Sparen im Haushalt scheitert selten am Willen, sondern an der Reihenfolge. Wer bei Reinigungsmitteln knausert und gleichzeitig einen alten Wäschetrockner täglich laufen lässt, spart an der falschen Stelle. Dieser Text sortiert die Maßnahmen nach ihrer Wirkung und nennt für jede eine belegte Zahl.

Die genannten Eurobeträge beruhen auf Berechnungen von co2online und der Verbraucherzentralen und gehen von einem Strompreis in der Größenordnung von 40 Cent je Kilowattstunde aus. Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Arbeitspreis nach, er steht auf Ihrer letzten Jahresabrechnung.
MerkeDieser Beitrag ist allgemeine Information und keine individuelle Energieberatung sowie keine Anlage- oder Versicherungsberatung im Sinne der Paragrafen 34d und 34f Gewerbeordnung. Die Zahlen sind Rechenbeispiele auf Basis veröffentlichter Durchschnittswerte, keine Zusage für Ihren Haushalt.
Wo liegt der größte Hebel?
| Maßnahme | Grundlage | Ersparnis im Jahr |
|---|---|---|
| Eco-Programm statt Kurzprogramm | längere Laufzeit bei niedrigerer Temperatur | rund 36 Euro |
| Waschen bei 30 statt 40 Grad Celsius | etwa 28 Kilogramm weniger Kohlendioxid | rund 23 Euro |
| Wäscheleine statt Trockner | Wärmepumpentrockner 156 Kilowattstunden, Altgerät 485 Kilowattstunden | 62 bis 194 Euro |
| Kühlgerät abtauen | Eisschicht erhöht den Verbrauch um bis zu 30 Prozent | abhängig vom Gerät, oft 20 bis 50 Euro |
| Kühlschrank auf 7 Grad Celsius stellen | jedes Grad kälter kostet 6 bis 10 Prozent mehr Strom | je Grad rund 6 bis 20 Euro |
| Reinigungsmittel selbst mischen | Zitronensäure und Natron statt Spezialprodukte | meist unter 30 Euro |
Die Reihenfolge ist eindeutig. Kühlen, Gefrieren, Waschen und Trocknen machen den größten Teil der Haushaltsstromkosten aus, allein Kühlen und Gefrieren schlagen in einem durchschnittlichen Haushalt mit 100 bis 200 Euro im Jahr zu Buche. Reinigungsmittel spielen dagegen eine untergeordnete Rolle. Wer weitergehen will, findet im Beitrag Stromkosten minimieren die geräteübergreifende Betrachtung.
Wie waschen Sie günstiger, ohne Kompromisse bei der Hygiene?
Die Verbraucherzentralen halten 30 Grad Celsius für normal verschmutzte Alltagswäsche für ausreichend. Moderne Waschmittel enthalten Enzyme, die bereits bei niedriger Temperatur arbeiten. Eine effiziente Maschine verbraucht je Waschgang rund 0,6 Kilowattstunden, ein über zehn Jahre altes Gerät etwa 0,9 Kilowattstunden. Über das Jahr summiert sich das auf 90 bis 137 Kilowattstunden gegenüber mehr als 200 Kilowattstunden.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens: Bei Krankheit im Haushalt, bei Unterwäsche und bei Putzlappen bleibt die höhere Temperatur sinnvoll. Zweitens: Die Maschine selbst braucht regelmäßig Hitze. Ein Waschgang bei 60 Grad Celsius im Monat, etwa mit Handtüchern, verhindert Biofilm im Laugenbehälter und den typischen muffigen Geruch. Ohne diesen Hitzegang rächt sich die Kaltwäsche nach einigen Monaten.
- Trommel voll beladen. Eine halbvolle Maschine verbraucht fast so viel wie eine volle. Eine Handbreit Platz über der Wäsche ist das richtige Maß.
- Eco-Programm wählen. Es läuft länger, heizt aber weniger. Die längere Laufzeit ist der Grund für die Ersparnis, nicht ihr Gegenteil.
- Vorwäsche abwählen. Sie ist nur bei stark verschmutzter Arbeitskleidung nötig und verbraucht sonst zusätzliches Wasser und zusätzlichen Strom.
- Waschmittel dosieren. Nach Wasserhärte und Verschmutzung, nicht nach Gefühl. Die Wasserhärte steht auf der Internetseite Ihres Wasserversorgers.
- Höher schleudern statt trocknen. 1.400 Umdrehungen je Minute statt 1.000 verkürzen die Trockenzeit deutlich und kosten weniger Strom, als der Trockner verbraucht.
- Einmal im Monat heiß waschen. 60 Grad Celsius mit Vollwaschmittel halten die Maschine geruchsfrei.
Welche Hausmittel funktionieren und welche schaden?
Hausmittel sind günstig, aber nicht harmlos. Drei verbreitete Empfehlungen sind falsch oder schädlich, und sie stehen bis heute in vielen Ratgebern.
Essig gehört nicht in die Waschmaschine. Die Dichtungen moderner Geräte bestehen nicht aus Naturkautschuk, sondern aus Silikon oder weichem Kunststoff, und Essigsäure greift sie an. Weicher wird die Wäsche dadurch ohnehin nicht. Zum Entkalken empfehlen die Verbraucherzentralen Zitronensäure: etwa sechs gestrichene Esslöffel Pulver, rund 120 Gramm, in einem halben Liter Wasser auflösen. Backpulver gegen Schimmel ist ebenfalls ein Irrweg, weil die enthaltene Stärke dem Pilz als Nährboden dienen kann.
- Zitronensäure: wirkt gegen Kalk in Wasserkocher, Duschkopf und Waschmaschine. Nicht auf Marmor, Naturstein und emaillierten Oberflächen anwenden.
- Natron: bindet Gerüche und löst Fett, hilft aber nicht gegen Kalk. Dafür braucht es Säure.
- Backpulver ist nicht Natron: Backpulver enthält zusätzlich Säure und Stärke. Für Reinigungszwecke ist reines Natron die günstigere und sauberere Wahl.
- Spülmaschine: Das Eco-Programm ist auch hier das sparsamste, obwohl es am längsten läuft. Vorspülen von Hand kostet mehr Wasser, als es einspart.
- Mikrofasertuch: ersetzt bei Staub und glatten Flächen fast jedes Sprühmittel. Waschbar bei 60 Grad Celsius, ohne Weichspüler.
- Vorsicht bei Mischungen: Chlorreiniger und säurehaltige Mittel niemals zusammenbringen. Dabei entsteht Chlorgas.
Wie senken Sie den Verbrauch beim Kühlen und Gefrieren?
Kühlgeräte laufen rund um die Uhr, deshalb wirkt hier jede Einstellung dauerhaft. Die Verbraucherzentralen empfehlen 7 Grad Celsius im Kühlschrank und minus 18 Grad Celsius im Gefriergerät. Kälter zu stellen bringt keinen Sicherheitsgewinn, kostet aber je Grad zwischen 6 und 10 Prozent mehr Strom.
Der zweite Punkt ist die Eisschicht. Bereits eine dünne Schicht erhöht den Verbrauch um bis zu 30 Prozent, weil Eis die Wärmeübertragung behindert. Tauen Sie ab, sobald die Schicht die Stärke eines Fingernagels erreicht. Prüfen Sie bei der Gelegenheit die Türdichtung: Wenn ein eingeklemmtes Blatt Papier sich ohne Widerstand herausziehen lässt, ist die Dichtung müde und sollte ersetzt werden. Halten Sie außerdem einen Abstand von einigen Zentimetern zwischen Geräterückseite und Wand, damit die warme Luft abziehen kann.
Was bringt mehr als jeder Rabattcode?
Ein Gutschein wirkt einmal, ein Vertrag wirkt jeden Monat. Wer eine Stunde im Jahr investiert, um laufende Kosten zu prüfen, erreicht mehr als mit dem Sammeln von Aktionscodes. Drei Posten lohnen die Prüfung besonders.
Erstens der Stromvertrag. Vergleichen Sie Arbeitspreis und Grundpreis mit Ihrem tatsächlichen Jahresverbrauch aus der letzten Abrechnung, nicht mit einer Schätzung. Zweitens die Versicherungen. Doppelte Deckungen und nicht mehr benötigte Bausteine fallen erst bei einer geordneten Durchsicht auf, dazu passt der Beitrag über den unabhängigen Versicherungsvergleich. Drittens die Kontoführung. Monatliche Gebühren summieren sich über Jahre erheblich, welche Bedingungen hinter der Werbung mit kostenlosen Girokonten stecken, sollten Sie vor dem Wechsel prüfen.
Beginnen Sie mit dem einfachsten Schritt, der sich sofort umsetzen lässt: Stellen Sie den Kühlschrank mit einem Thermometer auf 7 Grad Celsius ein und wählen Sie beim nächsten Waschgang das Eco-Programm bei 30 Grad Celsius. Beide Änderungen kosten nichts und wirken ab dem ersten Tag.
