Alte Spielkarten, Ansichtskarten aus dem Urlaub oder ausrangierte Stadtpläne haben zwei Eigenschaften, die sich für Untersetzer schlecht vertragen: Sie sind schön anzusehen, und sie bestehen aus Papier. Papier saugt Wasser auf, wellt sich und lässt sich danach nicht mehr glätten. Der gesamte Aufwand bei diesem Projekt steckt deshalb nicht im Zuschneiden, sondern in der Versiegelung.

Welches Kartenformat passt auf welchen Träger?
Die Karte bestimmt die Größe des Untersetzers, nicht umgekehrt. Pokerkarten, also das internationale Standardformat, messen 63 mal 88 Millimeter. Bridgekarten sind mit 57 mal 89 Millimetern schmaler bei gleicher Höhe, deutsche Skatkarten liegen bei 59 mal 92 Millimetern. Eine Postkarte im Format DIN A6 misst 105 mal 148 Millimeter.
Als Träger dienen Baumarktfliesen, Korkscheiben, Holzrohlinge oder MDF-Plättchen. Die verbreitete Wandfliese mit 10 mal 10 Zentimetern ist der Standardfall. Eine Pokerkarte lässt dort rund 18 Millimeter Rand an den Seiten und 6 Millimeter oben und unten, was unruhig aussieht. Wer einen gleichmäßigen Rand will, beschneidet die Karte oder wählt einen quadratischen Ausschnitt.
| Vorlage | Maß | Passender Träger | Randbreite ringsum |
|---|---|---|---|
| Pokerkarte | 63 mal 88 Millimeter | Holzrohling 75 mal 100 Millimeter | 6 Millimeter |
| Bridgekarte | 57 mal 89 Millimeter | Holzrohling 70 mal 100 Millimeter | 6 Millimeter |
| Skatkarte | 59 mal 92 Millimeter | Holzrohling 70 mal 105 Millimeter | 5 bis 6 Millimeter |
| Postkarte DIN A6, beschnitten | auf 90 mal 90 Millimeter | Wandfliese 100 mal 100 Millimeter | 5 Millimeter |
| Landkartenausschnitt | frei wählbar | Korkscheibe, Durchmesser 95 Millimeter | je nach Zuschnitt |
Bei der Trägerwahl gibt es einen praktischen Unterschied. Fliesen sind hart, hitzeunempfindlich und billig, kratzen aber Tischplatten, wenn unten kein Filz sitzt. Kork ist weich und dämmt, verzieht sich aber unter der Nässe des Klebers. Holz und MDF liegen dazwischen, MDF quillt allerdings dauerhaft auf, wenn Wasser an die Schnittkante kommt. Zur Frage, welcher Kork sich als Untersetzer eignet, hilft der Beitrag zu Untersetzern aus alten Korkplatten weiter.
Warum hinterlässt ein Glas Ränder auf Papier?
An einem kalten Glas schlägt sich Luftfeuchtigkeit nieder und läuft nach unten. Das Wasser sammelt sich am Glasfuß und steht dort auf der Oberfläche des Untersetzers. Ist die Fläche versiegelt, passiert zunächst nichts. Das Wasser wandert jedoch zur Kante, und dort ist der Papierschnitt offen. Über die Kapillarwirkung zieht die Feuchtigkeit in die Papierfasern, das Papier quillt auf, und die Versiegelung hebt sich vom Rand her ab.
Deshalb ist die Randversiegelung wichtiger als die Fläche. Zwei Wege funktionieren: Entweder Sie tragen die Versiegelung großzügig über die Kante hinweg auf den Träger auf, sodass das Papier ringsum eingeschlossen ist. Oder Sie klemmen den Rand mechanisch ein, etwa unter einer aufgeklebten Leiste.
MerkeKleben Sie die Karte niemals bündig auf den Träger. Lassen Sie mindestens 5 Millimeter Rand frei, damit die Versiegelung an dieser Stelle direkt auf dem Träger haftet und einen geschlossenen Ring bildet. Bündig geklebtes Papier hat eine offene Kante, an der jede Beschichtung früher oder später aufreißt.
Welche Versiegelung hält wie viel aus?
Es gibt drei übliche Wege, und sie unterscheiden sich stärker, als die Werbetexte vermuten lassen.
- Decoupagekleber: Klebt das Papier auf und bildet einen dünnen Film. Er ist wasserabweisend, aber nicht wasserfest, und er ist als alleinige Versiegelung nicht ausreichend. Er braucht eine Deckschicht.
- Klarlack auf Acrylbasis: Mehrere dünne Schichten aus der Sprühdose. Wasserfest nach vollständiger Durchtrocknung, kratzempfindlich, gegen Hitze nur begrenzt beständig. Der billigste haltbare Weg.
- Epoxidharz: Ergibt eine dicke, glasklare Schicht, die auch die Kante mitfasst. Standardharze sind bis etwa 65 Grad Celsius formstabil, es gibt Spezialvarianten mit rund 80 Grad. Darüber wird die Oberfläche matt oder verformt sich.
- Selbstklebefolie: Schnell, aber die Folienkante ist eine offene Fuge, unter die Wasser kriecht. Als alleinige Lösung nicht haltbar.
- Kalt laminieren: Die Karte wird beidseitig in Folie eingeschlossen und der Rand mit 3 Millimetern Überstand verschweißt oder verklebt. Diese Variante hält Wasser wirklich ab, sieht aber nach Büro aus.
- Unterseite: In allen Varianten gehört unten ein 2 bis 3 Millimeter starker Filz oder Kork darunter, sonst kratzt der Träger.
Anleitung Schritt für Schritt
- Karten auswählen. Nur glatte, unbeschädigte Karten verwenden. Knicke und Risse zeichnen sich unter jeder Versiegelung ab und lassen sich nicht mehr kaschieren.
- Träger vorbereiten. Fliese entfetten, Holz mit Körnung 180 schleifen und entstauben. Auf einer fettigen Fliese haftet kein Kleber.
- Zuschneiden. Karte auf das gewünschte Maß bringen, sodass ringsum mindestens 5 Millimeter Rand frei bleiben. Mit Lineal und frischer Cutterklinge arbeiten, die Schere gibt keine gerade Kante.
- Aufkleben. Decoupagekleber dünn auf den Träger auftragen, Karte auflegen und von der Mitte nach außen mit einer Plastikkarte glattstreichen. Luftblasen jetzt entfernen, später geht es nicht mehr.
- Durchtrocknen lassen. Mindestens 12 Stunden bei Raumtemperatur. Wer zu früh versiegelt, schließt Restfeuchte ein, und die Schicht wird milchig.
- Grundieren. Eine dünne Schicht Decoupagekleber über die Karte und 5 Millimeter darüber hinaus auf den Träger. Diese Schicht verhindert, dass der spätere Lack das Papier durchscheinen lässt.
- Versiegeln. Klarlack in vier bis sechs dünnen Schichten aufsprühen, zwischen den Schichten jeweils 20 bis 30 Minuten warten. Dünn und oft schlägt dick und einmal.
- Kante prüfen. Mit dem Fingernagel über den Papierrand fahren. Spüren Sie eine Stufe, ist die Kante offen und braucht weitere Schichten.
- Unterseite bekleben. Filz oder Kork zuschneiden, 2 Millimeter kleiner als der Träger, und aufkleben.
- Aushärten. Vor der ersten Benutzung sieben Tage warten. Lacke sind nach Stunden staubtrocken, aber erst nach Tagen wasserfest.

Für heiße Tassen und Töpfe ist dieser Untersetzer nicht gemacht. Epoxidharz ist meist nur bis etwa 65 Grad Celsius formstabil, Spezialharze bis rund 80 Grad. Klarlacke geben teilweise noch früher nach und werden weiß oder klebrig. Frisch aufgebrühter Tee oder Kaffee liegt deutlich über diesen Werten. Wenn Sie eine Ablage für heiße Gefäße brauchen, nehmen Sie eine unbeschichtete Fliese, Holz oder Kork. Papier gehört unter kalte Gläser.
Wie lange halten die Untersetzer wirklich?
Ehrlich betrachtet ein bis drei Jahre bei regelmäßigem Gebrauch. Drei Dinge begrenzen die Lebensdauer. Erstens die Kante: Sie bekommt Stöße ab, weil Untersetzer gestapelt und verschoben werden, und jede Absplitterung ist ein Einstieg für Feuchtigkeit. Zweitens die Kratzer: Glasböden sind hart, und nach einigen hundert Abstellvorgängen ist eine Lackschicht matt. Drittens das Papier selbst. Farbige Drucke bleichen unter Tageslicht aus, und altes Papier vergilbt weiter, auch unter Lack.
Das ist kein Grund, es zu lassen, aber ein Grund, Originale zu schonen. Scannen Sie eine Postkarte, die Ihnen etwas bedeutet, und verarbeiten Sie den Ausdruck. Für den Untersetzer sieht das gleich aus, und die Karte bleibt erhalten.
Wenn Sie dauerhafte Untersetzer wollen und der Papierlook nicht zwingend ist, sind Materialien ohne Beschichtung überlegen. Ein Untersetzer aus Filz nimmt Kondenswasser auf und lässt sich waschen, und ein Untersetzer aus ganzen Flaschenkorken hält auch dann, wenn die Oberfläche längst Gebrauchsspuren hat. Beide altern sichtbar, aber sie versagen nicht schlagartig, wie es eine aufgerissene Versiegelung tut.
Zur Pflege: Feucht abwischen, sofort trockenreiben und nie im Wasser liegen lassen. Wenn sich an einer Ecke die Schicht hebt, schleifen Sie die Stelle mit Körnung 400 an und setzen zwei neue Lackschichten. Wer das einmal im Jahr macht, verdoppelt die Lebensdauer.
