Eine Waschmaschine wäscht sich nicht selbst mit. Sie wird im Betrieb zu einem der feuchtesten Orte der Wohnung, in dem Fasern, Hautfett, Waschmittelreste und Kalk zusammenkommen. Aus dieser Mischung wächst ein Biofilm, eine schleimige Schicht, in der Bakterien und Hefen leben. Der modrige Geruch, den viele zuerst an frisch gewaschener Wäsche bemerken, kommt von genau dort.
Zwei Entwicklungen haben das Problem verschärft. Erstens wird deutlich kälter gewaschen als früher, oft bei 20 oder 30 Grad. Das spart Strom, tötet aber keine Keime und löst kein Fett. Zweitens dominieren Flüssigwaschmittel, und die enthalten keine Bleichmittel. Bleiche ist genau der Wirkstoff, der Biofilm angreift. Der Industrieverband Körperpflege und Waschmittel empfiehlt deshalb einmal je Monat einen Waschgang bei 60 Grad mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel.
Diese Anleitung führt durch die fünf Reinigungsschritte, die eine Maschine braucht, mit Intervallen und konkretem Vorgehen je Bauteil. Wer alle fünf in den Putzplan aufnimmt, braucht keine Spezialreiniger.
Welche Bauteile brauchen wie oft eine Reinigung?
Nicht alles muss gleich häufig dran. Die Intervalle stammen aus Herstellerhinweisen und Verbraucherberatung und schwanken je nach Nutzungsintensität. Wer täglich wäscht, rückt jeweils in die kürzeren Abstände.
| Bauteil | Was sich ansammelt | Intervall |
|---|---|---|
| Türmanschette | Restwasser, Haare, Flusen, Schimmel | nach jedem Waschgang trocken wischen, gründlich alle 2 bis 4 Wochen |
| Einspülkammer und Schacht | Waschmittelreste, Weichspülerschleim, Staub | alle 4 Wochen |
| Flusensieb und Pumpe | Flusen, Münzen, Haarnadeln, Restwasser | alle 3 bis 6 Monate |
| Trommel und Laugenbehälter | Biofilm, Fett, Waschmittelreste | monatlich, als 60-Grad-Waschgang mit Pulver |
| Heizstab und Innenteile | Kalk, abhängig von der Wasserhärte | 1 bis 2 Mal im Jahr entkalken |
| Zulaufsieb am Wasserhahn | Rost, Sand, Kalkpartikel | einmal jährlich |
Schritt 1: Flusensieb und Pumpenraum reinigen
Der Pumpenraum sitzt hinter der kleinen Klappe unten an der Gerätefront. Hier landet alles, was die Trommel verlässt: Flusen, Münzen, Haarnadeln, Knöpfe. Verstopft das Sieb, pumpt die Maschine nicht mehr ab, und Wasser bleibt in der Trommel stehen.
- Netzstecker ziehen, bevor Sie die Klappe öffnen. Sie arbeiten an einem wasserführenden Teil eines 230-Volt-Geräts.
- Ein saugfähiges Handtuch unter die Klappe legen und eine flache Schale bereithalten. Im Pumpenraum können mehrere Liter Wasser stehen.
- Den kleinen Ablaufschlauch neben dem Sieb herausziehen, Stopfen entfernen und das Restwasser portionsweise in die Schale laufen lassen.
- Das Sieb gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen. Es sitzt nach Monaten oft fest, ohne Werkzeug und ohne Gewalt arbeiten.
- Sieb unter fließendem Wasser säubern, das Gewinde und den Pumpenraum von Flusen befreien, alles wieder einsetzen.
Woran es liegt, wenn die Maschine trotz sauberem Sieb nicht abpumpt, klärt die Störungssuche unter Waschmaschine pumpt nicht ab.
Schritt 2: Türmanschette trockenlegen und auswischen
Die Manschette ist der Gummi-Ring um die Einfüllöffnung des Frontladers. Seine untere Falte sammelt Restwasser, Haare und Flusen, und genau dort bildet sich zuerst Schimmel. Schwarze Punkte in der Falte lassen sich im Frühstadium noch entfernen, gewachsene Stockflecken in Gummi nicht mehr.
Nach jedem Waschgang die Falte umklappen und mit einem Tuch trocken auswischen. Alle zwei bis vier Wochen mit warmem Wasser und etwas Handspülmittel feucht nachreinigen, danach trocken nachwischen. Die Tür bleibt danach offen, bis die Trommel getrocknet ist.
Schritt 3: Einspülkammer und Schacht auswaschen
Die Schublade für Waschmittel und Weichspüler bekommt Ablagerungen, die eine Kruste bilden, und hinter der Schublade sammelt sich derselbe Schmutz im Schacht. Beides zusammen ist ein klassischer Geruchsherd.
- Die Schublade ganz herausziehen, meist nach Anheben einer Sperre hinten.
- Unter warmem Wasser mit einer Bürste oder alten Zahnbürste auswaschen, Weichspülerreste in den Kammern lösen sich mit warmem Wasser und etwas Spülmittel.
- Den Schacht dahinter mit einem feuchten Tuch und der Bürste säubern, Restwasser unten im Schacht aufnehmen.
- Alles trocknen lassen und die Schublade wieder einschieben. Zwischen den Waschgängen bleibt sie einen Spalt offen.
Schritt 4: Trommel und Laugenbehälter heiß waschen
Gegen den Biofilm in Trommel und Laugenbehälter hilft kein Wischen, weil er an Stellen sitzt, die Sie nicht erreichen. Der wirksame Hebel ist die Kombination aus Temperatur und Bleichmittel: einmal im Monat 60 Grad mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel in Pulverform. Das lässt sich mit der ohnehin anfallenden Weißwäsche verbinden, Handtücher und Bettwäsche erledigen denselben Dienst, es braucht keinen Leerlauf.
Nur feste Voll- und Universalwaschmittel, also Pulver, Granulat oder Tabs, enthalten Bleichmittel, und dieses wirkt bereits ab 40 Grad. Flüssigwaschmittel und Colorwaschmittel enthalten keines, weil es Farben angreifen würde. Wer ausschließlich flüssig und kalt wäscht, zieht den Biofilm regelrecht heran. Welche Form wofür taugt, steht im Vergleich Vollwaschmittel, Color und Feinwaschmittel, und wie die richtige Menge berechnet wird, unter Waschmittel richtig dosieren.
Warum die Maschine trotz ständigen Waschens müffelt und wie der Biofilm genau entsteht, beschreibt der Artikel Waschmaschine stinkt.
Schritt 5: Entkalken, wenn die Härte es verlangt
Kalk setzt sich am Heizstab ab, verschlechtert die Wärmeübertragung und erhöht den Stromverbrauch. Fünf Millimeter Kalk kosten laut Herstellerangaben rund 30 Prozent mehr Energie. Ob Entkalken nötig ist, entscheidet die Wasserhärte: Bei weichem Wasser unter 8,4 °dH genügt etwa ein Jahresgang, ab 14 °dH mindestens alle drei Monate.
Zum Entkalken sieben bis acht Esslöffel Zitronensäure direkt in die leere Trommel geben, nicht ins Waschmittelfach, und ein 40-Grad-Programm starten, mit rund zwei Stunden Einwirkzeit. Höhere Temperaturen sind nicht besser: Zitronensäure bildet bei Hitze schwer lösliches Calciumcitrat. Danach einen kurzen Spülgang anhängen und die Manschette nachwischen.
- Essig und Essigessenz gehören nicht in die Maschine. Essigsäure greift Gummidichtungen und Kunststoffschläuche an, besonders bei höheren Temperaturen.
- Spezialentkalker für Waschmaschinen sind die sicherste Variante, weil Dosierung und Rezeptur auf Dichtungen abgestimmt sind, dafür teurer pro Anwendung.
- Wer nach Härtebereich dosiert, verschiebt das Entkalken von einer Routine zu einer gelegentlichen Maßnahme, weil die Enthärter im Waschmittel den Kalk binden, bevor er sich absetzt.
Die vollständige Anleitung mit Härtebereichen steht unter Waschmaschine entkalken.
Was nach jedem Waschgang dazugehört
Die monatliche Grundreinigung wird erst wirksam mit den kleinen Gewohnheiten dazwischen. Drei Handgriffe, zusammen keine zwei Minuten:
- Wäsche sofort entnehmen. Nasse Wäsche, die Stunden in der geschlossenen Trommel liegt, ist die häufigste Einzelursache für Geruch.
- Manschette auswischen und Tür offen lassen, bis die Trommel trocken ist.
- Die Einspülkammer einen Spalt offen lassen, damit sie austrocknet.
Zur Einordnung für Allergikerhaushalte, wo Hygiene anders zu bewerten ist, ergänzt der Ratgeber Waschmaschinen für Allergiker diese Grundregeln.
Nächster Schritt: Tragen Sie den monatlichen 60-Grad-Waschgang in den Putzplan ein, etwa an den ersten Tag des Monats, und verbinden Sie ihn mit der anstehenden Weißwäsche. Damit ist die wirksamste Einzelmaßnahme erledigt, und die übrigen vier Schritte verteilen sich auf die Intervalle aus der Tabelle oben. Ein kompaktes Wochen- und Monatsschema für den ganzen Haushalt liefert der Putzplan für die Wohnung.
