Über dem Esstisch fällt jeder Zentimeter auf. Hängt die Leuchte zu hoch, verteilt sich das Licht im Raum und der Tisch bleibt flau. Hängt sie zu tief, stößt jemand mit dem Kopf dagegen oder blickt direkt in das Leuchtmittel. Und in vielen Wohnungen kommt ein zweites Problem dazu: Der Deckenauslass sitzt in der Raummitte, der Tisch steht aber an der Wand.
Wie hoch hängt die Leuchte über der Tischplatte?
Gemessen wird von der Tischplatte bis zur Unterkante des Schirms, nicht bis zum Baldachin. Die gängige Empfehlung liegt bei 60 bis 75 Zentimetern, einzelne Hersteller nennen bis 80 Zentimeter. Der Grund für diese Spanne ist einfach: In dieser Höhe liegt die Lichtquelle unterhalb der Blickachse einer sitzenden Person, und der Lichtkegel trifft die Platte, bevor er sich im Raum verteilt.
Zwei Größen verschieben den Wert innerhalb der Spanne. Bei Raumhöhen deutlich über 2,50 Metern darf die Leuchte etwas tiefer hängen, damit die Proportion stimmt. Bei einem offen leuchtenden Schirm oder einer sichtbaren Glühwendel gehen Sie eher an die untere Grenze, damit niemand ins nackte Leuchtmittel sieht. Ein blendfreier Schirm mit geschlossener Unterseite verträgt die obere Grenze.
MerkeSetzen Sie sich vor der endgültigen Montage an den Tisch und lassen Sie jemanden die Leuchte in der geplanten Höhe halten. Sehen Sie das Leuchtmittel direkt, hängt sie zu hoch. Berührt der Schirm Ihr Blickfeld zum Gegenüber, hängt sie zu tief. Diese zwei Minuten ersparen Ihnen ein zweites Bohrloch.
Welcher Durchmesser passt zu welchem Tisch?
Eine zu kleine Leuchte über einer großen Platte wirkt verloren und leuchtet nur die Mitte aus. Als Anhaltspunkt gilt bei runden und quadratischen Tischen ein Schirmdurchmesser von etwa 40 bis 50 Prozent der Tischbreite. Bei einer linearen Leuchte über einem rechteckigen Tisch werden 50 bis 70 Prozent der Tischlänge genannt; eine zweite gängige Faustregel lautet, die Leuchte etwa 30 Zentimeter kürzer als den Tisch zu wählen. Zur Tischkante sollten ringsum 25 bis 40 Zentimeter frei bleiben, sonst liegen die Randplätze im Schatten und jemand stößt beim Aufstehen an.
| Tisch | Anzahl Pendel | Richtwert Durchmesser oder Länge | Lichtstrom gesamt |
|---|---|---|---|
| Rund, 100 Zentimeter | 1 | 40 bis 50 Zentimeter Durchmesser | etwa 1200 Lumen |
| Rechteckig, 140 Zentimeter | 1 bis 2 | Lineare Leuchte 70 bis 100 Zentimeter | etwa 1200 bis 1500 Lumen |
| Rechteckig, 180 Zentimeter | 2 | Je Pendel 25 bis 35 Zentimeter | etwa 1500 bis 1800 Lumen |
| Rechteckig, 220 Zentimeter | 2 bis 3 | Lineare Leuchte 110 bis 150 Zentimeter | etwa 1800 Lumen und mehr |
Die Lumenwerte sind Richtwerte für eine Beleuchtungsstärke von etwa 150 bis 300 Lux auf der Tischplatte. 150 Lux reichen für ein ruhiges Abendessen, 300 Lux braucht, wer am Tisch arbeitet oder Hausaufgaben betreut. Ein Dimmer deckt beides ab. Für die Farbtemperatur sind 2700 bis 3000 Kelvin üblich, und der Farbwiedergabeindex sollte bei mindestens 90 liegen, weil Speisen bei schlechter Farbwiedergabe grau wirken.
Was tun, wenn der Auslass nicht über der Tischmitte sitzt?
Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Der Lichtauslass liegt in der Raummitte, der Tisch steht versetzt. Eine neue Leitung zu ziehen und den Auslass zu versetzen ist Installationsarbeit und gehört zum Elektrofachbetrieb. Für den Versatz gibt es aber eine anerkannte Lösung ohne jeden Eingriff in die Leitung: Sie setzen einen Deckenhaken über dem gewünschten Lichtpunkt und führen das Leuchtenkabel vom Baldachin in einem Bogen dorthin.
Der Punkt, an dem diese Lösung schiefgeht, ist die Last. Das Kabel ist kein Tragmittel. An den Haken gehört eine Zugentlastung, also ein Kabelaufhänger mit Öse oder eine Kabelklemme, die die Leuchte trägt; das Kabel läuft daneben spannungsfrei durch. Messen Sie die Kabellänge großzügig: Sie brauchen die Strecke vom Auslass zum Haken plus die gewünschte Pendellänge plus etwas Reserve für den Bogen. Zu kurz gerechnet bedeutet, dass das Kabel gespannt am Auslass zieht, und genau das darf es nicht.
Achtung, 230 Volt. Vor jedem Griff in die Deckendose gilt: Sicherung im Verteiler ausschalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit mit einem zweipoligen Spannungsprüfer feststellen, erst dann arbeiten. Ein Phasenprüfer-Schraubendreher genügt dafür nicht. Prüfen Sie zweimal, einmal mit eingeschaltetem und einmal mit ausgeschaltetem Lichtschalter. Neue Leitungen, neue Dosen und jeder Eingriff im Verteiler sind nach Paragraf 13 der Niederspannungsanschlussverordnung Sache eines eingetragenen Elektrofachbetriebs.
Wie gehen Sie bei der Montage vor?
- Tischposition festlegen. Stellen Sie den Tisch endgültig an seinen Platz und markieren Sie die Tischmitte mit Klebeband an der Decke, mit einem Lot oder einem Laser. Der Lichtpunkt gehört über diese Markierung, nicht über die Raummitte.
- Höhe bestimmen. Messen Sie von der Tischplatte 60 bis 75 Zentimeter nach oben und übertragen Sie diese Höhe auf das hängende Modell. Notieren Sie die Pendellänge vom Baldachin bis zur Schirmunterkante.
- Freischalten und prüfen. Sicherung aus, gegen Wiedereinschalten sichern, zweipolig messen, das Prüfgerät vorher an einer stromführenden Steckdose testen.
- Aufhängepunkt setzen. Bohrpunkt mit Leitungssucher prüfen, Dübel passend zur Decke wählen, Deckenhaken oder Montageplatte setzen und mit kräftigem senkrechtem Zug prüfen.
- Kabel führen. Kabel vom Auslass zum Haken legen, Zugentlastung einhängen, Bogen so lang lassen, dass am Auslass keine Zugkraft ankommt.
- Anschließen. Adern auf etwa 8 bis 12 Millimeter abisolieren und in der Reihenfolge Schutzleiter, Neutralleiter, Außenleiter klemmen. An jeder Ader einzeln ziehen, ob sie hält.
- Pendellänge einstellen. Viele Leuchten haben eine Kabelklemme im Baldachin. Kürzen Sie die Zuleitung erst, wenn die Höhe im eingebauten Zustand stimmt, und niemals mehr als nötig.
- Ausrichten und kontrollieren. Baldachin schließen, ohne ein Kabel einzuklemmen, Sicherung einschalten, im Sitzen gegenprüfen und den Schirm waagerecht ausrichten.
Welche Dübel in Beton, Ziegel, Porenbeton, Holzbalken oder Gipskarton gehören und wie tief das Bohrloch sein muss, steht ausführlich im Ratgeber welcher Dübel für welche Wand. Die Grundregeln zum Anschluss an der Deckendose, zu Aderfarben und Schutzklassen finden Sie in der Anleitung zur Lampenmontage an der Decke.
Worauf sollten Sie bei mehreren Leuchten in Reihe achten?
- Abstand: Von Mitte zu Mitte je nach Schirmdurchmesser 50 bis 80 Zentimeter. Je größer die Schirme, desto größer der Abstand, sonst überlappen sie optisch.
- Anzahl: Als grobe Regel eine Leuchte pro Meter Tischlänge. Zwei Pendel über 180 Zentimetern, drei über 220 bis 240 Zentimetern.
- Fluchtlinie: Alle Pendel auf der Längsachse des Tisches, alle auf exakt derselben Höhe. Prüfen Sie mit einem Zollstock von der Platte aus, nicht mit dem Auge.
- Symmetrie zu den Enden: Der Abstand vom äußeren Pendel zur Tischkante sollte auf beiden Seiten gleich sein und mindestens 25 bis 40 Zentimeter betragen.
- Ein Auslass, mehrere Pendel: Mehrfach-Baldachine verteilen die Pendel von einem Auslass aus. Achten Sie auf die zulässige Gesamtlast des Baldachins laut Herstellerangabe.
- Gleiches Leuchtmittel: Setzen Sie in alle Pendel dieselbe Lampe mit gleicher Farbtemperatur ein. Zwei unterschiedliche Weißtöne nebeneinander fallen sofort auf.
Welche Fehler machen den Tisch dunkel?
Der häufigste Fehler ist ein zu enger Lichtkegel. Eine Leuchte mit stark gebündeltem Abstrahlwinkel setzt einen hellen Fleck in die Tischmitte und lässt die Ränder abfallen. Wählen Sie über einem Tisch eine breit abstrahlende Lösung oder mehrere Pendel. Der zweite Fehler ist ein dunkler Schirm ohne Reflexion nach unten; ein Innenanstrich in Weiß oder Gold bringt spürbar mehr Licht auf die Platte als ein mattschwarzes Innenleben.
Der dritte Fehler betrifft das Umfeld. Eine Pendelleuchte über dem Tisch ist Arbeitslicht für eine kleine Fläche. Ohne Grundlicht im Raum entsteht ein heller Tisch in einem dunklen Zimmer, und die Augen ermüden am Kontrast. Wie sich Grundlicht, Arbeitslicht und Akzentlicht aufteilen, beschreibt der Beitrag zur Beleuchtung in der Wohnung. Prüfen Sie nach der Montage außerdem die Wärme: Halten Sie nach 30 Minuten Betrieb die Hand über den Schirm. Wird er so heiß, dass Sie ihn nicht anfassen können, sitzt ein Leuchtmittel mit zu hoher Leistung darin.
