum, was daraus werden soll, und Untersetzer sind die naheliegende Antwort. Anders als beim Untersetzer aus alten Korkplatten arbeiten Sie hier nicht mit einer fertigen Fläche, sondern mit einzelnen Bauteilen. Das ändert die Reihenfolge: Erst sortieren, dann rechnen, dann schneiden.
Welche Korken haben Sie überhaupt vor sich?
Im Sammelglas liegen in der Regel drei verschiedene Dinge, die nur ähnlich aussehen. Naturkorken werden aus der Rinde der Korkeiche gestanzt und zeigen die typische unregelmäßige Porenstruktur mit Lentizellen, also den kleinen Rissen quer zur Achse. Presskorken, auch Verbundkorken genannt, bestehen aus Korkgranulat, das mit einem lebensmittelechten Bindemittel unter Druck verpresst wird. Sie erkennen sie an der gleichmäßigen Krümelstruktur ohne durchgehende Maserung.
Die dritte Gruppe sind Kunststoffkorken. Sie sind aus geschäumtem Kunststoff, oft eingefärbt, fühlen sich gummiartig an und federn beim Eindrücken zurück. Unter dem Messer schmieren sie statt zu schneiden. Diese Korken gehören nicht in einen Untersetzer, der Hitze abbekommen soll, denn sie erweichen und verformen sich.
| Korkenart | Erkennungsmerkmal | Schnittverhalten | Für Untersetzer |
|---|---|---|---|
| Naturkork | Unregelmäßige Poren, quer verlaufende Lentizellen | Schneidet sauber, bröselt an den Poren | Erste Wahl, auch für warme Gefäße |
| Presskork, Verbundkorken | Gleichmäßiges Granulat, sichtbare Klebefugen | Bröckelt an den Kanten stärker | Brauchbar, Kanten nachschleifen |
| Sektkorken | Pilzform, oft Presskork mit Naturkorkscheiben | Ungleiche Dichte, verläuft beim Schnitt | Nur als Deko-Element |
| Kunststoffkorken | Gummiartig, federt zurück, oft eingefärbt | Schmiert, lässt sich kaum glatt schneiden | Nicht für heiße Gefäße |
MerkeEin einfacher Test ohne Werkzeug: Drücken Sie den Korken mit dem Daumennagel ein. Naturkork behält den Abdruck für einige Sekunden und federt langsam zurück, Kunststoff springt sofort in die Ausgangsform. Ein zweiter Hinweis ist das Gewicht. Kunststoffkorken sind bei gleicher Größe spürbar schwerer.
Wie viele Korken brauchen Sie für einen Untersetzer?
Rechnen Sie mit dem Standardmaß. Korken für Stillweine messen meist 44 mal 24 Millimeter, verbreitet sind auch 45 mal 24 Millimeter. Es gibt Längen von 38, 42, 45, 49 und 54 Millimetern, der Durchmesser bleibt in der Regel bei 24 Millimetern. Prüfen Sie trotzdem nach, ob Ihre Sammlung einheitlich ist, denn gemischte Längen ergeben eine ausgefranste Kante.
Es gibt drei Bauweisen, und sie unterscheiden sich in Höhe, Materialbedarf und Nutzbarkeit.
- Liegend nebeneinander: Korken quer aneinandergereiht, Untersetzerhöhe 24 Millimeter. Für 11 Zentimeter Breite brauchen Sie 4 Reihen, jede Reihe besteht aus zweieinhalb Korken, gesamt also etwa 10 Stück. Die Auflagefläche ist wellig.
- Halbiert, Schnittfläche unten: Korken längs halbiert, Höhe 12 Millimeter. Sehr stabil, liegt plan auf, oben bleibt die Rundung sichtbar. Für 11 mal 11 Zentimeter etwa 12 halbe Korken.
- In Scheiben, Mosaik: Korken in 8 bis 10 Millimeter dicke Scheiben schneiden. Ein 44-Millimeter-Korken ergibt vier brauchbare Scheiben. Für ein Feld von 10 mal 10 Zentimetern brauchen Sie rund 16 Scheiben und damit vier Korken.
- Stehend verklebt: Korken auf die Stirnfläche gestellt, Höhe 44 Millimeter. Sieht aus wie ein Block, ist aber für einen Untersetzer zu hoch und kippelig. Als Topfuntersetzer denkbar, als Glasuntersetzer nicht.
- Materialbedarf gesamt: Für vier Untersetzer in der Scheibenvariante rechnen Sie mit etwa 16 bis 20 Korken, in der halbierten Variante mit 24 bis 26.
Wie schneiden Sie Kork, ohne dass er bröselt?
Kork ist zellig aufgebaut und reißt, wenn die Klinge drückt statt schneidet. Zwei Dinge helfen. Erstens eine wirklich scharfe Klinge, also ein frisches Cuttermesser oder ein gerade abgezogenes Küchenmesser. Zweitens Feuchtigkeit: Legen Sie die Korken 10 bis 15 Minuten in heißes Wasser oder halten Sie sie über Wasserdampf. Angefeuchteter Kork ist elastischer und bröckelt weniger. Lassen Sie ihn danach vollständig trocknen, bevor Sie kleben.
- Sortieren. Kunststoffkorken aussortieren, Naturkork und Presskork getrennt legen. Beschriftete Seiten für die Sichtfläche zurücklegen, wenn Sie das Muster nutzen wollen.
- Anfeuchten. Korken 10 bis 15 Minuten in heißes Wasser legen, danach abtupfen. Sofort weiterarbeiten, sonst quillt der Kork wieder zurück.
- Schnittlehre bauen. Zwei Leisten im Abstand von 24 Millimetern auf ein Brett schrauben. Der Korken liegt dazwischen und rollt nicht weg. Ohne Lehre werden die Schnitte schief.
- Zuschneiden. Für Scheiben mit 8 bis 10 Millimetern eine Markierung auf der Lehre setzen und in einem Zug durchziehen. Nicht sägen, nicht drücken.
- Kanten schleifen. Auf ein Blatt Schleifpapier der Körnung 120 legen und in kreisenden Bewegungen planschleifen. Erst dadurch liegen alle Teile auf gleicher Höhe.
- Trocken auslegen. Das ganze Muster ohne Kleber im Rahmen anordnen und erst dann fixieren. Verschieben nach dem Kleben geht nicht mehr.
- Verbinden. Wasserfesten Holzleim der Beanspruchungsgruppe D3 dünn auf die Stoßflächen auftragen, die Teile mit einer Schnur oder zwei Leisten zusammenpressen und 24 Stunden aushärten lassen.
- Rand sichern. Ein Band aus Leder, Filz oder dünnem Blech um den fertigen Block legen. Es hält die Randstücke, die nur an einer Seite geklebt sind.
Heißkleber ist unter heißen Töpfen die falsche Verbindung. Schmelzklebstoffe liegen im Schmelzbereich zwischen 80 und 200 Grad Celsius, und die Wärmefestigkeit der fertigen Klebenaht liegt noch unter ihrem Erweichungsbereich. Ein Topf mit 90 Grad heißem Inhalt kann also genügen, damit sich der Untersetzer in seine Einzelteile auflöst. Für Gläser und Tassen ist Heißkleber unproblematisch, für Töpfe nehmen Sie wasserfesten Holzleim oder eine mechanische Fassung.
Was taugt so ein Untersetzer im Alltag?
Für kalte und lauwarme Getränke sehr gut. Kork ist von Natur aus wenig wärmeleitend und nimmt Kondenswasser auf, das sonst auf dem Tisch stünde. Die Zahlen zur Dämmwirkung und zur Frage, wie viel Hitze Kork tatsächlich verträgt, stehen im Beitrag zu den Korkplatten.
Unter heißen Töpfen hat die Bauweise aus Einzelteilen zwei Nachteile. Erstens sind die Fugen offen, und Flüssigkeit läuft hindurch auf den Tisch. Zweitens liegt die Last nur auf den Korkenkuppen, wenn Sie die liegende Variante gewählt haben. Auf lackierten oder geölten Tischplatten hinterlässt dieses Muster mit der Zeit Druckstellen. Wenn Ihnen das zu riskant ist, sind Alternativen aus einem Stück die bessere Wahl, etwa aus Filz für Gläser oder aus Holz für Töpfe.
Zur Haltbarkeit eine ehrliche Einordnung: Kork verfärbt sich. Rotwein, Kaffee und Öl ziehen in die Poren und lassen sich nicht mehr auswaschen. Rechnen Sie damit, dass ein täglich genutzter Korkuntersetzer nach ein bis zwei Jahren fleckig ist. Versiegeln verzögert das, verändert aber die Oberfläche und nimmt dem Kork einen Teil seiner Saugfähigkeit.
Wenn nach dem Projekt Korken übrig bleiben, lassen sie sich weiterverwenden. Eine Anwendung, bei der die unregelmäßige Form sogar von Vorteil ist, beschreibt der Beitrag zum Wandorganizer aus alten Korken.
Zur Reinigung: Feucht abwischen, nicht einweichen und nicht in die Spülmaschine. Kork quillt bei längerem Wasserkontakt auf, und verleimte Fugen platzen. Ein Untersetzer, der einmal durchnässt wurde, trocknet zwei Tage lang bei Raumtemperatur, nicht auf der Heizung.
