Ein Duschschlauch ist ein einfaches Bauteil, und die Fehlersuche daran ist entsprechend kurz. Es gibt genau drei Stellen, an denen Wasser austreten kann: die Verschraubung an der Armatur, die Verschraubung an der Handbrause und den Schlauch selbst. Die ersten beiden kosten ein paar Cent und zehn Minuten. Die dritte ist nicht reparierbar. Wer weiß, welche Stelle es ist, spart sich den Umweg über Dichtband und Silikon.
Wo genau tritt das Wasser aus?
Trocknen Sie den ganzen Schlauch mit einem Tuch ab und lassen Sie dann die Brause laufen, während Sie an den beiden Enden entlangfahren. Tropfwasser aus dem Brausekopf läuft am Schlauch entlang nach unten und täuscht gern ein Leck an der Armatur vor. Deshalb der Trockentest. Ist der Schlauch trocken und die Verschraubung nass, sitzt der Fehler in der Verschraubung. Perlt Wasser mitten aus dem Mantel, ist der Innenschlauch verletzt.
Genau hier liegt ein verbreiteter Irrtum. Ein Metallduschschlauch ist außen Metall, führt das Wasser aber in einem Kunststoffkern im Inneren. Die glänzende Ummantelung aus Edelstahlspirale oder Metallmantel ist mechanischer Schutz, keine wasserführende Wand. Wenn dieser Kern durch einen Knick eingerissen ist, dringt Wasser zwischen Kern und Mantel und tritt irgendwo weiter unten aus. Klebeband, Silikon oder eine Schlauchschelle von außen erreichen die undichte Stelle nicht. Solche Schläuche werden ersetzt, nicht geflickt.
| Leckstelle | Typische Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Verschraubung an der Armatur | Flachdichtung verhärtet oder verrutscht | Neue Flachdichtung einlegen, handfest anziehen |
| Verschraubung an der Handbrause | Dichtung mit Sieb verkalkt oder gerissen | Dichtung mit Siebeinsatz erneuern |
| Tropfen aus der Brause bei zugedrehter Armatur | Armaturenkartusche oder Umsteller defekt | Fehler liegt in der Armatur, nicht am Schlauch |
| Nässe mitten am Mantel | Innenschlauch durch Knick eingerissen | Schlauch komplett tauschen |
| Aufgestellte Metallwendel, rauer Mantel | Dauerhafte Knickbelastung, Materialermüdung | Tauschen, bevor er reißt |
| Rostspuren an der Überwurfmutter | Feuchtigkeit im Gewinde, minderwertiges Material | Verschraubung prüfen, meist Tausch des Schlauchs |
Welche Teile passen zusammen?
Das Anschlussmaß ist bei Duschschläuchen fast durchgängig ein Halbzollgewinde, bezeichnet als G 1/2. Übliche Längen liegen zwischen 125 und 200 Zentimetern. Auf der Seite zur Armatur sitzt in der Regel eine kegelige Verschraubung, oft mit gerändeltem Rand, damit sie sich von Hand greifen lässt. Auf der Brausenseite sitzt eine Überwurfmutter, deren Dichtung häufig ein feines Sieb integriert hat. Dieses Sieb hält Partikel aus der Leitung von den Düsen der Brause fern und setzt sich mit der Zeit zu.
Kaufen Sie Dichtungen als Sortiment, nicht einzeln. Sie brauchen zwei Größen, und der Unterschied ist mit bloßem Auge schwer zu sehen. Alte Dichtungen werden hart, glasig und behalten den Abdruck des Gewindes; das ist der Zustand, in dem sie nicht mehr abdichten. Was bei Dichtungen sonst noch schiefgeht, steht in der Anleitung zum Reparieren von beschädigten Dichtungsringen.
Wie tauschen Sie Dichtung oder Schlauch?
- Wasser abstellen. Drehen Sie die Eckventile unter dem Waschtisch oder den Hauptabsperrhahn zu und öffnen Sie die Armatur kurz, um den Druck abzubauen.
- Schlauch lösen. Beide Überwurfmuttern lassen sich meist von Hand aufdrehen. Wenn nicht, nehmen Sie eine Wasserpumpenzange mit einem Lappen zwischen Backe und Chrom, sonst bleiben Riefen zurück.
- Alte Dichtungen entfernen. Haken Sie sie mit einem Zahnstocher oder einer Nadel heraus. Nichts Metallisches in die Dichtfläche, ein Kratzer dort erzeugt genau das Leck, das Sie beheben wollen.
- Gewinde und Dichtsitz reinigen. Kalkkrusten lösen Sie mit einem Lappen und etwas Zitronensäurelösung, danach mit klarem Wasser abwischen.
- Neue Dichtung flach einlegen. Sie muss zentriert und ohne Verkanten im Grund der Mutter liegen. Auf der Brausenseite kommt die Dichtung mit Sieb, das Sieb zeigt zur Brause.
- Handfest anziehen. Erst von Hand bis zum Anschlag, dann höchstens eine viertel bis halbe Umdrehung mit dem Werkzeug. Mehr quetscht die Dichtung und beschädigt das Gewinde.
- Dichtheit prüfen. Wasser aufdrehen, Verschraubungen trocken wischen und zwei Minuten laufen lassen. Danach mit dem Finger unter beide Verschraubungen fahren.
- Knickfrei aufhängen. Der Schlauch soll in einem weiten Bogen hängen. Ein enger Knick an der Brause ist die häufigste Ursache für den nächsten Defekt.
Kein Dichtband auf die Konusverbindung. Die Verschraubung eines Duschschlauchs dichtet über eine Flachdichtung, nicht über das Gewinde. Gewindedichtband oder Hanf an dieser Stelle verhindert, dass die Dichtflächen sauber aufeinandertreffen, und macht die Verbindung eher undichter. Ebenso wenig hilft Silikon von außen: Es überdeckt die Leckage nur so lange, bis der Druck sie an anderer Stelle wieder aufreißt. Wenn eine Verschraubung mit neuer Dichtung nicht dicht wird, ist die Dichtfläche selbst beschädigt.
Warum ist ein Duschschlauch ein Hygienethema?
In einem Duschschlauch von 150 Zentimetern Länge steht rund ein halber Liter Wasser, zusammen mit Brause und Steigleitung schnell etwa 2 Liter. Dieses Wasser bewegt sich nicht, es kühlt langsam ab und liegt danach genau in dem Temperaturfenster, in dem sich Legionellen am besten vermehren, nämlich zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Dazu kommt die große innere Oberfläche mit Kalk- und Biofilmablagerungen, an denen die Bakterien Halt finden. Das Umweltbundesamt rät, Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung stand, nicht zum Trinken oder zur Zubereitung von Speisen zu verwenden.
Gefährlich sind Legionellen nicht beim Trinken, sondern beim Einatmen feiner Tröpfchen. Genau die erzeugt eine Handbrause. Nach der Trinkwasserverordnung gilt für untersuchungspflichtige Anlagen ein technischer Maßnahmenwert von 100 koloniebildenden Einheiten je 100 Milliliter, bei dessen Erreichen der Betreiber sofort tätig werden muss. Für den einzelnen Haushalt zählt vor allem die Temperatur: Oberhalb von 55 Grad Celsius wird das Wachstum gehemmt, oberhalb von 60 Grad Celsius sterben die Bakterien ab. Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 verlangt, dass an der entferntesten Zapfstelle mindestens 55 Grad Celsius ankommen.
- Nach dem Urlaub: Vor dem ersten Duschen einige Minuten heißes Wasser durchlaufen lassen, dabei das Fenster öffnen und den Raum verlassen, damit Sie den Sprühnebel nicht einatmen.
- Brause abschrauben: Ohne Brausekopf entstehen fast keine Aerosole und der Durchfluss ist größer. Das ist die bessere Art zu spülen.
- Speichertemperatur: Stellen Sie den Warmwasserspeicher nicht aus Sparsamkeit auf 45 Grad Celsius. Das ist genau der Bereich, in dem sich Legionellen wohlfühlen.
- Selten genutzte Duschen: Gästebad oder Ferienwohnung mindestens einmal pro Woche kräftig durchspülen, warm und kalt.
- Schlauch nach dem Duschen leeren: Hängen Sie ihn so auf, dass er ablaufen kann, statt eine Schlaufe mit stehendem Wasser zu bilden.
- Entkalken: Brause und Schlauchenden regelmäßig in Zitronensäurelösung legen. Kalkbelag ist die Grundlage, auf der sich der Biofilm bildet.
MerkeTropft es weiter, obwohl die Armatur zu ist, liegt der Fehler nicht am Schlauch, sondern an Kartusche oder Umsteller der Armatur. Wie Sie dort weiterkommen, steht in den Tipps zur Reparatur von beschädigten Armaturen. Läuft dagegen Wasser an der Wand oder unter der Wanne hervor, ist die Ursache meist die Abdichtung, nicht die Sanitärtechnik; dazu passt der Beitrag darüber, wie man undichte Duschwannen und Badewannen repariert.
Wann lohnt der Tausch statt der Reparatur?
Ein neuer Duschschlauch kostet wenig, und die Arbeit ist dieselbe wie beim Dichtungswechsel. Tauschen Sie ihn, wenn sich die Metallwendel an einer Stelle aufgestellt hat, wenn der Mantel rau oder wellig geworden ist, wenn sich die Überwurfmutter nicht mehr sauber fassen lässt oder wenn der Schlauch innen so verkalkt ist, dass der Durchfluss merklich nachgelassen hat. Auch ein dauerhaft muffiger Geruch beim Anlaufen des Wassers ist ein Grund, das Bauteil zu erneuern, statt es zu entkalken.
Praktisch ist ein fester Termin. Wer Duschschlauch und Brause zusammen mit dem jährlichen Entkalken ansieht und den Schlauch spätestens nach einigen Jahren ersetzt, kommt seltener in die Lage, mit nassen Händen im Bad nach einer passenden Dichtung zu suchen. Notieren Sie beim Kauf die Länge in Zentimetern und das Gewindemaß G 1/2 auf einem Zettel im Werkzeugkasten.
