Wasserschaden: welche Versicherung für welchen Schaden zuständig ist

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Leitungswasser gilt die Zweiteilung: Die Wohngebäudeversicherung ersetzt Schäden an fest verbundenen Gebäudeteilen, die Hausratversicherung Schäden an beweglichen Sachen wie Möbeln und Elektrogeräten.
  • Regen, Starkregen, Überschwemmung und Rückstau sind nur mit dem Baustein Elementarschäden abgedeckt. Ohne diesen Zusatz besteht in diesen Fällen üblicherweise kein Schutz.
  • Grundwasser, das ohne Überschwemmung durch das Erdreich drückt, ist in vielen Bedingungswerken ausgeschlossen. Der Wortlaut der jeweiligen Bedingungen entscheidet.
  • Leitungswasserschäden verursachten 2024 nach GDV-Angaben 4,9 Milliarden Euro Schadenaufwand in der Wohngebäudeversicherung, rund 110 Prozent mehr als 2015. Über die Hälfte aller Wohngebäudeschäden geht auf geplatzte oder undichte Leitungen zurück.
  • Für Schäden, die Sie in einer fremden Wohnung verursachen, ist die private Haftpflichtversicherung zuständig, nicht der eigene Hausratvertrag.
Wasserschaden: welche Versicherung für welchen Schaden zuständig ist
Bild: KI generiert

Aus der Decke tropft es, im Keller steht Wasser, hinter der Waschmaschine ist der Boden dunkel. Bevor irgendjemand zahlt, muss eine Frage beantwortet sein: Wo kam das Wasser her? Von der Antwort hängt ab, welcher der vier möglichen Verträge greift.

Wasserfleck an einer Zimmerdecke unter einer undichten Leitung
Bild: KI generiert

Dieser Text sortiert die Zuständigkeiten. Er behandelt nicht die Trocknung und die Sanierung selbst, dafür gibt es den Beitrag zu den Tipps zur Reparatur von Wasserschäden. Hier geht es um die Frage, wer welche Position übernimmt und welche Angaben Sie dafür brauchen.

MerkeDieser Beitrag ist allgemeine Information und keine Versicherungsberatung im Sinne von Paragraf 34d Gewerbeordnung. Ob und in welchem Umfang eine Leistungspflicht besteht, ergibt sich ausschließlich aus den vereinbarten Versicherungsbedingungen und dem Versicherungsschein.

Welche Versicherung zahlt bei welchem Wasserschaden?

Die Sachversicherung arbeitet mit benannten Gefahren. Versichert ist nicht Wasser an sich, sondern eine bestimmte Ursache. Diese Tabelle ordnet die häufigsten Fälle zu.

UrsacheSchaden am GebäudeSchaden am InhaltVoraussetzung
Geplatzte oder undichte WasserleitungWohngebäudeversicherungHausratversicherungbestimmungswidriger Austritt aus Rohren oder angeschlossenen Geräten
Defekte Waschmaschine oder SpülmaschineWohngebäudeversicherungHausratversicherungGerät muss an das Leitungssystem angeschlossen sein
Starkregen oder ÜberschwemmungWohngebäude nur mit ElementarbausteinHausrat nur mit Elementarbausteingesonderte Vereinbarung, oft mit eigener Selbstbeteiligung
Rückstau aus der KanalisationWohngebäude nur mit ElementarbausteinHausrat nur mit Elementarbausteinhäufig zusätzlich funktionsfähige Rückstausicherung gefordert
Grundwasser drückt in den Kellerin vielen Bedingungen ausgeschlossenin vielen Bedingungen ausgeschlossenmaßgeblich ist der Wortlaut des Bedingungswerks
Regen durch ein offenes Fensterin der Regel kein Versicherungsfallin der Regel kein Versicherungsfallfehlender bestimmungswidriger Austritt, oft Obliegenheitsverletzung
Sie fluten die Wohnung des NachbarnHaftpflichtversicherung des VerursachersHaftpflichtversicherung des VerursachersVerschulden erforderlich
Aquarium oder Wasserbett läuft ausje nach Bedingungen, oft nur mit Einschlussje nach Bedingungen, oft nur mit Einschlusskein Leitungswasser im technischen Sinn

Was heißt bestimmungswidriger Austritt?

Der Begriff ist der Schlüssel zur Leitungswasserdeckung. Versichert ist Wasser, das aus Rohren der Wasserversorgung, aus Heizungsanlagen oder aus angeschlossenen Geräten austritt, obwohl es dort nicht austreten soll. Ein gebrochenes Rohr in der Wand erfüllt das. Ein übergelaufenes Waschbecken erfüllt es nicht, weil das Wasser bestimmungsgemäß aus dem Hahn kam. Regenwasser vom Dach erfüllt es ebenfalls nicht, weil es nie in einer Leitung war.

Die Bedeutung dieser Sparte ist gewachsen. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft stieg der Schadenaufwand für Leitungswasser in der Wohngebäudeversicherung von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 4,9 Milliarden Euro im Jahr 2024, ein Anstieg um rund 110 Prozent. Über die Hälfte aller Wohngebäudeschäden entfällt inzwischen auf geplatzte oder undichte Wasserleitungen. Das ist der Grund, warum Versicherer bei den Obliegenheiten genauer hinsehen als früher.

Wann brauchen Sie den Elementarbaustein?

Überflutete Kellertreppe nach Starkregen
Bild: KI generiert

Alles, was von außen kommt, ist in der Grunddeckung nicht enthalten. Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Schneedruck, Erdrutsch und Erdsenkung stehen im Zusatzbaustein Elementarschäden, der zur Wohngebäude- und zur Hausratversicherung getrennt vereinbart wird. Ohne diesen Baustein bleibt ein vollgelaufener Keller nach Starkregen unversichert, unabhängig davon, wie hoch die Versicherungssumme im Hauptvertrag ist.

Die Zahlen zeigen, warum das relevant ist. Der GDV beziffert die versicherten Schäden durch Überschwemmung und Starkregen für 2024 auf 2,6 Milliarden Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr mit einer Milliarde Euro. Bayern und Baden-Württemberg trugen jeweils rund 1,6 Milliarden Euro der gesamten Naturgefahrenschäden von 5,7 Milliarden Euro.

Rückstau ist an Bedingungen geknüpft. Viele Verträge setzen für Rückstauschäden eine funktionsfähige Rückstausicherung voraus und verlangen deren Wartung. Fehlt sie oder ist sie nachweislich nicht gewartet, kann die Entschädigung nach den Bedingungen gekürzt werden oder ganz entfallen. Prüfen Sie diesen Punkt, bevor Sie den Elementarbaustein für ausreichend halten.

Wer haftet als Mieter, wer als Vermieter?

Der Vermieter versichert das Gebäude, der Mieter seinen eigenen Hausrat. Läuft in der Mietwohnung durch ein Leitungsleck der Estrich voll, ist das ein Fall für die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers. Die durchweichte Couch des Mieters ist ein Fall für dessen Hausratversicherung. Beide Verträge bestehen nebeneinander und regulieren getrennt.

Eine dritte Ebene kommt hinzu, wenn jemand den Schaden verursacht hat. Wer die Badewanne überlaufen lässt und damit die Wohnung darunter beschädigt, haftet für fremdes Eigentum. Dieser Anspruch fällt in die private Haftpflichtversicherung, nicht in den eigenen Hausratvertrag. Für Mietsachschäden an der gemieteten Wohnung selbst braucht es in der Haftpflichtpolice einen ausdrücklichen Einschluss, der nicht in jedem Tarif enthalten ist.

  • Grobe Fahrlässigkeit: Nach Paragraf 81 Versicherungsvertragsgesetz kann der Versicherer seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens entsprechenden Verhältnis kürzen. Viele Tarife verzichten darauf ganz oder bis zu einer bestimmten Summe. Ob und in welchem Umfang, steht im Bedingungswerk.
  • Gekippte Fenster: Ein gekipptes Fenster gilt in vielen Bedingungen als offenes Fenster. Bei Regen- und Einbruchschäden ist das eine häufige Kürzungsgrundlage.
  • Wasser absperren bei Abwesenheit: Bei längerer Abwesenheit verlangen viele Verträge, die wasserführenden Leitungen abzusperren und zu entleeren. In der Heizperiode kommt die Pflicht hinzu, die Räume ausreichend zu beheizen und das regelmäßig zu kontrollieren.
  • Waschmaschine nur unter Aufsicht: Einzelne Bedingungswerke enthalten Anforderungen an Aufsicht oder an einen wassergeschützten Aufstellort. Der Aquastop-Schlauch ist kein Ersatz für die vertraglich vereinbarte Obliegenheit.
  • Schadenminderung: Nach Paragraf 82 Versicherungsvertragsgesetz sind Sie verpflichtet, den Schaden abzuwenden und zu mindern. Wasser abstellen, Strom in betroffenen Räumen ausschalten, Möbel aus der Nässe holen.

Was ist nach einem Wasserschaden zu tun?

  1. Hauptabsperrhahn schließen. Erst die Zufuhr stoppen, dann alles andere. Bei Deckenschäden zusätzlich die Sicherung für die betroffenen Räume herausnehmen, weil Wasser in Deckenleuchten und Dosen stehen kann.
  2. Schaden dokumentieren. Fotos und ein kurzes Video von jeder betroffenen Fläche, bevor Sie aufwischen oder ausräumen. Notieren Sie Datum und Uhrzeit der Entdeckung.
  3. Versicherer unverzüglich melden. Bei unklarer Zuständigkeit melden Sie parallel bei Gebäude- und Hausratversicherer sowie bei der Hausverwaltung. Die Anzeigepflicht besteht unabhängig davon, wer am Ende zahlt.
  4. Nichts entsorgen. Beschädigte Gegenstände bleiben, bis der Versicherer sie freigibt oder ein Gutachter sie gesehen hat. Wer vorher wegwirft, verliert den Nachweis.
  5. Notmaßnahmen abstimmen. Trocknungsgeräte und Sanierung möglichst erst nach Freigabe beauftragen. Reine Notmaßnahmen zur Schadenminderung dürfen Sie sofort veranlassen, sie zählen zu den Rettungskosten.
  6. Schadenaufstellung anlegen. Eine Liste mit Gegenstand, Kaufdatum, Kaufpreis und Beleg beschleunigt die Regulierung erheblich. Bilder aus der Zeit vor dem Schaden helfen beim Nachweis.

Wie hoch ist die Entschädigung?

In der Hausratversicherung ist der Neuwert der übliche Maßstab, also der Betrag für eine neue Sache gleicher Art und Güte. Voraussetzung ist eine ausreichende Versicherungssumme. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft nennt als Orientierung 650 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Wer diese Pauschale ansetzt, erhält bei vielen Anbietern einen Unterversicherungsverzicht, der die anteilige Kürzung bei zu niedriger Summe ausschließt.

In der Wohngebäudeversicherung rechnet die Branche meist mit dem gleitenden Neuwert nach dem Wert von 1914 und einem jährlich angepassten Baupreisfaktor. Für Mieter ist der praktische Punkt ein anderer: Prüfen Sie, ob der Elementarbaustein in Ihrem Hausratvertrag enthalten ist, und ob Ihre Haftpflichtpolice Mietsachschäden einschließt. Diese beiden Angaben stehen im Versicherungsschein und lassen sich in fünf Minuten nachlesen.

Häufige Fragen zu Wasserschaden: welche Versicherung für welchen Schaden zuständig ist

Zahlt die Hausratversicherung bei einem Wasserschaden?

Bei bestimmungswidrig austretendem Leitungswasser ersetzt die Hausratversicherung Schäden an beweglichen Sachen wie Möbeln, Teppichen, Kleidung und Elektrogeräten. Für Schäden am Gebäude selbst ist die Wohngebäudeversicherung zuständig. Schäden durch Regen, Überschwemmung oder Rückstau sind nur mit dem Baustein Elementarschäden erfasst.

Wer zahlt, wenn die Waschmaschine ausläuft?

Tritt Wasser aus einem an das Leitungssystem angeschlossenen Gerät bestimmungswidrig aus, fällt das üblicherweise unter die Leitungswasserdeckung. Das Gebäude reguliert die Wohngebäudeversicherung, den beschädigten Hausrat die Hausratversicherung. Wird dabei die Wohnung darunter beschädigt, kommt zusätzlich die private Haftpflichtversicherung des Verursachers ins Spiel.

Ist ein vollgelaufener Keller nach Starkregen versichert?

Nur mit dem Zusatzbaustein Elementarschäden. Überschwemmung, Starkregen und Rückstau sind in der Grunddeckung von Wohngebäude- und Hausratversicherung nicht enthalten. Der GDV beziffert die versicherten Schäden durch Überschwemmung und Starkregen für 2024 auf 2,6 Milliarden Euro.

Ist Grundwasser im Keller versichert?

In vielen Bedingungswerken ist Grundwasser, das ohne Überschwemmung durch das Erdreich in den Keller drückt, ausgeschlossen. Ob im Einzelfall eine Deckung besteht, hängt allein vom Wortlaut der vereinbarten Bedingungen ab. Lesen Sie den Abschnitt zu den Elementargefahren im Versicherungsschein nach.

Was passiert bei grober Fahrlässigkeit?

Nach Paragraf 81 Versicherungsvertragsgesetz kann der Versicherer die Leistung in einem der Schwere des Verschuldens entsprechenden Verhältnis kürzen. Viele Tarife verzichten vertraglich ganz oder bis zu einer bestimmten Summe auf diese Kürzung. Ein gekipptes Fenster gilt in vielen Bedingungen als offenes Fenster.

Welche Versicherungssumme ist beim Hausrat sinnvoll?

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft nennt als Orientierung 650 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Wer diese Pauschale ansetzt, erhält bei vielen Anbietern einen Unterversicherungsverzicht. Ohne ihn kann die Entschädigung anteilig gekürzt werden, wenn die tatsächlichen Werte über der vereinbarten Summe liegen.

Quellen

Die Inhalte wurden mit Hilfe von KI erstellt, jedoch durch die Redaktion geprüft am 1. August 2026